Fernpass in Tirol: Tunnelbau und künftige Maut verzögern sich

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Von Katharina Dümmer

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Ein Wohnmobil fährt auf der Fernpassstraße (B 179) an einem Wegweiser vorbei.
Einspruch von Naturschützern: Der geplante Ausbau am Fernpass könnte sich verzögern© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Fernpass-Route durch Tirol ist vor allem für Reisende in Richtung Innsbruck und Italien wichtig. Daher sind ein Ausbau und eine Maut geplant – nun allerdings regt sich Widerstand, der die Maßnahmen verzögert.

  • Update: Bau eines Scheiteltunnels am Fernpass verzögert sich

  • Mautgebühr soll 14 Euro pro Fahrt kosten

  • Diese Umfahrungsmöglichkeiten gibt es

Wer über den Fernpass in Richtung Innsbruck bzw. Italien fahren will, muss künftig dafür bezahlen. Das hat die Tiroler Landesregierung beschlossen. Die Mautpläne sind Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, mit dem die Route über den Fernpass schneller und sicherer gemacht werden soll.

Geht es nach den ursprünglichen Plänen, soll 2027 der Startschuss für den Bau eines 1,4 Kilometer langen Scheiteltunnels unter der Passhöhe fallen, der die 4,8 Kilometer Passstraße ersetzt bzw. ergänzt. In diesem Bereich ist der Fernpass besonders im Winter anfällig für Hangrutsche, Sperren wegen Lawinengefahr oder Behinderungen durch Straßenglätte.

Der Bau des Tunnels soll rund 600 Millionen Euro kosten. Nach den genehmigten Planungen wird der Tunnel dreispurig gebaut. Zwei Fahrstreifen sollen künftig bergauf in Richtung Reutte führen, ein Fahrstreifen bergab nach Nassereith. Zusätzlich ist ein befahrbarer Rettungsstollen vorgesehen.

Baubeginn am Fernpass könnte sich um Monate verzögern

Jetzt allerdings zeichnen sich deutliche Verzögerungen ab: Zwar hatte die Tiroler Landesregierung am 2. Juli 2026 die naturschutzrechtliche Bewilligung für den Bau des Fernpasstunnels erteilt. Die Straßenbaugenehmigung war bereits 2025 rechtskräftig geworden.

Gegen die Rodungsarbeiten, die für den Bau des Scheiteltunnels notwendig sind, liegt nun aber eine 50-seitige naturschutzrechtliche Beschwerdeschrift vor, sodass die Ausschreibung für die Baumfällungen zurückgezogen werden muss. Bis das Tiroler Landesverwaltungsgericht hierzu eine Entscheidung fällen wird, können laut österreichischen Medienberichten Monate vergehen.

Fernpass-Maut: 14 Euro frühestens ab 2029

Nach Fertigstellung des Tunnels frühestens im Jahr 2029 ist für den gesamten Fernpass-Bereich (sowohl Tunnel als auch Passstraße) eine Maut vorgesehen: Den Beschlüssen zufolge soll eine einfache Pkw-Fahrt 14 Euro kosten, für Vielfahrerinnen und Vielfahrer, zum Beispiel Berufspendler, ist eine Jahreskarte für 140 Euro geplant. Die endgültige Höhe der Gebühr muss aber noch festgelegt werden. Die Mautstationen sollen am Blindsee und in Nassereith eingerichtet werden.

Bestandteile des Maßnahmenpakets sind zudem der Bau einer zweiten Röhre im nordöstlich des Fernpasses gelegenen, drei Kilometer langen Lermooser Tunnel und die Sanierung der alten Röhre.

Ursprüngliche Überlegungen, Anwohnerinnen und Anwohner von der Mautpflicht zu befreien, haben sich erledigt. Eine Ungleichbehandlung von Einheimischen und anderen EU-Bürgern würde gegen EU-Recht verstoßen.

Das sagt der ADAC zur Maut

Nach Ansicht des ADAC würde der Fernpass-Tunnel die Stausituation vor allem in den Hauptverkehrszeiten deutlich entspannen und auch die Verkehrssicherheit erhöhen. Allerdings stellt die von der Regierung in Tirol beschlossene Mautpflicht für die Fernpass-Straße B179 gerade in der heutigen Zeit eine weitere finanzielle Belastung für Autofahrende dar.

Eine solche Mautpflicht hätte darüber hinaus Auswirkungen auf Berufspendler und -pendlerinnen und den Tourismus in der Region. Die Tourismuswirtschaft befürchtet, dass vor allem Skifahrende und Tagesausflügler abgeschreckt werden und sich andere Ziele in der Region suchen könnten.

Zusätzlich besteht bei der Einführung einer solchen Mautpflicht immer die Gefahr, dass der Verkehr auf andere Straßen ausweicht und das Problem dorthin verlagert wird.

Die wichtigsten Ausweichrouten

Wer eine Fahrt über den Fernpass vermeiden will, hat je nach Start und Ziel die folgenden Möglichkeiten:

Die nächstgelegene Umleitung führt über die Route Mittenwald Seefeld Zirler Berg zur Inntalautobahn A12. Für Reisende über Füssen (A7) ist sie aber nur bedingt geeignet. Wichtig: Für Gespanne ist eine Fahrt über den Zirler Berg in Richtung Norden verboten.

Bei einer Anreise über die A7 kann man auch großräumig ausweichen:

  • Ab dem Kreuz Memmingen über Lindau (A96) und die österreichische Rheintalautobahn (A14) zur Arlbergschnellstraße S16

  • Ab dem Kreuz Ulm über München (A8, A99) zum Inntaldreieck (A8/A93) bei Rosenheim und von dort über Kiefersfelden zur Inntalautobahn A12

Fernpass: Bis zu 30.000 Fahrzeuge am Tag

Die Fernpass-Route (B179) ist die wichtigste Durchgangsstrecke für Autoreisende, die über die A7 und den Grenztunnel Füssen nach Tirol bzw. Italien weiterfahren wollen. Sie ist auch deswegen stark belastet, weil bislang auf diesem Weg die Möglichkeit besteht, mautfrei durch Österreich nach Italien zu gelangen. An Spitzentagen fahren bis zu 30.000 Fahrzeuge über den Pass.