Umfragen: Deutsche nehmen Klimaschutz ernst

E-Auto an einer Zapfsaeule ist eine klimafreundliche Alternative
Elektromobiltät gewinnt bei ADAC Mitgliedern an Bedeutung ∙ © Shutterstock/nrqemi

Die Diskussion über den Klimawandel sensibilisiert die Menschen messbar. Das zeigen zwei Umfragen vom Januar 2021. Eine hat der ADAC unter der deutschen Gesamtbevölkerung durchgeführt, die zweite unter seinen Mitgliedern.

  • 42 Prozent der Deutschen sehen Verkehr und Mobilität als Bedrohung der Umwelt

  • Jedem fünften ADAC Mitglied ist eine klimafreundliche persönliche Mobilität sehr wichtig

  • Der ADAC untersucht alternative Antriebe in Hinblick auf Klima- und Umweltschutz

Was die Deutschen bewegt

In einer repräsentativen Befragung Anfang 2021 zeigte sich, dass die Deutschen Klimaschutz befürworten, aber nicht auf Mobilität verzichten wollen.

Über zwei Fünftel der Befragten stimmten der These zu, dass der heutige Verkehr und das Mobilitätsverhalten hierzulande eine ernste Bedrohung für die Umwelt darstellen. Nur jeder Achte sah das nicht so. Bei der letzten Befragung vor zwei Jahren sahen das noch 47 Prozent so.

Der Pkw wird bleiben

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen nimmt an, dass es auch in fünf Jahren in ihrem Haushalt einen Pkw geben werde, entweder im Privatbesitz oder als Firmenfahrzeug. Eine Einschätzung, bei der es fast keinen Unterschied zwischen Stadt- und Landbewohnern gibt und die seit vier Jahren fast unverändert ist.

Deutsche wollen technische Lösungen

Zum Schutz von Umwelt und Klima setzt eine Mehrzahl der Deutschen auf den technischen Fortschritt. So befürworten zwei Drittel der Befragten die Einführung neuartiger, klimaneutraler Kraftstoffe zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes.

57 Prozent der Deutschen befürworten zudem die Einführung strengerer Abgas- und CO₂-Grenzwerten für Neufahrzeuge und deren konsequenter Überwachung.

Einschränkungen und Zusatzkosten stoßen auf Ablehnung

Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Klima, welche die eigene Mobilität spürbar einschränken könnten, stoßen auf wenig Zustimmung. So befürworten eine verbrauchsabhängige Zulassungssteuer nur etwa jeder Dritte, die Einführung einer City-Maut nur jeder Vierte und eine stärkere und schnellere Erhöhung des CO₂-Preises auf fossile Kraftstoffe nur etwas mehr als jeder fünfte Befragte.

Auf Ablehnung stoßen die Erhöhung von Steuern auf Kraftstoffe, ein Ausbau-Stopp für das Straßennetz und die Verknappung bzw. Verteuerung von Parkraum in der Stadt.

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Was ADAC Mitgliedern wichtig ist

In der zweiten Umfrage, diesmal nur unter ADAC Mitgliedern, gaben die Interviewten auf einer Skala von 1 bis 6 an, wie wichtig es ihnen ist, sich im Verkehr klimafreundlich zu verhalten. Fast jedem Fünften war das sehr wichtig (1), fast jedem Dritten wichtig (2). Nur für etwa jeden Zwölften spielte das keine Rolle (5 oder 6). Eine neutrale Position (3 oder 4) nahmen 43 Prozent ein.

Außerdem wurden die Mitglieder gefragt, welchen Antrieb ihr Auto in zehn Jahren am ehesten haben werde. Fast zwei Drittel der Mitglieder halten einen alternativen Antrieb für möglich. Allein jeder Vierte kann sich ein Fahrzeug mit Elektroantrieb vorstellen. Es folgten Hybride mit 19 und Wasserstoffantrieb mit 18 Prozent. Genau so viele der Befragten halten ein Auto mit konventionellem Verbrennungsmotor – und dabei eher Benziner als Diesel – für wahrscheinlich.

Wege zu klimafreundlicherem Verkehr

Der ADAC untersucht in Tests und Studien, wie klimafreundlich alternative Antriebe sind und wie Radverkehr und öffentliche Verkehrsmittel attraktiver werden können. Hier finden Sie außerdem Fakten zur Elektromobilität.

Helmuth Meyer
Redakteur
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