Tauernautobahn: Tauerntunnel und Katschbergtunnel werden zu Staufallen
Von Katharina Dümmer

Autofahrern und Autofahrerinnen auf der Tauernautobahn A10 (Salzburg – Villach) in Österreich stehen ab 2027 schwere Jahre bevor. Tauerntunnel und Katschbergtunnel werden zur Staufalle. Was über die Mega-Baustelle auf der wichtigen Reiseroute bisher bekannt ist.
Sanierung von Tauern- und Katschbergtunnel von Herbst 2027 bis 2033
Prognose: 30 Kilometer Rückstaus in Reisezeiten möglich
Staufallen am besten großräumig umfahren
Die Tauernautobahn A10 ist Österreichs wichtigste Nord-Süd-Autobahnverbindung. Viele Reisende befahren sie auf dem Weg Richtung Italien oder Kroatien und stehen dabei regelmäßig im Stau. Die nächsten Jahre werden für Autofahrende noch mühevoller.
Ab 2027 größtes Tunnelsanierungsprojekt aller Zeiten
Eine Mega-Baustelle steht an – mit jahrelangen Engpässen und sehr großer Staugefahr. Schon die im Juni 2025 abgeschlossene Sanierung der Tunnelkette zwischen Werfen und Golling hatte lange Staus in der Reisezeit produziert.
Die österreichische Autobahngesellschaft Asfinag startet bereits jetzt mit der Vorbereitung der größten Tunnelsanierung ihrer Geschichte – der Sanierung von Tauerntunnel und Katschbergtunnel auf der Tauernautobahn. "Es ist das größte Tunnelsanierungsprojekt der Asfinag aller Zeiten", so Pressesprecher Christoph Pollinger.
Tauerntunnel und Katschbergtunnel werden saniert
Die Sanierungsarbeiten im Tauerntunnel und dem südlich gelegenen Katschbergtunnel auf der Tauernautobahn beginnen im Herbst 2027. Voraussichtliches Ende: 2033.
Die wichtigste Röhre auf der A10, der 6,8 Kilometer lange Tauerntunnel zwischen Flachau und Zederhaus, gilt seit je als Nadelöhr im Alpenverkehr. Besonders in den Sommermonaten stauen sich die Fahrzeuge dort. Der Tauerntunnel ist seit 1975 in Betrieb, seit Juni 2011 fließt der Verkehr durch zwei Röhren.
Zu den Staufallen auf der Tauernautobahn zählt auch der 1975 erbaute sechs Kilometer lange Katschbergtunnel zwischen St. Michael im Lungau und Rennweg. Seit dem Frühjahr 2009 sind dort durchgehend zwei Spuren pro Fahrtrichtung befahrbar.
Die letzte Generalsanierung von Tauern- und Katschbergtunnel ist 15 Jahre her – dort sind im Jahresschnitt täglich 24.000 Fahrzeuge unterwegs, im Sommer sogar knapp 50.000.
Sechs Jahre nur einspurig durch Tauern- und Katschbergtunnel
Die Asfinag plant den Komplettumbau bei laufendem Verkehr und in Etappen. Während der Sanierung über einen Zeitraum von sechs Jahren wird der Verkehr im Tauern- und Katschbergtunnel nur einspurig geführt werden. Jeweils eine der beiden Röhren im Tauern- bzw. Katschbergtunnel wird dafür gesperrt. Es sind Tempolimits von 60 bis 80 km/h vorgesehen.
Asfinag-Plan: Sperren und Abfahrtsverbote
Um den Ausweichverkehr über Landstraßen zu stoppen, soll es wie schon bei der Sanierung der Tunnelkette "Werfen" Fahrverbote und Abfahrtssperren entlang der A10 geben.
Und: Bereits in der Vorbereitungsphase sind Nacht- und Vollsperren nötig, etwa für Umbauten an den Portalen und technische Tests. Diese sollen frühzeitig angekündigt und möglichst kurz gehalten werden.
Eine spürbare Verbesserung soll die Mautstelle St. Michael im Lungau bringen: Dort wird eine dritte Auffahrtsspur gebaut, mindestens eine davon ohne Schranke. Wer ein Online-Mautticket besitzt, kann dann einfach durchfahren – ohne anzuhalten.
Lesen Sie: Alle Infos zur Maut und den Sondermautstrecken wie die Tauernautobahn.
Prognose: Rückstaus von bis zu 30 Kilometern
Besonders in Reisezeiten wie Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten oder Fronleichnam hält die Asfinag Rückstaus von bis zu 30 Kilometern für möglich. In der Hauptreisezeit (Juli und August) soll dagegen eine Sanierungspause eingelegt werden. Tauerntunnel und Katschbergtunnel sind dann frei befahrbar (je zwei Fahrspuren pro Richtung).
Alternative: Großräumige Umfahrung
Bei Staus auf der Tauern-Route lohnt sich je nach Herkunfts- und Zielgebiet eine großräumige Umfahrung: Infrage kommen die Felbertauern-Bundesstraße (B108) sowie die Pyhrn Autobahn (A9) oder die Brennerautobahn (A13). Aber auch diese Routen sind in den Reisezeiten staugefährdet.
Weitere Alternativen: Für Touristen mit Ziel Kärnten eignet sich auch die Bahnverladung Tauernschleuse zwischen Böckstein und Mallnitz. Diese steht nach Abschluss der ersten Sanierungsphase seit 5. Juli 2025 wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Anfang 2027 wird sie dann für die zweite Phase fünf Monate lang gesperrt.
Die örtliche Ausweichroute für den Tauern- und Katschbergtunnel, die Bundesstraße B99 über den Radstädter Tauernpass und den Katschbergpass, ist nur für Pkw und Lkw bis 7,5 Tonnen geeignet. Und in der kalten Jahreszeit ist Winterausrüstung ein Muss.
Baustelle auf der Brenner-Autobahn seit 2025
Tunnelsanierung für mehr Sicherheit
Die Generalsanierung des Tauerntunnels ist Teil der umfassenden Modernisierung der Tauernautobahn. Zweieinhalb Jahre lang wurde der Abschnitt Golling – Werfen saniert, ab Herbst 2027 geht es mit dem Tauerntunnel und dem südlich gelegenen Katschbergtunnel weiter.
Während der Sanierung wird nicht nur die gesamte Tunneltechnik beider Bauwerke auf den neuesten Stand gebracht: neue Beleuchtung, moderne Belüftung, aktualisierte Brandmeldesysteme, verbesserte Fluchtstollen für mehr Sicherheit und nicht zuletzt eine neue Fahrbahn.
Die Kameraüberwachung und die Beschilderung werden ebenfalls erneuert. Auch außerhalb des Tunnels wird gearbeitet. Die Portale, Schutzbauten und Brücken auf beiden Seiten werden mit saniert. Diese Maßnahme ist erforderlich, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, so die Asfinag.
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