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Italien: Generalstreik am 23. Oktober trifft auch Urlauber

Menschen vor Anzeigetafeln am Flughafen
Ist die Streikbeteiligung hoch, könnten Flugreisende mit Ziel Italien am Boden bleiben ∙ © dpa/Andrew Medichini

Italien-Reisende werden es am Freitag, 23. Oktober, schwer haben. Der Flug-, Bahn- und Fährverkehr wird einen Tag lang bestreikt. Auch Autofahrer bleiben vermutlich nicht verschont.

  • Streiks bei der Bahn und an den Autobahnen bereits ab Donnerstagabend

  • Mautstationen, Tankstellen und Sehenswürdigkeiten könnten auch betroffen sein

  • Urlauber sollten Reisepläne überdenken und ggf. umbuchen

Wie das italienische Verkehrsministerium mitteilt, will die Gewerkschaft CUB (einer der mitgliederstärksten Verbände in Italien) alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens bestreiken. Einige kleinere Gewerkschaften im Transportwesen wollen sich ebenfalls beteiligen. Noch nicht abzusehen ist, wie hoch die Streikbeteiligung sein wird. Unklar ist bislang auch, wie sich die Streikmaßnahmen an den Autobahnen konkret für Autofahrer auswirken.

Damit müssen Reisende beim Sciopero generale rechnen

  • Flüge: Ausfälle und Verspätungen ganztägig: unter anderem an den Airports Verona und Mailand, Streiks bei Alitalia

  • Bahn: Ausfälle und Verspätungen auch bei internationalen Verbindungen (laut Deutscher Bahn auch die EC-Züge München – Kufstein – Innsbruck – Verona betroffen). Streikbeginn: Donnerstag, 22. Oktober, 21 Uhr. Dauer: 24 Stunden

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen mit eingeschränktem Fahrplan (Beteiligung wahrscheinlich unter anderem in Rom,Turin, Bologna, Bari und Catania)

  • Fähren: Besonders betroffen sind die Verbindungen zu und von den großen Inseln. Ob auch die Fähren mit Ziel Griechenland im Hafen bleiben, ist bisher nicht bekannt

  • Autobahnen: Beginn Donnerstag, 22. Oktober, ab 22 Uhr, für 24 Stunden. Nach Medienberichten werden Mautstationen nur nachts bestreikt. Nicht ausgeschlossen ist, dass Tankstellen geschlossen sind sowie Abschleppunternehmen und Autobahnmeistereien ihren Betrieb einschränken

Das sollten Autofahrer wissen

Sollten die Schranken an den Autobahn-Mautstellen trotz des Streiks geöffnet sein, ist die Nutzung dennoch nicht gebührenfrei. Die Kennzeichen werden automatisch erfasst. Mautnachforderungen flattern oftmals Monate später ins Haus. Hier ist es wichtig zu überprüfen, ob der tatsächlich benutzte Autobahnabschnitt berechnet wurde. Urlauber sollten deshalb Beweise sammeln, wann sie wo auf die Autobahn auf- und abgefahren sind. Dabei hilft es, zum Beispiel Mautbelege, Tank- und Hotelquittungen, Campingplatzrechnungen oder Rastplatzquittungen aufzuheben.

Möglich ist auch, dass Tankstellen geschlossen sind. Autofahrern wird empfohlen, noch vor dem Grenzübertritt den Tank ihres Autos zu füllen. Reisende, die bereits in Italien sind, sollten bei jeder sich bietenden Gelegenheit tanken. Wer auf Vorrat Sprit kaufen will, sollte aus Sicherheitsgründen nicht mehr als zehn Liter im Auto dabei haben (nur Eigenbedarf!). Von der Mitnahme von Reservekanistern auf Fährschiffen ist generell abzuraten: Auf den meisten Fähren ist dies aus Sicherheitsgründen sogar komplett verboten.

Sollten sich die Abschleppunternehmen dem Protesttag anschließen, ist davon auszugehen, dass liegen gebliebene Autofahrer deutlich länger auf Hilfe warten müssen als üblich.

Informationen, dass es zu Blockadeaktionen entlang der Autobahnen kommt, liegen derzeit nicht vor.

Einschränkungen auch möglich in Museen und Restaurants

Auch Reisende, die bereits an ihrem Urlaubsort angekommen sind, könnten betroffen sein, sollten sich die Gewerkschaften anderer Sektoren anschließen. Möglich sind dann auch Streiks bei touristischen Einrichtungen (Hotels, Restaurants, Museen, Sehenswürdigkeiten). In früheren Fällen blieben Museen oder Ausgrabungsstätten stundenlang geschlossen.

Hinweis für Reisende

Wer für den Streikzeitraum eine Italien-Reise plant, sollte sich über die Medien oder seinen Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten und gegebenenfalls einen anderen Reisezeitraum wählen. Auch das ist möglich: In Italien werden häufig Streiks angekündigt, die dann genauso kurzfristig wieder abgesagt werden.

Welche Rechte Reisende haben, wenn der Flieger am Boden bleibt oder die Fähre nicht ausläuft, erfahren sie im ADAC Ratgeber Reiserecht.

ADAC Hilfe für Mitglieder im Ausland

ADAC Mitglieder, die im Ausland eine Panne haben oder Hilfe benötigen, finden hier die ADAC Service-Nummern Ausland.

Außerdem können diese Kontakte hilfreich sein:

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Katharina Dümmer
Redakteurin
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