Italien: Streik am 11. Oktober trifft auch Reisende

Menschen vor Anzeigetafeln am Flughafen
Ist die Streikbeteiligung hoch, könnten Flugreisende mit Ziel Italien am Boden bleiben ∙ © dpa/Andrew Medichini

Italien-Reisende dürften es heute Montag, 11. Oktober, schwer haben. Unter anderem wird der Flug-, Bahn- und Fährverkehr einen Tag lang bestreikt. Auch Autofahrerinnen und Autofahrer bleiben nicht verschont.

  • Streiks bei der Bahn und an den Autobahnen bereits seit Sonntagabend

  • Auch Mautstationen und Tankstellen dürften betroffen sein

  • Reisepläne gegebenenfalls überdenken

Streik: Damit müssen Italien-Reisende rechnen

  • Flüge: Ausfälle und Verspätungen ganztägig

  • Bahn: Ausfälle und Verspätungen bei inneritalienischen und internationalen Verbindungen. Streikbeginn: Sonntag, 10. Oktober, 21 Uhr. Dauer: 24 Stunden

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen ganztägig mit eingeschränktem Fahrplan

  • Fähren: Besonders betroffen sind die Verbindungen zu und von den großen Inseln. Ob auch die Fähren mit Ziel Griechenland im Hafen bleiben, ist bisher nicht bekannt

  • Autobahnen: Medienberichten zufolge werden unter anderem Mautstationen und Autobahnmeistereien bestreikt. Streikbeginn: Sonntag, 10. Oktober, 22 Uhr. Dauer: 24 Stunden. Auch Tankstellen könnten geschlossen sein sowie Abschleppunternehmen ihren Betrieb einschränken

  • Sehenswürdigkeiten und Hotels: Da sich der Streikaufruf auf den gesamten öffentlichen und privaten Sektor bezieht, könnten auch Museen und Sehenswürdigkeiten ihre Pforten geschlossen haben. Auch in der Hotellerie sind Einschränkungen nicht auszuschließen.

Dem landesweiten Streikaufruf gegen eine Lockerung des Kündigungsschutzes und andere arbeitsrechtliche Regelungen haben sich mittlerweile auch die wichtigsten Gewerkschaften aus dem Transportwesen angeschlossen. Es ist allerdings nicht abzusehen, wie hoch die Streikbeteiligung tatsächlich sein wird.

Mautstellen: Nachforderungen sind möglich

Sollten die Schranken an den Autobahn-Mautstellen trotz des Streiks geöffnet sein, ist die Nutzung der Straßen dennoch nicht gebührenfrei. Die Kennzeichen werden automatisch erfasst. Mautnachforderungen werden oftmals noch Monate später zugestellt. Hier ist es wichtig zu überprüfen, ob der tatsächlich benutzte Autobahnabschnitt berechnet wurde. Urlauberinnen und Urlauber sollten deshalb Beweise sammeln, wann sie wo auf die Autobahn auf- und abgefahren sind. Dabei hilft es, zum Beispiel Tank- und Hotelquittungen oder Rastplatzrechnungen aufzuheben.

Möglich ist auch, dass Tankstellen geschlossen sind. Autofahrenden wird empfohlen, noch vor dem Grenzübertritt den Tank ihres Autos zu füllen. Reisende, die bereits in Italien sind, sollten bei jeder sich bietenden Gelegenheit tanken. Wer auf Vorrat Sprit kaufen will, sollte aus Sicherheitsgründen nicht mehr als zehn Liter im Auto dabei haben (nur Eigenbedarf!). Von der Mitnahme von Reservekanistern auf Fährschiffen ist generell abzuraten: Auf den meisten Fähren ist dies aus Sicherheitsgründen sogar komplett verboten.

Sollten sich Abschleppunternehmen dem Protesttag anschließen, ist davon auszugehen, dass liegen gebliebene Autofahrerinnen und Autofahrer deutlich länger als üblich auf Hilfe warten müssen.

Tipps für Italien-Reisende

Wer für den Streikzeitraum eine Italien-Reise plant, sollte sich über die Medien, seinen Reiseveranstalter oder die gebuchte Unterkunft auf dem Laufenden halten und gegebenenfalls einen anderen Reisezeitraum wählen. Auch das ist möglich: In Italien werden häufig Streiks angekündigt, die dann genauso kurzfristig wieder abgesagt werden.

Welche Rechte Reisende haben, wenn der Flieger am Boden bleibt oder die Fähre nicht ausläuft, erfahren sie im ADAC Ratgeber Reiserecht.

ADAC Hilfe für Mitglieder im Ausland

ADAC Mitglieder, die im Ausland eine Panne haben oder Hilfe benötigen, finden hier die ADAC Service-Nummern Ausland.

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Dr. Norbert Prack
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