Ölpreise steigen wegen Krieg in Nahost: Tanken wird teurer
Von Katharina Dümmer

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Ölpreise kräftig ansteigen. Die Folgen bekommen nun auch Autofahrer und Autofahrerinnen deutlich zu spüren. Alle Infos.
Brent-Öl so hoch wie seit Monaten nicht, Spritpreis mit Zweijahres-Hoch
Mit der Straße von Hormus ist die wichtigste Handelsroute für Öl blockiert
ADAC Fachleute befürchten weiteren Anstieg der Spritpreise
Wegen der Eskalation im Nahen Osten sind die Ölpreise in den letzten Tagen so hoch geklettert wie seit Monaten nicht mehr. Experten und Expertinnen erwarten in der Folge auch einen kräftigen Anstieg der Benzin- und Dieselpreise an Deutschlands Zapfsäulen. Da momentan nicht klar ist, wie lange der Iran-Konflikt andauert, dürfte sich die Lage an den Tankstellen vorerst nicht entspannen.
Wie Autofahrer und Autofahrerinnen dennoch sparen können.
Iran-Konflikt wirkt sich auf die Ölpreise aus
Kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Brent am Freitag, 27. Februar, noch rund 72 US-Dollar, lag er am Montagmorgen, 2. März, bereits bei rund 80 US-Dollar.
Dass der Ölpreis stark ansteigt, hat seinen Grund: Der Iran blockiert eine der wichtigsten Handelsrouten für Öltanker, die Straße von Hormus. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls durch diese Meerenge zwischen Oman und Iran transportiert. Jetzt fahren europäische Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser nicht mehr durch diese Meerenge.
Tanken ist spürbar teurer
Am Montag, 2. März, steigen die Preise kräftig, nachdem sie bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags hatte ein Liter Super E10 bereits 1,6 Cent mehr gekostet als am Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen. Diesel verteuerte sich alleine von Freitag bis Sonntag um 1,3 Cent.
"Ich befürchte, dass es heute an den Zapfsäulen noch weiter nach oben geht", sagt der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer. "Die Zahlen am Vormittag deuten auf eine Dimension von drei bis vier Cent."
Die Tagesdurchschnitte sind wegen der typischen starken Schwankungen der Spritpreise im Tagesverlauf schwer zu vergleichen. Betrachtet man allerdings die Preise jeweils um 10.30 Uhr am Freitag, Sonntag und Montag, zeigt sich über die gesamte Spanne bei E10 ein Plus von 5 Cent, bei Diesel von 5,2 Cent – mit jeweils dem deutlichsten Plus am Montag.
Spritpreise könnten weiter nach oben gehen
"Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten", sagt Laberer. Mittelfristig gebe es aber – sofern sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte – Hoffnung auf gemäßigtere Preise, da die Opec+ angekündigt hat, die Fördermengen zu erhöhen.
Schnelle Besserung ist aber nicht in Sicht: "Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger", sagt der Experte.
Sprit so teuer wie zuletzt vor zwei Jahren
Die Sonntags-Tagesdurchschnitte von 1,794 Euro pro Liter E10 und 1,759 Euro pro Liter Diesel sind die höchsten Werte seit fast zwei Jahren. E10 war zuletzt Ende Mai 2024 teurer, Diesel zuletzt Anfang April 2024. Sollte der erwartete Anstieg im Tagesverlauf des Montags sich bestätigen, könnte bei Diesel sogar der höchste Preis seit 2023 erreicht werden.
Die Preise für Diesel und Benzin waren bereits im Vorfeld der Eskalation angestiegen.
Heizölpreis steigt schneller
Auch der Preis für Heizöl ist gestiegen. Das Online-Portal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag zwischenzeitlich mit mehr 120 Euro pro 100 Litern an. Noch am Freitag lagen die Preise unter 100 Euro.
Beim Heizöl ist der aktuelle Ausschlag deutlich stärker als bei den Kraftstoffpreisen. Dass der Anstieg beim Sprit im Verhältnis geringer ausfiel, könnte laut Laberer auch daran gelegen haben, dass insbesondere Diesel in den letzten Wochen seiner Ansicht nach im Vergleich zum Ölpreis zu teuer war. "Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas geringer aus."
Kosten sparen: Nicht morgens tanken
Doch auch, wenn die Kraftstoffpreise derzeit stark ansteigen, gilt unverändert: Wer beim Tanken sparen möchte, sollte die Preisunterschiede im Tagesverlauf beachten und möglichst die besonders teure Phase zwischen 7 und 8 Uhr meiden. Ansonsten gilt in volatilen Zeiten wie aktuell mehr denn je: Preise vergleichen und gezielt zum Sparen günstige Tankstellen anfahren.
Preiserhöhung an Tankstellen nur einmal am Tag? Warum das Autofahrenden nichts bringt
So wird Tanken für Sie zusätzlich günstiger
Neben einer spritsparenden Fahrweise helfen auch diese Tipps, die Tankkosten weiter zu reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Tankrabatt mit der ADAC Kreditkarte mitnehmen: Mit der ADAC Kreditkarte und dem Paket "Sparen" erhalten Sie weltweit 2 Prozent ADAC Tankrabatt auf Tankstellenumsätze. Aus technischen Gründen sind einzelne Tankstellen, die zu Super- oder Baumärkten gehören, ausgeschlossen.
Mit Material von dpa.