Waldbrände in Kroatien: So ist die aktuelle Lage an der Adriaküste

• Lesezeit: 4 Min.

Von Kati Thielitz

Feedback

Waldbrände in Omis in Kroatien
Ausgebranntes Auto oberhalb des beliebten Ferienortes Omiš in Kroatien© dpa/Josko Ponos

Bei einem verheerenden Waldbrand an der dalmatinischen Küste südlich von Split wurden Menschen verletzt, Häuser und Autos brannten aus. Und auch auf der Halbinsel Pelješac im Süden Kroatiens kämpft die Feuerwehr gegen die Flammen.

  • Waldbrand bei Omiš unter Kontrolle

  • Feuer auf Pelješac

  • Diese Rechte haben Reisende

Ein heftiger Waldbrand an der dalmatinischen Adriaküste im Raum Omiš hat Menschen verletzt sowie Häuser und Autos zerstört. Mehr als ein Dutzend Personen wurden laut kroatischen Medien in Krankenhäuser gebracht, darunter sieben mit lebensgefährlichen Verbrennungen.

Waldbrand an der Adriaküste bei Omiš

Der verheerende Brand war am Donnerstagabend im Ferienort Lokva Rogoznica etwa 20 Kilometer südlich von Split ausgebrochen und hatte sich bis ins Stadtgebiet von Omiš ausgebreitet. Es erfasste einen gut zehn Kilometer langen Küstenstreifen, an dem vor allem Kiefernwälder brannten. Mehr als 1000 Menschen wurden in der Nacht zum Freitag, 14. August, evakuiert und in Notunterkünften in Sicherheit gebracht. Zahlreiche Touristinnen und Touristen seien mit Autos geflohen. Die Behörden hätten zudem Evakuierungen per Schiff über die Adria organisiert, hieß es.

Omiš: Feuer unter Kontrolle

Das Feuer bei Omiš sei aktuell unter Kontrolle, so die örtliche Feuerwehr. Hunderte Feuerwehrleute hatten mit fast 300 Löschfahrzeugen sowie vier Löschflugzeugen gegen die Flammen gekämpft. Starker Wind hatte die Löscharbeiten erschwert. Aus mindestens sechs weiteren Orten wurden Brandschäden an Häusern gemeldet. Ersten Schätzungen zufolge verbrannten bisher fast 1000 Hektar Land. Eine offizielle Schadensbilanz lag zunächst nicht vor.

Neuer Waldbrand auf Pelješac

Am Freitag, 14. August, ist ein weiterer Waldbrand auf Pelješac ausgebrochen. Löschflugzeuge seien auf die Halbinsel geschickt worden, wie der kroatische Premierminister Andrej Plenković mitteilte. Die Fährverbindungen wurden aufgestockt, da viele Menschen Pelješac aufgrund des Feuers verlassen wollen. Seit Jahresbeginn haben Waldbrände in Kroatien laut Behördenangaben fast 10.000 Hektar zerstört, schon jetzt deutlich mehr als im vergangenen Jahr.

Das Auswärtige Amt empfiehlt in den Waldbrandregionen: Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden und Sicherheitskräfte und informieren Sie sich über lokale Medien über die weitere Lageentwicklung.

Aktuelle Verkehrsinfos aus Kroatien findet man beim ADAC Partnerclub HAK.

ADAC Auslandsnotruf

ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22 ) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.

Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende

Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.

Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen wie Rauch in der Luft betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.

Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Reisebeginn abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.

Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund

Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.

Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?

Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.

Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortführt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, etwa weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.

Waldbrände: Das gilt für Individualreisende

Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende die bereits gebuchten Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.

Mit Material von dpa.