30 Euro Eintritt? Venedig will die Eintrittsgebühr drastisch erhöhen

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Von Katharina Dümmer

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In Venedig überprüfen drei Männer ob Touristen die Gebühr für Touristen bezahlt haben
Ein Versuch gegen Overtourism: Tagesgäste müssen in Venedig Eintritt bezahlen© dpa/CHROMORANGE

Italien-Reisende, die einen Tagesausflug nach Venedig unternehmen wollen, müssen ab sofort für den Rest des Jahres 2026 keinen Eintritt mehr bezahlen. Die Bezahlsaison 2026 ist beendet. Aber: 2027 könnte die Eintrittsgebühr drastisch höher ausfallen.

  • Künftig bis zu 30 Euro Eintrittsgebühr pro Tag?

  • 2027 mehr Bezahltage als 2026

  • Bezahlsaison 2027 beginnt voraussichtlich an Ostern

Venedig hat 2026 an insgesamt 60 Tagen Eintritt von Tagestouristen verlangt. Der letzte Bezahltag des Jahres war Sonntag, 26. Juli. Die Maßnahme sollte dazu beitragen, die negativen Auswüchse des Massentourismus in den Griff zu bekommen. Für Touristinnen und Touristen könnte es 2027 noch teurer werden.

Plan: Venedig-Eintrittsgebühr künftig bis zu 30 Euro

Ab 2027 könnten Besucher mit bis zu 30 Euro zur Kasse gebeten werden. Zwischenzeitlich standen sogar 50 Euro im Raum. Venedigs neuer Bürgermeister Simone Venturini will mit der drastischen Gebührenerhöhung den Massentourismus noch stärker bekämpfen. Offenbar wächst die Überzeugung, dass die bisherige Gebühr ihre Wirkung verliert und zu gering sei, um den Andrang zu bremsen.

Ob Venturini seine Pläne umsetzen kann, ist noch offen. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Rom müsste zustimmen.

Venedig 2027: ab Ostern wieder Eintrittsgebühr

Venedig hat 2026 mit seinem weltweit einzigartigen Eintrittsgeld mehr als fünf Millionen Euro eingenommen – so viel wie noch nie. Die Lagunenstadt berichtete nach dem Ende der diesjährigen Bezahlsaison von mehr als 650.000 zahlenden Tagesbesucherinnen und -besuchern.

2027 könnte die Bezahlsaison länger dauern als 2026. Derzeit wird diskutiert, im Zeitraum von März bis September Eintritt zu verlangen. Nähere Infos zu Bezahlsaison 2027 liegen aber noch nicht vor.

Venedig: So war die Regelung 2026

Die Lagunenstadt im Norden Italiens verlangte 2026 an insgesamt 60 Tagen – vom 3. April (Karfreitag) bis 26. Juli – Eintritt. Damit ging die Regelung nach 2024 und 2025 in die dritte Saison.

Fällig wurden 10 Euro pro Tag. Nur wer frühzeitig gebucht hat – mindestens drei Tage zuvor –, musste nur 5 Euro pro Tag zahlen. Die Gebühr wurde vor allem an Wochenenden (Freitag bis Sonntag) sowie an Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten jeweils zwischen 8.30 und 16.00 Uhr fällig.

Gut zu wissen: Für Kinder unter 14 Jahren wurde keine Eintrittsgebühr verlangt.

Venedig: Diese Bereiche sind von der Gebühr befreit

Die folgenden Bereiche sind von der Zugangsgebühr befreit: das gesamte Festland, die Bereiche der Ponte della Libertà, der Piazzale Roma, der Bahnhof Santa Lucia und der direkt mit dem Piazzale Roma verbundene Bereich, der Seebahnhof, der Bahnhof San Basilio und die Isola Nova del Tronchetto sowie die Anlegestellen für große Kreuzfahrtschiffe an der Riva degli Schiavoni.

Bezahlt wurde schon vor der Ankunft online über das Portal für die Touristengebühr. Bei den Kontrollen vor Ort mussten die Tagesausflügler dann nur noch den QR-Code vorzeigen, den sie nach der Bezahlung erhielten.

Von der Gebühr betroffen waren ausschließlich Tagestouristinnen und -touristen. Wer mindestens eine Übernachtung in Venedig gebucht hat, musste kein Ticket lösen. Allerdings wird Hotelgästen bereits seit Längerem eine Kurtaxe berechnet.

Kurtaxe ab 2027 auch teurer?

Die Lagunenstadt könnte bald auch für Touristen teurer werden, die mehrere Tage bleiben. Im Rathaus wird auch über eine höhere Kurtaxe für Hotels und Ferienwohnungen nachgedacht. Beschlossen ist aber noch nichts.

Venedig – eine der meistbesuchten Städte der Welt

Mit geschätzt etwa 15 Millionen Gästen pro Jahr gehört Venedig zu den meistbesuchten Städten der Welt. Der Massentourismus bringt viel Geld in die Kassen, richtet aber auch erhebliche Schäden an. Heute leben im Zentrum mit seinen Hunderten Kanälen keine 50.000 festen Einwohnenden mehr. Dafür gibt es mehr als 50.000 Gästebetten. An vielen Tagen ist in den engen Gassen rund um Markusplatz und Rialtobrücke kaum noch ein Durchkommen.

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Mit Material von dpa.