Japan: Kirschblütenfest am Mount Fuji abgesagt

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Von Sabrina Doschek

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Kirschblüte in Japan vor dem Berg Fuji
Teilweise bis zu drei Stunden müssen Besucher und Besucherinnen für ein perfektes Foto am Mount Fuji anstehen© Shutterstock

Kirschblüte ohne Krawall! Als Maßnahme gegen Massentourismus und dessen Folgen hat die japanische Stadt Fujiyoshida erstmals das Kirschblütenfest abgesagt. Zu schlecht war das Benehmen der Besucher und Besucherinnen.

  • Kirschblütenfest wegen Touristenchaos gestrichen

  • Fuji‑Maßnahmen greifen bisher kaum gegen Massenansturm

  • Europa kontert ebenfalls Overtourism mit Gebühren und Limits

"Um die Würde und das Lebensumfeld unserer Bürger und Bürgerinnen zu schützen, haben wir beschlossen, das zehn Jahre alte Festival zu beenden", erklärte Shigeru Horiuchi, Bürgermeister der japanischen Stadt Fujiyoshida, in einer offiziellen Stellungnahme.

Zu wild sei es die letzten Jahre im Arakurayama-Sengen-Park nahe dem berühmten Mount Fuji zur Kirschblütenzeit zugegangen: Von Zigarettenstummeln und Müll auf den Gehwegen, Fäkalien in Gärten sowie unzähligen Staus ist die Rede. Auch wenn einige Gemeinden rund um den höchsten Berg Japans (3776 m) bereits die Besuchszahlen eingeschränkt haben – den Massentourismus haben die Maßnahmen bisher nicht verhindern können.

Zu viele Menschen: Massentourismus am Mount Fuji

Der Massentourismus am Mount Fuji ist inzwischen ein ernsthaftes Problem. Im Sommer 2024 wurde auf halber Strecke ein Kontrolltor errichtet, um eine Überfüllung des Bergs zu verhindern. Nur Personen mit reservierter Übernachtung dürfen den Yoshida Trail nutzen, und die tägliche Besucherzahl ist auf 4000 begrenzt.

Trotz Absage des Fests: Kirschblüte zieht Touristen an

Trotz der Absage des Kirschblütenfests rechnen die Bewohnerinnen und Bewohner Fujiyoshidas mit vielen Gästen, denn der Arakurayama-Sengen-Park mit perfekter Aussicht auf den Fuji soll auch ohne Feierlichkeiten geöffnet bleiben. Im letzten Jahr zog das Festival rund 200.000 Besucherinnen und Besucher an – auch aus dem Ausland.

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2024 und 2025: Besucherrekorde in Japan

Nicht nur am Mount Fuji hat Japan mit den Folgen des Massentourismus zu kämpfen. Wegen des schwachen Yens sind 2025 fast 43 Millionen Menschen dorthin gereist – ein neuer Rekord, nachdem es 2024 noch rund 37 Millionen Gäste gewesen waren.

Europäische Städte reagieren ebenfalls auf Overtourism

Auch in Europa leiden immer mehr Städte unter den vielen Touristen und Touristinnen. So verlangt die Stadt Rom neuerdings Eintritt für den weltberühmten Trevi-Brunnen, Venedig führte kürzlich eine Eintrittsgebühr für Tagesausflügler ein, genauso wie Zaanse Schans in den Niederlanden, wo man das historische Zentrum nur noch mit Eintrittskarte besuchen darf.

Im kroatischen Dubrovnik hingegen gilt neuerdings eine Höchstzahl an Kreuzfahrttouristen, um die Altstadt zu schützen. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in den spanischen Städten Barcelona und Sevilla sowie in der griechischen Hauptstadt Athen erhoben.