Grenzkontrollen: Deutschland will Grenzen weiter kontrollieren

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Von Redaktion

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Ein Beamter der Bundespolizei steht am deutsch-polnischen Grenzübergang Stadtbrücke bei einer Kontrolle gegen die Schleuserkriminalität
Die verschärften Grenzkontrollen bei der Einreise nach Deutschland bleiben weiter bestehen© picture alliance/dpa

Die verstärkten Grenzkontrollen bei der Einreise nach Deutschland sollen erneut verlängert werden. An zahlreichen Grenzübergängen müssen Autofahrer daher mit Wartezeiten rechnen. Das gilt teilweise auch bei der Ausreise.

  • An diesen Grenzübergängen müssen Sie mit Wartezeiten rechnen

  • Grenzkontrollen betreffen auch Bahnreisende

  • Kontrollen auch bei der Einreise in Nachbarländer

Um die Zahl der unerlaubten Einreisen stärker einzudämmen, sollen die vorübergehenden Binnengrenzkontrollen über den 15. März 2026 hinaus um ein weiteres halbes Jahr verlängert werden. Verstärkt hatte die Kontrollen an allen deutschen Grenzübergängen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kurz nach seiner Amtsübernahme im Mai 2025.

Systematische Grenzkontrollen sind im Schengen-Raum grundsätzlich nicht vorgesehen. Daher muss das Vorhaben bei der EU-Behörde gemeldet werden.

Diese Grenzkontrollen gibt es bei der Einreise

Kontrollen bei der Einreise nach Deutschland gehören an allen deutschen Grenzen mittlerweile zum Alltag. Schwerpunkt ist seit 2015 die Kontrolle bei der Einreise aus Österreich. Es folgten 2023 stationäre Kontrollen an mehreren Grenzübergängen zu Polen, Tschechien und der Schweiz.

Seit September 2024 finden auch Kontrollen an den Landesgrenzen zu Frankreich, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg statt. Die Auswirkungen auf Pendlerinnen und Pendler sollen so gering wie möglich gehalten werden. Hier finden vor allem stichprobenartige Kontrollen statt.

Von den Kontrollen betroffen sind nicht nur Autofahrende. Auch Bahnreisende müssen mit stichprobenartigen Kontrollen rechnen.

An diesen Grenzen müssen Sie mit Wartezeiten rechnen

Die Grenzkontrollen führen je nach Verkehrsaufkommen regelmäßig zu Staus und Wartezeiten. Besonders gefährdet sind immer wieder folgende Grenzübergänge:

  • Österreich: Die Autobahnübergänge Suben (A3 Linz – Passau), Walserberg (A8 Salzburg – München) und Kiefersfelden (A93 Kufstein – Rosenheim). Die Wartezeiten können in den Spitzenzeiten der Hauptreisezeit eine halbe Stunde oder länger dauern.

  • Polen: Staus von mehreren Kilometern Länge werden vor allem am Grenzübergang A12 bei Frankfurt (Oder) auf polnischer Seite (A2) registriert. Betroffen sind aber auch die Grenzstellen Pomellen/Stettin (A11), Forst (A15) und Ludwigsdorf/Görlitz (A4).

  • Auch in der Schweiz kommt es an den Grenzübergängen teilweise zu Staus. Gefährdet sind insbesondere die Übergänge Basel, Weil am Rhein (A5) und Kreuzlingen-Konstanz.

  • Tschechien: Unter anderem wird auf der A17 Prag – Dresden verstärkt kontrolliert, was zeitweise Staus am Grenzübergang Breitenau-Schönwald verursacht. Auch an den bayerisch-tschechischen Übergängen wie z.B. Selb, Schirnding oder Waidhaus (A6) können Wartezeiten nicht ausgeschlossen werden.

Ausreise aus Deutschland: Kontrollen an diesen Grenzen

  • Polen: Es werden Kontrollen bei der Einreise von Deutschland nach Polen durchgeführt. Zu Staus und Wartezeiten kommt es insbesondere an den Autobahnübergängen A4 Ludwigsdorf (Görlitz), A11 Pomellen (Stettin), A12 Frankfurt (Oder) und A15 Forst.

  • Dänemark hat die Kontrollen bei der Einreise aus Deutschland auf unbestimmte Zeit wieder aufgenommen. Diese erfolgen hauptsächlich variabel.

  • An den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Frankreich finden bei der Einreise nach Frankreich vorübergehend wieder Grenzkontrollen statt, um terroristische Aktivitäten, illegale Flüchtlingsströme und Schmuggel zu verhindern und die innere Sicherheit zu gewährleisten. Sie gelten an den Grenzen zu Deutschland, Luxemburg, der Schweiz, Belgien, Italien und Spanien. Kontrolliert wird an den Land-, Luft- und Seegrenzen.

  • Die Niederlande kontrolliert ihre Grenzen mit mobilen Teams. Der private Grenzverkehr und Lkw-Transporte sollen so wenig wie möglich behindert werden.

  • Bei der Einreise nach Österreich gibt es keine systematischen Kontrollen. Stichprobenartig kontrolliert wird nur bei besonderen Anlässen (z.B. internationalen Großveranstaltungen oder Terrorgefahr).
    Hier finden Sie Infos zu den aktuellen Wartezeiten von und nach Österreich.

  • Da die Schweiz Mitglied des Schengenraums ist, finden bei der Einreise in die Schweiz aus Deutschland keine grundsätzlichen Personenkontrollen statt. Da allerdings die Schweiz kein EU-Mitglied ist und auch nicht dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehört, sind bei der Ein- und Ausreise internationale Zollbestimmungen zu beachten. Zuwiderhandlungen können hohe Geldbußen nach sich ziehen.

  • Bei der Einreise nach Tschechien gibt es keine festen Grenzkontrollen, es finden im Zusammenhang mit der Bekämpfung illegaler Migration aber stichprobenartige Kontrollen statt.

An allen weiteren Grenzübergängen zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern (Belgien, Luxemburg) finden bei der Einreise in das jeweilige Land keine systematischen Kontrollen statt.

Aktuelle ADAC Verkehrsinfo

Grenzkontrollen: Keine Reisen ohne Ausweis

Gut zu wissen: Deutschland und alle seine Nachbarstaaten sind Mitglieder des Schengener Abkommens über den freien Personenverkehr. Dennoch besteht die Pflicht, an der Grenze bei Aufforderung einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorweisen zu können. Dies gilt nicht nur für Autofahrten, sondern auch für Reisende mit der Bahn.

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