Personalausweis teurer! Aber Erleichterung für Ältere bei Beantragung geplant
Von Sabrina Doschek

Teurere Ausweispapiere: Ein neuer Personalausweis kostet seit Februar 2026 mehr. Was Antragsteller und Antragstellerinnen wissen müssen und welche Erleichterungen bei der Beantragung für Ältere geplant sind.
Personalausweis kostet 46 statt 37 Euro, junge Menschen zahlen 27,60 Euro
Ältere sollen Personalausweis künftig nicht mehr erneuern müssen
Streitpunkt PIN und Bürokratiekritik
Der Personalausweis wird von vielen Ländern als Reisedokument anerkannt, insbesondere von den Schengen-Staaten. Im Februar 2026 hatte das Bundeskabinett erneut beschlossen, den Personalausweis teurer zu machen. Dafür soll es laut einer Änderung des Personalausweisgesetzes bald schon Erleichterungen für Ältere ab 70 geben: Sie sollen künftig ihren Ausweis nicht mehr erneuern müssen.
Personalausweis kostet seit Februar 46 Euro
Als Grund für die Erhöhung wurden gestiegene Herstellungs- und Personalkosten genannt. Die Pläne zur Gebührenerhöhung wurden zum 8. Februar umgesetzt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums kostet jetzt ein neuer Personalausweis 46 Euro statt wie bisher 37 Euro.
Menschen unter 24 Jahren hingegen bezahlen 27,60 Euro statt bisher 22,80 Euro. Der Perso für die Jüngeren ist allerdings nur sechs Jahre gültig und muss anschließend erneuert werden.
Die Kosten für vorläufige Personalausweise und für den Reisepass bleiben von der Gebührenerhöhung unberührt.
Personalausweis: Entlastung für Menschen ab 70
Für ältere Menschen hingegen sind Erleichterungen geplant: Sie sollen von bürokratischen Pflichten entlastet werden. Wer bei der Ausstellung des letzten Personalausweises bereits 70 Jahre oder älter war, muss das Dokument in Zukunft nicht mehr erneuern. Statt wie bisher nach zehn Jahren einen neuen Ausweis zu beantragen, kann der bestehende unbegrenzt genutzt werden.
Die Reform ist Teil einer umfassenden Modernisierungsagenda von Bund und Ländern, mit der mehr als 200 Maßnahmen zum Bürokratieabbau umgesetzt werden sollen.
Auch beim Reisepass sind übrigens Vereinfachungen geplant: Bei Umzug soll keine Änderung des Wohnorts mehr erforderlich sein. Bis die Änderungen gelten, dürfte es jedoch noch dauern. Ein Inkrafttreten wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwartet.
Personalausweis: Streitpunkt PIN und Bürokratiekritik
Zuletzt waren sich Bund und Länder wegen eines Vorschlags der Bundesregierung uneinig: Bürger und Bürgerinnen sollten die Möglichkeit haben, online (gegen Gebühr) eine neue PIN für den Personalausweis oder die eID-Karte zu beantragen.
Bisher ist die kostenfreie Zurücksetzung der PIN jedoch nur persönlich vor Ort im Rathaus möglich, weil die Länder darauf bestehen. Das Digitalministerium der Bundesregierung arbeitet bereits an der technischen Umsetzung eines kostenfreien Online-Dienstes zur PIN-Zurücksetzung.
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte bereits im letzten Jahr die bürokratischen Hürden bei der Beantragung wichtiger Dokumente kritisiert. So ist es beispielsweise aktuell nicht möglich, ein im Bürgeramt erstelltes digitales Foto sowohl für einen Personalausweis als auch für den Führerschein zu verwenden.
Mit Material von dpa.