Bald Bußgeld fällig? Italien plant Strafe für Handy-Fußgänger
Von Lorenzo Walcher

Wer in Italien mit dem Handy in der Hand über die Straße geht, könnte in Zukunft ein Bußgeld riskieren. Was hinter dem Gesetzentwurf steckt und wie hoch die Strafen ausfallen könnten.
Verbot könnte auch Fußgänger an Zebrastreifen betreffen
Konkreter Gesetzesentwurf kommt nicht vor Mitte Oktober
Kopfhörer sollen weiterhin erlaubt sein, sofern die Aufmerksamkeit nicht eingeschränkt wird
Mehrere italienische Medien berichten über einen Gesetzesentwurf, der die Handynutzung beim Überqueren der Straße verbieten soll. Das italienische Verkehrsministerium bestätigt, dass ein solcher Entwurf vorliegt und diskutiert wird.
75 Euro Strafe: Mit dem Handy über die Straße
Dass die Handynutzung am Steuer sensible Strafen nach sich zieht, ist bekannt. Italien diskutiert jetzt ein entsprechendes Verbot für Fußgänger und Fußgängerinnen. Das beliebte Urlaubsland arbeitet an einem neuen Entwurf des "Codice Stradale" – der italienischen Straßenverkehrsordnung.
Neben höheren Bußgeldern bei Tempoverstößen beinhaltet der Entwurf laut Medienberichten auch Sanktionen für Fußgänger und Fußgängerinnen, die beim Überqueren der Straße das Handy nutzen. Demnach soll das Bußgeld auch fällig werden, wenn ein offizieller Fußgängerüberweg betreten wird. Das italienische Verkehrsministerium soll bestätigt haben, dass ein entsprechendes Papier vorliegt.
Die Nutzung von Kopfhörern soll hingegen weiterhin möglich sein. Ähnlich wie es das Gesetz zur Handynutzung im Auto vorschreibt, muss jedoch eine ausreichende Hörfähigkeit gewährleistet sein. Somit wäre Musikhören beim Überqueren der Straße nach wie vor erlaubt.
Fußgänger-Handy-Verbot: Entwurf wird bis Mitte September diskutiert
Erstmal handelt es sich bei der geplanten Gesetzesänderung lediglich um einen vorläufigen Entwurf, noch kein konkretes Gesetzesvorhaben. Bis zum 13. September 2026 haben Verbände Gelegenheit, Stellung zu nehmen und den Vorschlag zu diskutieren. Erst danach – und damit nicht vor Mitte Oktober – ist mit einer finalen Fassung von Seiten des Verkehrsministeriums zu rechnen.
Italien reagiert damit auf zunehmende Gerichtsurteile, in denen abgelenkte Fußgänger und Fußgängerinnen für Verkehrsunfälle verantwortlich gemacht wurden.