Italien: Schwere Unwetter und Regen in Urlaubsregionen

Unwetter und Hochwasser im Norden Italiens und hier in Mailand
Ungemütliche Urlaubstage: Schwere Unwetter mit viel Regen in Norditalien (Archivfoto)© imago images/ZUMA Press

Mailand, Florenz, Gardasee: In Italien sorgen schwere Unwetter in einigen beliebten Urlaubsregionen für Chaos. So ist die aktuelle Lage und das müssen Reisende jetzt beachten.

  • Betroffene Regionen: Lombardei, Toskana, Venetien, Südtirol

  • Wetterbesserung am Sonntag in Sicht

  • Reisestorno nicht ohne weiteres möglich

Schwere Unwetter haben Norditalien und beliebte Urlaubsregionen erfasst. Seit Donnerstag, 29. August, gab es nach Angaben der Feuerwehr mehr als 1300 Einsätze, vor allem in der Lombardei, in Venetien, im Piemont und in der Toskana. Eine Entspannung war auch am Freitag nicht in Sicht. Auslöser ist der Sturm "Erin".

Lombardei: Flughafen Mailand mit Wassereinbruch

Allein in der Lombardei gab es rund 500 Einsätze. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt. In Mailand ordnete der Stadtrat die Schließung aller Parks und Grünflächen an. Am Flughafen Mailand-Malpensa kam es am Donnerstag zu Wassereinbrüchen, einige Bereiche wurden abgesperrt. Flugausfälle gab es jedoch nicht.

Toskana: Florenz schließt Parks und Radwege

In Florenz blieben Parks und Radwege am Arno gesperrt, an der Küste wurden Strandbäder geschlossen. Bei den beliebten Touristenzielen an der ligurischen Küste – etwa La Spezia und Cinque Terre – wurden Windböen von über 110 Kilometern pro Stunde gemessen.

Venetien und Piemont: Hagelkörner und Stromausfälle

In Venetien zeigten Nutzer in sozialen Netzwerken Hagelkörner, fast so groß wie Tennisbälle. Der Zivilschutz meldete zudem im Norden des Piemonts mehr als 1000 Stromausfälle.

Kleinere Erdrutsche in Südtirol

Auch in Südtirol gab es zahlreiche Einsätze wegen vollgelaufener Keller und kleinerer Erdrutsche, wie der Landesfeuerwehrverband mitteilte. In Parma (Emilia-Romagna) fielen binnen einer Stunde 50 Millimeter Regen – so viel wie sonst in einem ganzen August.

Straßensperre am Gardasee

Am Gardasee, einem der Lieblingsziele deutscher Urlauber, standen Straßen und Tiefgaragen unter Wasser. Mehrere Bäume stürzten um, die malerische "Strada della Forra" wurde vorsorglich wegen Erdrutschgefahr gesperrt.

Unwetter: So ist die Vorhersage

Die Zivilschutzbehörde warnte auch für Freitag vor weiteren Unwettern – mit erhöhter Gefahrenstufe insbesondere für Nord- und Mittelitalien. Auch am Samstag, 30. August, ist mit instabilen Wetterverhältnissen zu rechnen. Erst ab Sonntag soll es allgemein trockener werden.

Alle Informationen zu den betroffenen Regionen und die weiteren Wettervorhersagen sind beim italienischen Zivilschutz und beim italienischen Wetterdienst erhältlich.

Hilfe im Ausland vom ADAC

ADAC Auslandsnotruf: +49 89 22 22 22. Hier erreichen Sie immer ADAC Mitarbeiter, die Hilfe vermitteln – in der Auslandsnotrufstation vor Ort oder in der Zentrale.

Wie Italien-Reisende sich informieren können

Straßensperrungen durch Überschwemmungen und Erdrutsche können nicht ausgeschlossen werden. Die Autobahnen sind derzeit allerdings frei befahrbar.

Wer eine Bahnreise in Italien plant, kann sich bei der italienischen Trenitalia über mögliche Ausfälle oder Verspätungen informieren.

Aktuelle Verkehrsinfos zu Italien (in italienischer Sprache) und aus Südtirol.

Reisestorno bei Naturkatastrophen

Wer seinen Urlaub wegen der jüngsten Unwetter nicht antreten möchte, sollte sich über die rechtlichen Möglichkeiten informieren. Eine kostenlose Stornierung ist in der Regel nur möglich, wenn das Urlaubsziel direkt von der Naturkatastrophe betroffen ist. Und: Allein die Angst vor Überschwemmungen reicht als Stornogrund nicht aus.

Alle Infos der ADAC Fachleute.

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Mit Material von dpa.