Ebola-Ausbruch: Wie hoch ist das Risiko für Europa?

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Von Tanja Echter

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Ein Mann legt sich einen Schutzanzug zum Infektionsschutz an
Strenge Hygienemaßnahmen: Medizinische Einsatzkräfte arbeiten gegen die Ausbreitung von Ebola© dpa/Xinhua News Agency

Mit den steigenden Ebola-Fallzahlen in Zentralafrika wächst die Sorge vor einer weltweiten Ausbreitung. Wie die Krankheit übertragen wird und was die Eindämmung erschwert.

  • Rasante Zunahme der Infektionszahlen

  • Kongo ist Epizentrum des aktuellen Ausbruchs

  • Krankheit verläuft häufig schwer

Wo liegt das Zentrum des Ebola-Ausbruchs?

Der Ebola-Ausbruch betrifft vor allem die nordöstliche Provinz Ituri im Kongo, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Erste Infektionen wurden schon Ende April registriert, offiziell gemeldet wurde der Ausbruch Anfang Mai.

Nach Angaben der Behörden gibt es derzeit mehr als 4000 Ansteckungsfälle. Rund 1850 Menschen sind an den Folgen einer Infektion gestorben. Experten und Expertinnen gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Erkrankungen nicht erfasst werden.

Kann der Ebola-Ausbruch eingedämmt werden?

Angesichts der rasanten Ausbreitung des Ebola-Ausbruchs prüfen die Afrikanische Gesundheitsbehörde (Africa CDC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO), ob Veränderungen am Virus eine Rolle spielen könnten.

Unsichere Verhältnisse und gewaltige logistische Hürden erschweren den Einsatz gegen das Virus. Die einsetzende Regenzeit könnte die Versorgung der betroffenen Regionen zusätzlich behindern.

Als größte Herausforderung gilt weiterhin die Kontaktverfolgung. Die Identifizierung und Überwachung möglicher Ansteckungen ist entscheidend, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Um welche Ebola-Variante handelt es sich?

Bei den Infektionen handelt es sich um die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Sie ist vergleichsweise selten. Experten und Expertinnen zufolge gibt es derzeit noch keinen zugelassenen Impfstoff und keine spezifische Therapie gegen diese Virusform. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Ebola-Form liegt zwischen 30 und 50 Prozent.

WHO: Ebola ist internationale Notlage

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den aktuellen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda ungewöhnlich zeitnah als Notlage von internationaler Bedeutung eingestuft.

Dabei wich WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erstmals vom üblichen Verfahren ab. Normalerweise wartet er die Empfehlung eines Notfallausschusses ab – diesmal erklärte er die Notlage bereits vor der Sitzung, weil er die Lage als besonders dringlich einschätzte.

Wie die WHO betont, soll das Ausrufen einer Notlage keine Panik schüren. Vielmehr will man damit die internationale Aufmerksamkeit erhöhen, Zusammenarbeit fördern und betroffene Länder bei der Eindämmung des Virus unterstützen.

Reisewarnung für verschiedene Regionen

Für Reisende gilt: Wer nicht in die betroffenen Regionen reist oder engen Kontakt zu Erkrankten hat, muss sich keine Sorgen machen. Achten Sie auf aktuelle Reisehinweise sowie die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes, das vor Aufenthalten in verschiedenen kongolesischen Gebieten warnt.

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Wie hoch ist das Ebola-Risiko in Europa?

Für Europa und Deutschland besteht aktuell kein erhöhtes Ebola-Risiko für die Allgemeinbevölkerung. Das Virus wird nicht so leicht übertragen wie beispielsweise Atemwegsinfektionen.

Die internationalen Gesundheitsbehörden beobachten die Lage dennoch genau. Vor allem in Hinblick auf Infektionsfälle in Städten sowie an wichtigen Verkehrsknotenpunkten.

Wie wird Ebola übertragen?

Das Ebola-Virus wird nicht über die Luft, sondern durch direkten Körperkontakt übertragen:

  • Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten infizierter Personen

  • Kontakt mit verunreinigten Gegenständen (z.B. Kleidung, medizinische Geräte)

  • Kontakt mit Verstorbenen, etwa bei traditionellen Bestattungsritualen

Auch der Übertragungsweg von Tier auf Mensch ist möglich, etwa durch Kontakt mit infizierten Wildtieren oder den Verzehr von rohem Wildfleisch (Bushmeat).

Welche Symptome sind typisch bei Ebola?

Ebola gehört zu den sogenannten viralen hämorrhagischen Fiebererkrankungen und verläuft häufig schwer. Die Symptome sind zu Beginn meist unspezifisch und ähneln einer Grippe, was eine frühzeitige Diagnose erschwert und die Verbreitung begünstigt. Möglich sind:

  • Plötzliches Fieber

  • Starke Müdigkeit und Muskelschmerzen

  • Kopf- und Gliederschmerzen

  • Später oft Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen

  • In schweren Fällen Blutungen und Organversagen

Wie kann Ebola behandelt werden?

Es kursieren mehrere Varianten des Ebola-Virus, unter anderem die Zaire-Variante, die Sudan-Variante und die Bundibugyo-Variante (aktueller Ausbruch). Gegen Bundibugyo existiert bislang kein wirksamer Impfschutz. Der gegen Ebola verfügbare Impfstoff wirkt nur gegen die Zaire-Variante, die unter anderem einen großen Ausbruch in den Jahren 2014 und 2015 mit über 11.000 Todesfällen verursachte.

Die Behandlung der Bundibugyo-Variante konzentriert sich auf die Stabilisierung des Kreislaufs, den Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten sowie eine intensive medizinische Betreuung. Je früher Infizierte medizinisch versorgt werden können, desto besser die Überlebenschancen.

Mit Material von dpa.