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Der ADAC

E-Ladesäulen müssen verbraucherfreundlich sein

Elektroauto wird geladen, Stecker von Nahem
Neues Tarifmodell an E-Ladesäulen: Ab Ende Januar wird das Tanken für Elektroautos deutlich teurer ∙ © Shutterstock/Naypong Studio

Der ADAC fordert Betreiber von Ladesäulen zu einer transparenten Preispolitik auf. Außerdem wird die Preisgestaltung einiger Ladesäulenbetreiber kritisiert. Grund ist ein neues Tarifmodell.

Für Kunden ohne Vertrag könnte es ab 31. Januar deutlich teurer werden, denn bei den betreffenden Anbietern erhalten nur Vertragskunden einen Stromrabatt. Kunden ohne Vertrag zahlen mit Umstellung dagegen deutlich mehr. Teilweise liegen die Preise für das Ad-hoc-Laden doppelt so hoch wie jene für Vertragskunden. ADAC Vizepräsident für Verkehr, Gerhard Hillebrand, kritisiert: „Ladesäulenbetreiber versuchen, vertragslose Kunden mit einem enormen Preisaufschlag in Verträge zu zwingen.“ Solche Preisunterschiede sind laut ADAC nicht akzeptabel, zumal es dafür keine technischen Gründe gibt.

Verbrauchskosten höher als bei Verbrenner n

Berechnet man die Stromkosten für ein Mittelklasse-Elektroauto mit einem Preis von 0,79 Euro pro kWh, fallen künftig beim Ad-hoc-Laden bis zu 15 Euro an Stromkosten für 100 Kilometer an. Die Spritkosten für 100 Kilometer mit einem vergleichbaren Benziner belaufen sich aktuell auf etwa zwölf Euro und mit einem Diesel auf sogar nur acht Euro.

Damit wird jede Möglichkeit, die höheren Anschaffungskosten von Elektroautos über günstigere Verbrauchskosten zu amortisieren, ins Gegenteil verkehrt. Bedenkt man, dass das Schnellladenetz in Deutschland noch recht löchrig ist, hat der Autofahrer besonders auf der Autobahn oftmals keine günstigere Alternative.

Elektroauto laden: Verbraucherfreundlich ist anders

Der ADAC setzt sich darüber hinaus für eine größere Transparenz an den Ladesäulen ein. Die Unterschiede bei der Nutzung von Ladesäulen und auch beim Bezahlen sind verwirrend. Kunden können an der Ladesäule oft nicht erkennen, welche Preise abgerechnet werden. "Von verbraucherfreundlichen Rahmenbedingungen beim Laden kann aktuell leider nicht die Rede sein", so ADAC Vizepräsident Hillebrand. Dabei sei dies eine entscheidende Grundvoraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität.

Deutschland braucht mehr Ladestationen

Aktuell gibt es in Deutschland rund 17.860 Ladestationen. Der ADAC hat eine Übersicht zum Strompreis für Elektroautos zusammengestellt. Laut dem Autogipfel im November 2019 haben sich Regierung und Industrie dazu verpflichtet, in den nächsten zwei Jahren zusätzlich 50.000 öffentliche Ladepunkte zu errichten; davon übernimmt die Automobilwirtschaft 15.000.