Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Drohnen: Diese neuen Regeln gelten

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/David Klein/Shutterstock
  • Neue Drohnenführerscheine: EU-Kompetenznachweis und EU-Fernpilotenzeugnis

  • Betreiber der Drohnen müssen sich ab 2021 vor dem Abflug online registrieren

  • Übergangsregeln für Bestandsdrohnen

Mit der Neuregelung werden einheitliche Grundregeln für alle EU-Länder sowie Norwegen, Island, Lichtenstein und die Schweiz festgelegt. Hintergrund ist die EU-Verordnung 2019/947. Daneben sind die Besonderheiten in den jeweiligen Ländern jedoch unbedingt zusätzlich zu beachten! Hier kann es Abweichungen z.B. von geografischen Flugverbotszonen geben.

In Deutschland werden die neuen Regelungen für die GEO-Zonen voraussichtlich Ende 2021 veröffentlicht. Bis dahin gelten die bisherigen Regelungen weiter, sofern nicht die neue EU-Verordnung speziellere Regeln enthält.

Registrierungspflicht für Drohnen

Betreiber von Drohnen müssen sich ab Anfang 2021 beim Luftfahrtbundesamt (LBA) online registrieren. Das gilt auch, wenn die Drohne nur im eigenen Garten fliegt.

Die Registrierungspflicht besteht für Drohnen ab 250 Gramm. Unter 250 Gramm Höchstabflugmasse besteht eine Registrierungspflicht nur, wenn die Drohne mit einem Sensor zum Erfassen personengebundener Daten (Kamera) ausgestattet ist.

Nach der Registrierung erhält jeder Betreiber eine Registriernummer. Sie gilt für jede Drohne des Betreibers. Diese Registriernummer muss physisch an geeigneter Stelle an der Drohne angebracht werden (z.B. am Batteriefach). Es muss sich hierbei nicht mehr um ein feuerfestes Schild handeln.

Aussetzung der Registrierungspflicht bis 30.April 2021

Das Luftfahrbundesamt hat bekannt gegeben, dass aus technischen und administrativen Gründen eine sofortige Registrierung aller betroffenen Betreiber von unbemannten Luftfahrzeugen nicht durchführbar ist.

Betreiber von unbemannten Luftfahrzeugen, die ihren Wohnsitz oder im Falle von juristischen Personen ihren Hauptgeschäftssitz in Deutschland haben, sind daher in der Zeit vom 31. Dezember 2020 bis zum 30. April 2021 von der geforderten Registrierungspflicht befreit.

Sie müssen die Registrierung während des genannten Zeitraums nicht abgeschlossen haben. Betreiber, die sich noch nicht registriert haben oder denen die individuelle Registrierungsnummer noch nicht zugewiesen wurde, müssen stattdessen ihren Namen und ihre vollständige Adresse auf dem unbemannten Luftfahrzeug anbringen. Name und Adresse sind in einer Form anzubringen, die eine leichte Identifizierung des Betreibers ermöglicht.

Wo gilt die neue EU-Drohnenverordnung?

  • in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU

  • in Norwegen, Island, Lichtenstein und der Schweiz

Ab wann gelten die neuen Regelungen?

  • Die sog. Durchführungsverordnung über die Vorschriften und Verfahren für den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge (Durchführungsverordnung 2019/947) gilt ab 31. Dezember 2020

  • Für Bestandsdrohnen gibt es Übergangsfristen

  • Vollständig anzuwenden ist die Verordnung spätestens ab 31. Dezember 2022

Neueinteilung der Drohnen in bestimmte Drohnenkategorien

Es wird zum einen nach dem Gewicht unterschieden und zum anderen nach dem jeweiligem Einsatzzweck bzw. der Art und Weise der Verwendung der Drohne. Es handelt sich um eine reine Risikobewertung. Ob der Drohnenpilot privat oder gewerblich aufsteigt, spielt keine Rolle.

Die Drohnen werden in folgende drei Kategorien (= Anwendungsszenarien) eingeteilt:

Neu: Fünf Drohnenklassen

Unabhängig von den drei Kategorien gibt es zukünftig fünf Drohnenklassen, wobei die jeweilige Klasse auf der Verpackung der Drohne angegeben sein muss, wenn die Drohne eine sog. CE-Zertifizierung erhalten hat. Aktuell ist nach unserem Kenntnisstand noch keine Drohne entsprechend zertifiziert.

Bei den fünf Drohnenklassen (= Risikoklassen) von C0 bis C4 geht es um die technischen Spezifikationen der Drohne selbst sowie um die persönlichen Voraussetzungen, um eine Drohne fliegen lassen zu dürfen.

Zusätzlich gibt es bei der Kategorie "Open" noch drei Unterkategorien, A1 bis A3, hier geht es im Wesentlichen um die Verhaltensregeln beim Fliegen selbst.

Was muss bei alten Drohnen (Bestandsdrohnen) beachtet werden?

  • Haftpflichtversicherungspflicht für alle Drohnen
    Von der normalen Privathaftpflichtversicherung sind Drohnen selten erfasst. Jeder, der eine Drohne in Deutschland aufsteigen lassen möchte, benötigt eine Drohnen-Haftpflichtversicherung. Und zwar unabhängig davon, ob die Drohne privat oder gewerblich genutzt wird. Es handelt sich um eine Pflichtversicherung für alle Drohnen, unabhängig von Größe und Gewicht.

  • Drohne unter 250 g
    Gebrauchsanweisung muss beachtet werden, es ist kein Drohnenführerschein erforderlich, die Regularien der offenen Kategorie (Open A1 – vergleiche Infogramm) sind einzuhalten.

  • Drohne ab 250 g bis unter 500 g
    Bis zum 31.12.2022 wird weiterhin kein Drohnenführerschein benötigt. Die Drohne darf in allen Unterkategorien der offenen Kategorie geflogen werden. Es gelten die EU-Drohnenregularien.
    Jedoch ist ab dem 1.1.2022 der sog. Kleine EU-Drohnenführerschein (= EU-Kompetenznachweis) zum Fliegen in der offenen Kategorie erforderlich.

  • Drohne ab 500 g bis unter 2 kg
    Sofern die Drohne nur in der Unterkategorie A3 betrieben wird, genügt der kleine EU-Drohnenführerschein (= EU-Kompetenznachweis). Soll die Drohne nicht in der Unterkategorie A3 betrieben werden, wird ein EU (Europäische Union-)Fernpiloten-Zeugnis benötigt. In diesem Fall darf die Drohne bis 50 m (horizontal) an Menschen herangeflogen werden (limited open A2).
    Alternativ darf bis zum 1. Januar 2022 die Drohne geflogen werden, wenn der Drohnenführer folgende drei Voraussetzungen erfüllt:
    1. Er ist Inhaber des bisherigen nationalen Kenntnisnachweises gem. § 21a Abs. 4 S. 3 Nr. 2 LuftVO. Die bisherige Einweisungsbescheinigung ist nicht ausreichend.
    2. Er hat den kleinen EU-Drohnenführerschein (= EU-Kompetenznachweis) erworben.
    3. Es liegt eine Selbsterklärung über die Durchführung der praktische Kenntnisse gemäß UAS (Unmannend Aricraft System) OPEN.030 vor.

  • Drohne ab 2 kg bis zu 25 kg
    Diese Drohnen dürfen nur in der Unterkategorie A3 betrieben werden. Hierfür ist der kleine EU-Drohnenführerschein (= EU-Kompetenznachweis) erforderlich.
    Alternativ darf bis zum 1. Januar 2022 mit einem bisherigen nationalen Kenntnisnachweis gem. § 21a Abs. 4 S. 3 Nr. 2 LuftVO in Deutschland geflogen werden. Eine Einweisungsbescheinigung ist nicht ausreichend.

Was man zu den neuen Drohnenführerscheinen wissen sollte

  • Es gibt zwei neue Drohnenführerscheine. Den EU-Kompetenznachweis und das EU-Fernpilotenzeugnis.

  • Der EU-Kompetenznachweis (offene Kategorie, Unterkategorie A1 und A3) kann ab dem 4.1.2021 beim Luftfahrt-Bundesamt durch Absolvierung eines Onlinetrainings und anschließender Onlineprüfung gemacht werden. Die Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen und kann beliebig oft wiederholt werden.

  • Das EU-Fernpilotenzeugnis wird für das Fliegen von Drohnen in der offenen Kategorie in Unterkategorie A2 benötigt. Voraussetzung für die Antragstellung dieses Zeugnisses ist, dass der Drohnenpilot bereits Inhaber des EU-Kompetenznachweises ist und eine Selbsterklärung über die Durchführung des praktischen Selbsttrainings vorliegt. Damit kann man sich bei einer vom LBA anerkannten Prüfstelle für die Onlineprüfung anmelden. Sie besteht aus 30 Multiple-Choice-Fragen.

  • Die neuen EU-Führerscheine sind jeweils fünf Jahre gültig.

Diese Flugregeln müssen unbedingt beachtet werden

  1. Vor dem Start z.B. im Internet prüfen, ob man sich in einer Flugverbotszone befindet

  2. Die maximale Flughöhe von 120 m darf – ohne Genehmigung – nicht überschritten werden

  3. Die Drohne muss während des Flugs immer in Sichtweite bleiben

  4. Drohnen müssen bemannten Luftfahrzeugen immer rechtzeitig ausweichen. Jegliche Behinderung oder Gefährdung anderer ist verboten

  5. Die Privatsphäre anderer muss gewahrt werden

  6. Der Betrieb von Drohnen in und über sensiblen Bereichen ist untersagt. Das sind z.B. Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen, Hauptverkehrswege, An- und Abflugbereiche von Flugplätzen

  7. Der Betrieb einer Drohne mit einem Gewicht von mehr als 250 g über Wohngrundstücken ist verboten. Das Gleiche gilt, wenn die Drohne – unabhängig von ihrem Gewicht – z.B. mit einer Kamera ausgerüstet ist

Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro.

Barbara Reeh
Fach-Autorin
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?