Deutschlandticket im Nahverkehr: Was es 2027 kosten soll

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Von Regina Ammel

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Zwei U-Bahnen fahren in Berlin
Landesweit im Nahverkehr gültig: Das Deutschlandticket© iStock.com/bluejayphoto

Im Januar 2027 wird das Deutschlandticket mehr als 63 Euro kosten. Wie hoch die Preissteigerung ausfällt, darüber wird schon jetzt spekuliert. Hier finden Sie alle wichtigen Infos rund um das Nahverkehrsticket.

  • Preisindex für Deutschlandticket beschlossen

  • Welche Sonderregeln für die Nutzung des Deutschlandtickets gelten

  • Deutschlandticket auch in der ADAC Trips App erhältlich

Das Deutschlandticket, mit dem mehr als 14 Millionen Menschen im Land Busse und Bahnen des Nahverkehrs sowie die 2. Klasse der Regionalzüge nutzen, ist bis Ende 2029 erst einmal gesichert. Der Bund stellt mehrere Milliarden Euro zur Verfügung, um den Erhalt des Sondertickets zu gewährleisten. Allerdings wird der aktuelle Preis von monatlich 63 Euro schon Anfang 2027 steigen.

Im März dieses Jahres hatten die Verkehrsminister der Länder einen Preisindex für das Deutschlandticket beschlossen. Wie hoch die Kosten 2027 tatsächlich sein werden, soll spätestens Ende September feststehen. Die Preisberechnung basiert künftig auf einem Kostenindex, der Personal-, Energie- und allgemeine Kosten enthält.

Deutschlandticket: Von 63 Euro auf fast 67 Euro?

Berechnungen zufolge dürfte der Preis des Tickets um einige Euro steigen: Das Daten-Team des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hat errechnet, dass das Monats-Abo zum 1. Januar 2027 vermutlich um 6,1 Prozent auf dann 66,80 Euro steigen könnte. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte bereits Anfang August einen Preis von 66,40 Euro errechnet und hierfür vor allem die gestiegenen Kosten für Dieselkraftstoffe genannt.

Das Deutschlandticket wurde im Mai 2023 als Nachfolger des zeitlich begrenzten 9-Euro-Tickets eingeführt. Zu Beginn kostete es 49 Euro monatlich. 2025 stieg der Preis auf 58 Euro und 2026 auf 63 Euro.

Deutschlandticket: Infos im Überblick

App oder stationär: Wo das Ticket erhältlich ist

Handydisplay mit der Deutschlandticket App
Mit der Deutschlandticket-App kann man das Abo online bestellen und verwalten© ddp/Piero Nigro

Erhältlich ist das Ticket über Apps oder die Deutsche Bahn sowie bei den regionalen Verkehrsunternehmen. Bei fast allen Anbietern ist ein eigener Account Grundvoraussetzung für die Nutzung. Praktisch: Den Start-Monat des Abos können die Kunden und Kundinnen flexibel wählen.

Es gibt einige Apps, die das Deutschlandticket anbieten wie zum Beispiel die Deutschlandticket-App, die man sich im App-Store oder im Google-Play-Store herunterladen kann. Die App bietet auch die Möglichkeit, zusätzliche Angebote wie Bike-Sharing oder E-Scooter-Sharing zu verknüpfen.

Wer kein Smartphone besitzt, kann das Abo auch persönlich an den stationären Verkaufsstellen der jeweiligen Verkehrsunternehmen abschließen oder am Computer online erwerben. An Fahrkartenautomaten werden meist keine Abos angeboten. Das Deutschlandticket ist als Chipkarte oder als Handyticket erhältlich.

Deutschlandticket gilt im Nahverkehr

Das Deutschlandticket gilt bundesweit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Dazu zählen unter anderem U- und S-Bahnen, Straßenbahnen, Trambahnen, Stadt- und Regionalbusse, aber auch Regionalzüge (Interregio Express (IRE), Regional Express (RE), Regionalbahn (RB). Das Ticket gilt zudem auf Fähren, wenn diese zum ÖPNV gehören wie beispielsweise in Hamburg oder in Berlin (über den Wannsee) und ist auch im Lufthansa Express Bus zum Münchner Flughafen gültig. Mit einem Preis von derzeit 63 Euro ist das Ticket günstiger als viele andere Abos in deutschen Großräumen.

Das Ticket gilt nicht in Fernverkehrs-Zügen wie ICE, IC oder EC. Ausnahme ist die Strecke Rostock – Stralsund, auf der das Deutschlandticket auch im Fernverkehr gilt, wenn der benutzte Zug eine Nahverkehrsfreigabe hat. Auch in privaten Reisebussen gilt es nicht.

Gut zu wissen: Es gibt auch einige Regionalexpress-Züge (RE), die von der DB Fernverkehr AG betrieben werden. In solchen Zügen könnte das Deutschlandticket auf bestimmten Streckenabschnitten nicht anerkannt werden. Reisende sollten in der DB Navigator App prüfen, ob ihre geplante Fahrt von der Ausnahme betroffen ist.

Deutschlandticket nur im Abo

Das Deutschlandticket gibt es nur als monatliches Abo. Und es gilt immer für den aktuellen Kalendermonat. Es ist zwar möglich, das Abo lediglich einen Monat zu nutzen, aber Vorsicht: Man muss auf jeden Fall wieder rechtzeitig kündigen, denn das Abo verlängert sich automatisch. Kündigen kann man im jeweiligen Abo-Portal.

Man kann das Ticket auch im Verlauf eines Monats erwerben, aber: Wer sich beispielsweise erst am 15. eines Monats für das Ticket entscheidet, muss trotzdem fast überall für den verbleibenden Zeitraum bis zum Ende des Monats die vollen 63 Euro zahlen. Außerdem kann er oder sie für den Folgemonat nicht mehr rechtzeitig kündigen. Die Kündigung muss nämlich spätestens bis zum 10. eines Monats für den Folgemonat erfolgen.

Das Deutschlandticket ist nicht übertragbar. Kinder unter sechs Jahren brauchen kein Ticket.

Gilt das Deutschlandticket im ICE und IC?

Nein. Das Deutschlandticket gilt nicht in Zügen, die durch die DB Fernverkehr AG oder andere Fernverkehrsanbieter wie z.B. FlixTrain betrieben werden. Dazu gehören IC, EC und ICE. Die Abo-Karte gilt auch nicht in Verkehrsmitteln, die überwiegend zu touristischen Zwecken betrieben werden, wie beispielsweise Sightseeing-Busse in Großstädten.

Ist das Abo mit dem Fernverkehr kombinierbar?

Ja. Dazu muss man aber beachten, dass:

  • für die Strecke im Fernverkehr ein separater Fahrschein zu lösen ist.

  • die Zugbindung nicht aufgehoben wird, wenn man seinen anschließenden Fernverkehrszug verpasst.

  • somit die kostenlose Nutzung eines späteren Zuges mit einer Fahrkarte mit Zugbindung (z.B. Sparpreise) nicht möglich ist. In diesem Fall können keine Erstattungsansprüche geltend gemacht werden.

Das Deutschlandticket gilt als Fahrkarte mit erheblich ermäßigtem Beförderungsentgelt. Dadurch entfällt der Anspruch durchgängiger Fahrgastrechte zwischen Nah- und Fernverkehr. Verpasst man seinen Anschlusszug, trägt man die Mehrkosten selbst.

Konkret bedeutet das, dass Reisende bei einer Kombination von Deutschland- und Fernverkehrsticket das Risiko haben, bei einer verpassten Zugverbindung ohne Entschädigung (in Bezug auf die Weiterfahrt mit dem Anschlusszug) dazustehen. Wer das nicht riskieren möchte, der bucht auf Nummer sicher eine Fahrkarte für die gesamte Reise und zahlt mehr.

Entschädigung bei Verspätung

Anders verhält es sich in Sachen Verspätung des Zuges, mit dem man reist. Bei Verspätung ab 60 Minuten, Zugausfall oder Streik können Nutzer und Nutzerinnen des Deutschlandtickets – wie alle anderen Pendler und Pendlerinnen auch – eine Entschädigungspauschale beantragen. Sie beträgt für Zeitfahrkarten des Nahverkehrs, wie beispielsweise dem Deutschlandticket, 1,50 Euro für die 2. Klasse.

Entschädigungsbeträge unter vier Euro werden aufgrund einer gesetzlichen Bagatellgrenze nicht ausgezahlt. Wiederholte Verspätungsfälle ab 20 Minuten können zusammengerechnet und gesammelt eingereicht werden.

Für viele Verkehrsverbünde übernimmt die Deutsche Bahn den Entschädigungsservice. So dürfen sich diejenigen, die beispielsweise ihr Abo für das Deutschlandticket bei der Münchner MVG abgeschlossen haben, trotzdem an die Deutsche Bahn wenden.

Kann man das Deutschlandticket im Ausland nutzen?

Wenige grenznahe Städte können auch mit dem Deutschlandticket angefahren werden. So zum Beispiel Salzburg und Kufstein in Österreich, Basel und Schaffhausen in der Schweiz, Świnoujście (Swinemünde/Usedom) in Polen sowie Venlo in den Niederlanden.

Freigegeben sind auch folgende grenznahe Strecken in Nahverkehrszügen:

  • Dänemark: Süderlügdum – Tønder

  • Frankreich: Berg (Pfalz) – Lauterbourg und Schweighofen – Wissembourg

  • Österreich: Pfronten-Steinach – Vils – Reutte (Tirol) – Ehrwald – Griesen; Salzburg; Kufstein

  • Polen: Görlitz – Zgorzelec sowie Hirschfelde – Krzewina Zgorzelecka – Hagenwerder

  • Tschechien: Zittau – Hradek nad Nisou, Bärenstein – Vejprty und Seifhennersdorf – Varnsdorf – Zittau

Zudem kann man die Züge des VRT nach Luxemburg von Rheinland-Pfalz aus nutzen. Außerdem gibt es viele grenzüberschreitende Busse, in denen man mit dem Deutschlandticket fahren kann. Etwa die ASEAG-Linie 24 ins belgische Kelmis.

Deutschlandticket als Jobticket

Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihren Beschäftigten das Deutschlandticket als Jobticket zur Verfügung zu stellen. Geben Firmen den Mitarbeitenden mindestens 25 Prozent Nachlass auf das Abo, gibt der Bund weitere fünf Prozent hinzu. Arbeitgeber müssen allerdings zuerst einen Vertrag mit einem Verkehrsunternehmen abschließen, damit sie ihren Arbeitnehmenden ein bezuschusstes Jobticket ermöglichen können. Die Abrechnungsvariante wird individuell mit dem Arbeitgeber ausgehandelt.

Das Jobticket kostet in diesem Jahr 44,10 Euro monatlich.

Deutschlandticket für Schüler und Studierende

Je nach Tarifgruppe kann sich das Deutschlandticket auch für Schülerinnen und Schüler lohnen. Da das Angebot für junge Menschen sehr vielfältig ist, sollte man dies vor dem Umstieg genau prüfen.

Was für die Mitnahme von Fahrrädern gilt

Fahrräder können nur in einigen Bundesländern kostenlos mitgenommen werden, ansonsten muss ein Extraticket gelöst werden. Bei der Deutschen Bahn kostet eine Fahrradtageskarte im Nahverkehr derzeit 7,50 Euro.

Achtung: Hat man sein Deutschlandticket bei einem Verkehrsverbund gekauft, bei dem die Mitnahme des Fahrrads kostenlos ist (wie zum Beispiel in Hamburg), nutzt dann aber beispielsweise die U-Bahn in München, muss der Ticketinhaber oder die -Inhaberin die besonderen Bestimmungen des dortigen Verkehrsverbundes beachten und gegebenenfalls eine Fahrkarte für das Fahrrad zusätzlich lösen.

Eintausch Führerschein gegen Deutschlandticket

Immer mehr deutsche Städte bieten ein zeitlich befristetes Deutschlandticket als Gegenleistung bei der Abgabe des Führerscheins an. Das Angebot richtet sich zum Teil an Seniorinnen und Senioren, zum Teil aber auch an einen größeren Personenkreis. Entsprechende Angebote gibt es unter anderem in Lübeck, Dortmund, Bonn und Leverkusen. Detaillierte Informationen erhält man bei den Stadtverwaltungen.

Wichtig zu wissen: Einmal abgegeben, erhält man den Führerschein nicht zurück. Wer das kostenlose Deutschlandticket bekommen möchte, verzichtet dauerhaft auf seine Fahrerlaubnis. Sie erlischt.

Abo-Bestellung: Probleme mit ausländischer IBAN

Manche Reisende – oder auch Deutsche, die im Ausland leben – scheitern bei der Abobestellung zum Deutschlandticket. Grund dafür: Bei einigen Anbietern braucht man ein inländisches Konto. Bei der Abfrage der IBAN-Nummer erlaubt das entsprechende System nur die Eingabe einer deutschen IBAN-Kennung. Sie beginnt mit den Buchstaben "DE" und hat 20 Ziffern.

Gut zu wissen: Die Abo-Bestellung auf den Seiten der Deutschen Bahn ist auch mit einer ausländischen Kontoverbindung möglich.

Mit Material von dpa.