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Corona: Schwimmen im Freibad und am See

Auf Liegewiesen oder im Schwimmbecken soll ein Mindestabstand eingehalten werden ∙ © imago images/HMB-Media

Gute Nachricht für Wasserratten: Nach langen Corona-Verzögerungen startet nun endlich die Freibadsaison, zumindest teilweise. Doch viele Badegäste sind verunsichert. Kann ich mich im kühlen Nass anstecken? Sind Schwimmen am See oder Wassersport erlaubt?

In normalen Jahren öffnen die Freibäder Anfang oder Mitte Mai. Doch in diesem Jahr blieben viele Frei- und Strandbäder wegen der Corona-Krise länger als üblich geschlossen. Über die Öffnung entscheiden die Bundesländer.

Das Problem: Die Corona-Auflagen (Hygiene, Mindestabstand) umzusetzen, ist in Schwimmbädern besonders schwer. Die Betreiber reagieren unterschiedlich auf diese Herausforderung. Manche haben die Saison komplett abgehakt, manche sitzen noch an der Entwicklung von Hygienekonzepten, die von den Behörden oder der Kommunen genehmigt werden müssen. Und das kann dauern. Damit ist klar, dass es eine reguläre Badesaison in diesem Jahr nicht geben kann.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) weist allerdings auf ihrer Internetseite* darauf hin, dass die organisatorischen Vorbereitungen zur Eröffnung der Freibäder vielerorts inzwischen abgeschlossen sind.

Ansteckungsgefahr im Freibad-Wasser eher gering

Zwar lauert die Gefahr einer Ansteckung auch hier, etwa am Beckenrand oder an den Duschgriffen. Die Gefahr, sich dagegen beim Planschen und Schwimmen mit Sars-CoV-2 zu infizieren, halten Virologen für nicht besonders hoch.

Das Wasser in den Schwimmbecken wird nach Informationen der DGfdB aufbereitet und desinfiziert, sodass vermutlich auch das Coronavirus unschädlich gemacht wird. Eine Einschätzung, die offenbar auch von der WHO geteilt wird. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen werde.

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Auf was sich Besucher in Freibädern einstellen müssen

Wer ein Frei- oder Strandbad besuchen will, muss den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Schwer vorstellbar in gut besuchten Badeanstalten. Wer also einen Besuch im Frei- oder Strandbad plant, muss sich auf Folgendes einstellen:

  • verkürzte Öffnungszeiten (eventuell Online-Tickets mit Zeitfenstern)

  • Warteschlangen an Kassen, vor Schwimmbecken, vor Umkleidekabinen

  • Registrierung der Badegäste

  • reduzierte Besucherzahl auch im Becken

  • Sperren oder Teilsperren bestimmter Bereiche (z.B. Wasserrutschen, Whirlpools)

  • Einschränkungen beim Verkauf von Essen und Trinken (z.B. keine Selbstbedienung aus Getränkespendern)

  • Eingeschränkte Liegeflächen

  • Nicht überall werden Umkleidekabinen und Schließfächer zur Verfügung stehen

  • Bademeister und spezielles Sicherheitspersonal kontrollieren Abstandsregelungen

  • Maskenpflicht in geschlossenen Räumen

  • Verleih von Schwimmutensilien wie Schwimmnudeln und Tauchringen ist ausgesetzt

Schwimmen im See, Fluss oder Meer

Wer auf der Suche nach Abkühlung in den See, den Fluss oder ins Meer springen will, darf dies prinzipiell tun, außer es besteht ein generelles Verbot für ein bestimmtes Gewässer. Sport und Bewegung an der frischen Luft ist in allen Bundesländern unter Einhaltung der geltenden Abstandsregelungen erlaubt.

Und auch die Ansteckungsgefahr in natürlichen Gewässern ist nach Ansicht vieler Experten gering, weil die Konzentration potenziell infektiöser Viruspartikel in Sekundenschnelle stark verdünnt wird. Doch auch in der freien Natur gibt es Einschränkungen. Sich mit Decke und Picknick am See- oder Flussufer niederlassen, wo sich schon hundert andere Menschen tummeln? Ein No-Go in Corona-Zeiten. In etlichen Bundesländern ist Grillen in der Natur ebenfalls tabu.

Appell der DLRG an Wasserratten

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) warnt vor dem Baden im See oder Fluss. Nicht überall stehen ehrenamtliche Wasserretter zur Verfügung, die für die erforderliche Sicherheit sorgen. "Bleibt an Land - so schwer es auch fällt! Gefährdet nicht euch selbst und schon gar nicht andere - im Ernstfall eure Retter."

Auch wer an einem Nord- oder Ostseestrand das kühle Nass aufsucht, sollte besonders vorsichtig sein. Die Wachsaison der Lebensretter, die normalerweise am 15. Mai beginnt, verzögert sich. Badegäste müssen sich also darauf einstellen, dass der Strandabschnitt vorerst unbewacht bleibt.

Wassersport: Stand Up Paddling wieder erlaubt

Unabhängig von den regionalen Ausgestaltungen der Corona-Bestimmungen erlauben die Bundesländer inzwischen auch den kontaktfreien Wassersport wieder. Dazu zählen Tauchen, Bootfahren mit Segel- oder Ruderbooten, Wasserski, Stand Up Paddling, Kite- und Windsurfen etc. Verleihstationen stehen in den Startlöchern oder haben bereits den Betrieb wieder aufgenommen.

Hallenbäder bleiben länger geschlossen

Bis wann Hallenbäder und Wellness-Einrichtungen wieder Besucher empfangen können, ist derzeit noch unklar. Viele von ihnen werden vermutlich nicht vor Herbst öffnen.

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