Grenzkontrollen: Deutschland will Grenzen weiter kontrollieren
Von Redaktion

Die verstärkten Grenzkontrollen bei der Einreise nach Deutschland sollen erneut verlängert werden. An zahlreichen Grenzübergängen müssen Autofahrende daher mit Wartezeiten rechnen. Das gilt teilweise auch bei der Ausreise.
An diesen Grenzübergängen müssen Sie mit Wartezeiten rechnen
Grenzkontrollen betreffen auch Bahnreisende
Kontrollen sollen bis 15. März 2027 verlängert werden
Um die Zahl der unerlaubten Einreisen stärker einzudämmen, sollen die vorübergehenden Binnengrenzkontrollen über den 15. September 2026 hinaus um ein weiteres halbes Jahr verlängert werden. Verstärkt hatte die Kontrollen an deutschen Landgrenzen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kurz nach seiner Amtsübernahme im Mai 2025.
Systematische Grenzkontrollen sind im Schengen-Raum grundsätzlich nicht vorgesehen. Über eine zeitlich begrenzte Wiedereinführung entscheidet der Mitgliedstaat. Die EU-Kommission kann jedoch prüfen, ob die Maßnahme notwendig und verhältnismäßig ist.
Diese Grenzkontrollen gibt es bei der Einreise
Kontrollen bei der Einreise nach Deutschland gehören für viele mittlerweile zum Alltag. Schwerpunkt ist seit 2015 die Kontrolle bei der Einreise aus Österreich. Es folgten 2023 Kontrollen an mehreren Grenzübergängen zu Polen, Tschechien und der Schweiz.
Seit September 2024 finden auch Kontrollen an den Landesgrenzen zu Frankreich, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg statt. Die Auswirkungen auf Pendlerinnen und Pendler sollen so gering wie möglich gehalten werden. Hier finden vor allem stichprobenartige Kontrollen statt.
Von den Kontrollen betroffen sind nicht nur Autofahrende. Auch für Bahnreisende kann es zu Verzögerungen kommen.
An diesen Grenzen müssen Sie mit Wartezeiten rechnen
Die Grenzkontrollen führen je nach Verkehrsaufkommen regelmäßig zu Staus und Wartezeiten. Besonders gefährdet sind immer wieder folgende Grenzübergänge:
Österreich: Die Autobahnübergänge Suben (A3 Linz – Passau), Walserberg (A8 Salzburg – München) und Kiefersfelden (A93 Kufstein – Rosenheim).
Polen: Staus wurden vor allem am Grenzübergang A12 bei Frankfurt (Oder) auf polnischer Seite (A2) registriert. Betroffen sind aber auch die Grenzstellen Pomellen/Stettin (A11), Forst (A15) und Ludwigsdorf/Görlitz (A4).
Tschechien: Unter anderem wird auf der A17 Prag – Dresden verstärkt kontrolliert, was zeitweise Staus am Grenzübergang Breitenau-Schönwald verursacht. Auch an den bayerisch-tschechischen Übergängen wie z.B. Selb, Schirnding oder Waidhaus (A6) können Wartezeiten nicht ausgeschlossen werden.
Ausreise aus Deutschland: Kontrollen an diesen Grenzen
Eine ausführliche Liste aller Grenzkontrollen führt die EU-Kommission. Ein Überblick (Stand August):
Polen: Es werden Kontrollen bei der Einreise von Deutschland nach Polen durchgeführt. Zu Staus und Wartezeiten kommt es insbesondere an den Autobahnübergängen A4 Ludwigsdorf (Görlitz), A11 Pomellen (Stettin), A12 Frankfurt (Oder) und A15 Forst. Die Maßnahme ist vorerst bis 1. Oktober 2026 geplant.
Dänemark hat die Kontrollen bei der Einreise aus Deutschland bis 11. November wieder aufgenommen. Diese erfolgen hauptsächlich variabel.
An den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Frankreich finden bei der Einreise nach Frankreich vorübergehend wieder Grenzkontrollen statt, um terroristische Aktivitäten, irreguläre Migration und Schmuggel zu verhindern und die innere Sicherheit zu gewährleisten. Sie gelten an den Grenzen zu Deutschland, Luxemburg, der Schweiz, Belgien, Italien und Spanien. Kontrolliert wird an den Land-, Luft- und Seegrenzen. Die Regelung ist vorerst bis 31. Oktober 2026 geplant.
Die Niederlande kontrollieren ihre Grenzen mit mobilen Teams. Der private Grenzverkehr und Lkw-Transporte sollen so wenig wie möglich behindert werden. Die Maßnahme gilt vorerst bis 30. September 2026.
Bei der Einreise nach Österreich gibt es keine systematischen Kontrollen. Stichprobenartig kontrolliert wird nur bei besonderen Anlässen (z.B. internationalen Großveranstaltungen oder Terrorgefahr).
Hier finden Sie Infos zu den aktuellen Wartezeiten von und nach Österreich.
An allen weiteren Grenzübergängen zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern (Tschechien, Belgien, Luxemburg und Schweiz) finden bei der Einreise in das jeweilige Land keine systematischen Kontrollen statt.
Grenzkontrollen: Keine Reisen ohne Ausweis
Gut zu wissen: Deutschland und alle seine Nachbarstaaten sind Mitglieder des Schengener Abkommens über den freien Personenverkehr. Dennoch besteht die Pflicht, an der Grenze bei Aufforderung einen gültigen Personalausweis oder Reisepass vorweisen zu können. Dies gilt nicht nur für Autofahrten, sondern auch für Reisende mit der Bahn.