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Der ADAC

Coronavirus: Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

Deutsche Polizisten kontrollieren an der Grenze zu Österreich
Grenzkontrollen: Das österreichische Bundesland Tirol gilt derzeit als Virusvarianten-Gebiet ∙ © imago images/MiS

Trotz der hohen Corona-Fallzahlen in den europäischen Reiseländern sind die meisten deutschen Außengrenzen prinzipiell offen. Das sollten Sie wissen, wenn Sie mit dem Auto in eines der Nachbarländer fahren oder von dort zurückkehren wollen.

  • Update: Französisches Département Moselle ist Virusvarianten-Gebiet

  • Strenge Grenzkontrollen zu Tirol und Tschechien

  • Quarantäne bei Einreisen nach Österreich, Belgien und in die Niederlande

  • Quarantänepflicht in Deutschland für Rückkehrer aus Risikogebieten

Einreise nach Frankreich durch Lockdown erschwert

Die Grenzen zu Frankreich sind prinzipiell offen. Für die Einreise benötigt man allerdings einen negativen Covid-19-PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Zusätzlich zum Test muss man ein Gesundheitsformular* ausfüllen und bei Kontrollen vorlegen können.

Ausnahmen von der Corona-Test-Pflicht gelten nur im kleinen Grenzverkehr für Fahrten im Umkreis von weniger als 30 Kilometer vom eigenen Wohnort, die nicht länger als 24 Stunden dauern. Außerdem von der Testpflicht ausgenommen sind Berufskraftfahrer und Kinder unter elf Jahren.

Einreise zwischen 18 und 6 Uhr nur mit triftigem Grund

Laut Informationen der Landesregierung des Saarlandes* benötigen Deutsche für die Einreise nach Frankreich zusätzlich einen triftigen Grund, wenn diese während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen in Frankreich erfolgt.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten landesweit zwischen 18 und 6 Uhr. Zu beachten ist, dass dann nicht nur die Einreise betroffen ist, sondern man im genannten Zeitraum generell in Frankreich nur aus einem triftigen Grund unterwegs sein darf.

Um bei Bedarf einen triftigen Grund nachzuweisen, müssen Reisende ein Formular in französischer Sprache ausfüllen und dabei haben. Dieses kann man mit einer deutschsprachigen Ausfüllhilfe auf der Internetseite der Saarländischen Landesregierung* herunterladen. Den im Formular angegebenen Grund muss man bei Kontrollen gegebenenfalls mit zusätzlichen Dokumenten belegen können.

An den Grenzen ist generell mit verstärkten Kontrollen, Wartezeiten und gegebenenfalls Zurückweisungen zu rechnen.

Sonderregelung für das Département Moselle:

  • Wer aus privaten Gründen (Berufspendler sind vorerst ausgenommen) aus Deutschland ins Département Moselle einreist – dieses grenzt an das Saarland und an Rheinland-Pfalz – muss seit 1. März auch dann einen negativen PCR-Test vorlegen, wenn das Fahrtziel weniger als 30 Kilometer vom eigenen Wohnort entfernt liegt und der Aufenthalt in Frankreich unter 24 Stunden dauert.

  • Da die Bundesregierung das Département Moselle als Virusvarianten-Gebiet einstuft, müssen Reisende und Berufspendler, die nach Deutschland einreisen, besondere Test- und gegebenenfalls Quarantänebestimmungen beachten.

  • Zur besseren Abwicklung der Corona-Tests wurde dazu bei Saarbrücken (Grenzübergang A6/Goldene Bremm) ein deutsch-französisches Testzentrum* eingerichtet. Dieses ist täglich zwischen 6 und 22 Uhr geöffnet. Berufspendler können im Testzentrum auch Online-Termine* vereinbaren.

  • Laut Aussage von Bundesaußenminister Heiko Maas wird es weiterhin keine stationären Grenzkontrollen geben.

  • Der grenzüberschreitende Nahverkehr mit Bus und Bahn ist seit 2. März eingestellt.

Rückkehr aus einem Risikogebiet nach Deutschland

In ganz Deutschland gilt jetzt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Alle Details zu Quarantäne und Testpflicht sowie zum digitalen Einreiseformular finden Sie hier. Ebenso alles Wichtige zur Einreise aus Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten.

Verschärfte Ein- und Ausreiseregeln für Österreich

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat das österreichische Bundesland Tirol zum Virusvarianten-Gebiet erklärt. Davon ausgenommen sind der Bezirk Lienz (Osttirol) sowie die Gemeinde Jungholz und das Rißtal westlich des Achensees, die beide nur von Deutschland aus erreichbar sind. Die Bundesregierung führt bis mindestens 17. März strenge Grenzkontrollen zu Tirol durch:

  • Einreisen dürfen prinzipiell nur noch deutsche Staatsbürger und Personen mit einem Aufenthaltstitel für Deutschland.

  • Bei der Einreise ist ein vorab durchgeführter negativer Corona-Test verpflichtend. Anschließend muss man sich in Quarantäne begeben.

  • Ausnahmen vom Einreiseverbot (aber nicht von der Testpflicht) gibt es für Berufspendler, die in systemrelevanten Branchen arbeiten. Sie benötigen von den Behörden ausgestellte individuelle Bescheinigungen, die an der Grenze vorzuzeigen sind.

Österreich hat ebenfalls die Einreiseregeln verschärft: Wer nach Österreich fährt, muss generell einen negativen Covid-19-Test vorweisen. Zusätzlich ist eine 10-tägige Quarantäne einzuhalten. Dazu ist ein Quarantäne-Formular* (pdf) auszufüllen und bei der Einreise vorzulegen. Sonderregeln gelten für Berufspendler und einen engen Kreis weiterer berechtigter Personen (z.B. Berufskraftfahrer). Auch der Transit ist weiterhin ohne Quarantäne möglich (kein Zwischenstopp!).

Weitere Hinweise und Informationen gibt es hier:
Österreich in Corona-Zeiten: Das müssen Reisende jetzt wissen

Alle Einreisenden müssen sich zudem online registrieren (Formular*). Dabei muss eine Adresse in Österreich vermerkt werden und möglichst angegeben sein, wie lange man im Land bleiben will. Hat man einen Covid-19-Test im Ausland absolviert, kann man ihn ebenfalls hochladen. Bei Kontrollen muss die Registrierungsbestätigung elektronisch oder ausgedruckt vorgezeigt werden.

Ziel der verschärften Maßnahmen ist es, vor allem Tagesausflüge und den Skitourismus einzudämmen. Dazu werden nicht nur die Kontrollen an den Grenzen, sondern auch in den Skigebieten massiv verstärkt. Auch bei der Rückkehr aus Österreich müssen sich Reisende auf eine verschärfte Schleierfahndung auf deutscher Seite einstellen.

Seit 8. Februar warnt die österreichische Regierung ausdrücklich vor Reisen ins Bundesland Tirol. Grund ist das verstärkte Auftreten von Coronavirus-Mutationen. Seit dem 12. Februar ist die Reise in ein anderes österreichisches Bundesland nur noch mit einem maximal 48 Stunden alten, negativen Corona-Test möglich. Ausgenommen davon sind Kinder sowie der Güterverkehr und die Durchreise ohne Zwischenstopp.

Komplizierte Transitregeln durch Österreich

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat das österreichische Bundesland Tirol zum Virusvariantengebiet erklärt und Deutschland hat die Einreise aus Tirol massiv eingeschränkt. Dies hat auch Ausirkungen auf Transitfahrten.

Die aktuellen Regeln im Überblick:

  • Privatpersonen, die von Deutschland durch Tirol nach Italien wollen, dürfen nach österreichischen Vorgaben in Tirol keinen Zwischenstopp einlegen. Aufgrund italienischer Bestimmungen dürfen sie nur nach Italien einreisen, wenn sie sich zuvor nicht länger als 12 Stunden in Österreich (nicht nur Tirol) aufgehalten haben. Dies müssen sie an der Grenze durch ein Formular bestätigen.

  • Wer durch Österreich nach Deutschland zurückkehrt, muss sich nach der Einreise umgehend in Quarantäne begeben. Dies unabhängig davon, ob er durch Tirol oder andere Teile Österreichs fährt. Nicht nur Österreich, sondern auch alle österreichischen Nachbarländer (z.B. Italien, Schweiz, Slowenien) gelten als Risikogebiete, die eine Quarantäne nach sich ziehen. Im Falle eines Transits durch Tirol können sich dabei zusätzliche Auflagen ergeben.

  • Lkw-Fahrer, die im Transit aus Italien durch Tirol nach Deutschland wollen, dürfen nur nach Österreich einreisen, wenn ihre Weiterfahrt nach Deutschland gewährleistet ist. Dazu werden die Vorgaben von deutscher Seite (PCR-Test, Einreiseanmeldung, evtl. Sondergenehmigungen) bereits von den österreichischen Behörden kontrolliert. Damit soll sichergestellt werden, dass die Lkw nicht in Österreich hängen bleiben. Dies führt zu beträchtlichen Lkw-Staus an den italienisch-österreichischen Grenzen (vor allem am Brenner) und kann auch den Pkw-Verkehr erheblich behindern.

Grenzen zu Dänemark für deutsche Urlauber geschlossen

Die Regierung in Kopenhagen hat Deutschland als Corona-Risikogebiet eingestuft. Personen mit Wohnsitz in Deutschland dürfen nur noch bei Vorliegen eines triftigen Grundes einreisen. Die Gründe müssen an der Grenze nachgewiesen werden. Urlaubsreisen nach Dänemark sind nicht mehr gestattet.

Als triftige Gründe gelten zum Beispiel berufliche Fahrten, der Besuch von Lebenspartnern beziehungsweise Angehörigen, die Teilnahme an Begräbnissen oder Reisen aus medizinischen Gründen. Eine Liste der triftigen Gründe findet man auf Englisch bei den dänischen Behörden*.

Auch bei Vorliegen eines triftigen Grundes ist bei der Einreise ein höchstens 24 Stunden alter negativer Covid-19-Test vorzulegen. Neben PCR-Tests werden auch Schnelltests anerkannt. Spätestens 24 Stunden nach der Einreise auf dem Land- oder Seeweg muss ein zusätzlicher PCR-Test vorgenommen werden. Darüber hinaus ist eine 10-tägige häusliche Quarantäne einzuhalten. Sonderbestimmungen gibt es u.a. für Berufspendler und im gewerblichen Verkehr.

Für Einwohner Schleswig-Holsteins gilt eine generelle Ausnahmeregelung: Diese dürfen einreisen, wenn sie einen triftigen Grund und einen negativen Corona-Test (PCR- oder Schnelltest) nachweisen, der nicht älter als sieben Tage ist. Mit einem höchstens 24 Stunden alten negativen Covid-19-Test (PCR- oder Schnelltest) dürfen sie auch dann nach Dänemark, wenn sie keinen triftigen Grund vorweisen können.

Reine Transitfahrten durch Dänemark bleiben hingegen erlaubt, wenn die Weiterreise ins Zielland sichergestellt ist (im Falle von Schweden ist dies bis mindestens 14. Februar nicht der Fall) oder die Reisenden nach Deutschland zurückkehren und zudem keine Krankheitssymptome aufweisen. Dies gilt auch, wenn man über Dänemark die Sylt-Fähre erreichen will. Hier finden Sie nähere Informationen* in englischer Sprache.

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, raten Bund und Länder von nicht zwingend notwendigen Reisen bis mindestens 28. März ab. Was gilt bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands überhaupt möglich?

  • Für die meisten Länder gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiven Corona-Infektionswelle sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslandsurlaub derzeit sinnvoll ist.

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt: Jeder Reisende ist selbst dafür verantwortlich, sich darüber zu informieren. Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind möglich.
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

  • Bei der Rückkehr nach Deutschland aus einem Risikogebiet gelten allerdings Quarantäneregelungen.

Tschechien: Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ganz Tschechien zum Virusvariantengebiet erklärt. Die Bundesregierung führt deshalb bis mindestens 17. März strenge Grenzkontrollen durch:

  • Einreisen dürfen prinzipiell nur noch deutsche Staatsbürger und Personen mit einem Aufenthaltstitel für Deutschland.

  • Bei der Einreise ist ein vorab durchgeführter negativer Corona-Test verpflichtend. Anschließend muss man sich in Quarantäne begeben.

  • Ausnahmen vom Einreiseverbot (aber nicht von der Testpflicht) gibt es für Berufspendler, die in systemrelevanten Branchen arbeiten. Die Behörden definieren Betriebe als systemrelevant. Dementsprechend stellen Arbeitsgeber individuelle Bescheinigungen aus, die an der Grenze vorzuzeigen sind. Die Pendler müssen sich täglich testen lassen.

  • Sachsen hat die Einreisemöglichkeiten für Berufspendler inzwischen erweitert. Während bislang Pendler in den Bereichen Medizin und Pflege sowie Nutztierhaltung und Güterverkehr trotz verschärfter Kontrollen einreisen konnten, betrifft das nun auch andere Branchen.

Für die Einreise nach Tschechien sind die Grenzübergänge prinzipiell geöffnet. Wegen des Lockdowns in Tschechien sind aber touristische Reisen bis auf Weiteres verboten. Erlaubt sind nur Fahrten aus triftigen Gründen.

Reisende, die einen triftigen Grund haben, müssen für die Einreise nach Tschechien ein Online-Formular* ausfüllen und einen negativen Covid-19-PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Ohne negativen Test muss man sich in Quarantäne begeben. Von der Testpflicht ausgenommen sind nur bestimmte Personengruppen (u.a. Lkw-Fahrer), und auch nur dann, wenn der Aufenthalt in Tschechien nicht länger als 24 Stunden dauert.

Quarantäneregeln: Niederlande, Belgien und Polen

  • In den Niederlanden müssen Reisende aus Deutschland seit 23. Januar eine 10-tägige Quarantäne einhalten, die mit einem negativen PCR-Test frühestens nach fünf Tagen vorzeitig beendet werden darf. Ausnahmen* von der Quarantänepflicht gibt es unter anderem für Berufspendler und Berufskraftfahrer. Bereits seit Dezember müssen alle Flugreisenden beim Einchecken einen negativen PCR-Test vorweisen, wenn sie in die Niederlande fliegen wollen. Gleiches gilt für Reisende per Zug, Bus oder Schiff. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Der negative Test, der für die Einreise in die Niederlande benötigt wird, ist kein Ersatz für die Quarantäne. Diese Regel gilt auch für Transitreisende.

  • In Belgien müssen sich Reisende, die länger als 48 Stunden im Land bleiben, umgehend für mindestens sieben Tage in Quarantäne begeben und sich am 7. Tag des Aufenthalts in Belgien testen lassen. Sie erhalten eine SMS der belgischen Behörden, mit der sie zu einem Testzentrum gehen können.

  • In Polen gilt bis auf weiteres eine 10-tägige Quarantänepflicht für Personen, die per Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff einreisen. Die Einreise mit einem Privatfahrzeug ist davon ausgenommen.

Weitere Einschränkungen im Grenzverkehr möglich

Angesichts steigender Coronavirus-Fallzahlen in den Nachbarländern schließt die Bundesregierung weitere Einschränkungen im Grenzverkehr von Seiten der deutschen Behörden nicht aus.

Derzeit können Reisende die deutschen Außengrenzen zu Polen, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden prinzipiell passieren. Es gelten jedoch fast überall Auflagen. Sowohl im Nachbarland, als auch bei der Rückkehr nach Deutschland droht zudem eine Quarantäne. Wartezeiten an den Grenzen sind möglich.

Mittlerweile gelten alle direkten Nachbarländer Deutschlands fast ausnahmslos als Risikogebiete:

  • Dänemark: Das ganze Land (außer der Region Midtjylland, der Färöer-Inseln und Grönland)

  • Niederlande: Das ganze Land

  • Belgien: Das ganze Land

  • Luxemburg: Das ganze Land

  • Frankreich: Das ganze Land (als Virusvarianten-Gebiet gilt das Departement Moselle)

  • Schweiz: Das ganze Land

  • Österreich: Das ganze Land (außer den Gemeinden Mittelberg und Jungholz, die nur über Deutschland erreichbar sind. Als Virusvarianten-Gebiet gilt das Bundesland Tirol)

  • Polen: Das ganze Land

  • Tschechien (Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebiet): Das ganze Land

Mit Material von dpa.

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