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Methodik & Hintergrund

  • Grundlagen der Auswertungen in der ADAC Pannenstatistik
    Die ADAC Straßenwachtfahrer erfassen jede Pannenhilfe elektronisch und legen diese in einer Datenbank ab. Registriert werden u. a. Typ, Zulassungsjahr, Motorart, Kilometerstand, das defekte Bauteil und die Fehlerursache. Diese Daten helfen auch bei künftigen Pannen, die Ursachen schneller zu finden und zu beheben. Die Karosserieform und Antriebsart (z. B. Kombi oder Coupé, Front- oder Allradantrieb) sind für die Pannenursache nicht entscheidend und werden daher nicht erfasst. Unterschiedliche Typen, die auf einer gemeinsamen Technik aufbauen, werden zusammengefasst (z. B. VW Golf/Jetta).

    Die ADAC Pannenstatistik wurde bis 2013 für Fahrzeugmodelle der ersten sechs Zulassungsjahre veröffentlicht. Dadurch sollte der Fahrereinfluss (z.B. Pflege und Wartung) auf den technischen Zustand des Fahrzeugs möglichst ausgeblendet werden. Festgestellte Mängel waren in der Regel dem Hersteller anzulasten. Der damit ausgeübte mediale Druck auf die Hersteller zur Produktverbesserung führte zu einer positiven Entwicklung kapitaler Pannen seit Beginn der Pannenstatistik. Die Zahl der Pannen ist von über 23 (1978) auf unter 3 (2013) pro 1.000 Fahrzeuge gesunken.

    Durch die geringen Pannenzahlen in den ersten beiden Betriebsjahren und das für Autofahrer gesunkene finanzielle Risiko durch die längeren Garantiezeiten ist eine Differenzierung in den ersten Betriebsjahren inzwischen weniger sinnvoll. Die Pannenkennzahlen unterscheiden sich oft nur noch in der zweiten oder dritten Nachkommastelle.

    Aus diesem Grund und da die Fahrzeuge in Deutschland im Durchschnitt immer älter werden, wird seit der Pannenstatistik 2014 der Fokus auf die Zulassungsjahre drei bis zehn gelegt. Zwar nimmt der Einfluss durch die entsprechende Fahrzeugpflege und -wartung zu. Andererseits macht es für einen Gebrauchtwagenkäufer nicht den entscheidenden Unterschied, warum eine mögliche Panne entsteht – wichtig sind die Informationen über typische und mögliche Schwachstellen an einem Modell. Und hier gibt die Pannenstatistik wertvolle Hinweise.

    Überdies steigt damit auch die Anzahl der in der Statistik berücksichtigten Pannenfälle; der Einfluss der Assistance-Fälle sinkt, die Möglichkeit der Differenzierung zwischen den Modellen und Zulassungsjahren nimmt zu.

    Als weitere Maßnahme werden zur Steigerung der Transparenz die Pannenkennzahlen anstelle der bisher verwendeten Notensymbole publiziert. Auf die Erstellung einer Rangliste wird verzichtet. Um weiterhin einen schnellen Überblick über gute und weniger gute Fahrzeugmodelle zu gewährleisten, werden die Pannenkennzahlen je Jahr farbig unterlegt, von grün = sehr wenige Pannen, bis rot = sehr viele Pannen.
  • Die Datenbasis für die Pannenstatistik setzt sich folgendermaßen zusammen

    Grundsätzlich gilt: Fälle, in denen der ADAC gerufen wurde, weil ein Fahrzeug z. B. im Notlaufmodus noch zur Werkstatt fahren konnte, tauchen nicht in der Statistik auf.

    Schritte bei der Generierung der finalen Datenbasis für die Pannenstatistik:


    1. Neben den 1.800 ADAC Straßenwachtfahrern erbringen auch rund 1.000 Straßendienstpartner im Auftrag des Clubs Pannenhilfe. Letztere führen keine detaillierten Aufzeichnungen, können daher zur Statistik keine Daten beitragen.

    2. Jeder Hersteller oder Importeur bietet eigene „Assistance“-Dienste an, teilweise erbringt sie der ADAC im Auftrag. Um Verzerrungen der Statistik zu vermeiden und Gleichstand herzustellen, müssen die Assistance-Fälle unberücksichtigt bleiben.

    3. Selbstverschuldete Pannen (z. B. wegen Spritmangel) oder Reifendefekte werden nicht eingerechnet.

    4. Die Pannenstatistik enthält nur Modelle des dritten bis zehnten Zulassungsjahres.

    5. Die Modelle müssen in einem Jahr mindestens 10.000 Zulassungen in einem und 7.000 in mindestens einem weiteren Jahr (bei EZ vor 1 bis 10 Jahren) haben.


    Aus der Gesamtzahl gemeldeter Pannen wird eine repräsentative Datenbasis ermittelt:

    • 3.980.918 Pannen insgesamt
    • 2.438.120 Pannen ADAC Straßenwacht (siehe 1.)
    • 2.324.403 ohne Assistance- u. Nichtmitgliederfälle (siehe 2.)
    • 1.439.861 ohne selbstverschuldete Pannen (siehe 3.)
    • 446.731 Pannen bis 3.-10. Zulassungsjahr (siehe 4.)
    • 376.069 Pannen im Jahr 2015 nach ADAC Veröffentlichungskriterien (siehe 5.)

  • Zertifizierung und Prüfung durch Dritte
    Die Pannenstatistik ist seit 2006 zertifiziert nach ISO 9001:2000 und seit 2013 nach ISO 9001:2008. Alle drei Jahre findet hierzu eine entsprechende Auditierung durch die international anerkannte Zertifizierungsstelle DQS statt. Jährlich dazwischen gibt es eine Re-Zertifizierung und ein internes Audit.

    Zusätzlich wurde vor dieser Veröffentlichung das Berechnungsverfahren durch ein wissenschaftliches Gutachten von Professoren der Universitäten Twente und Groningen überprüft und das Vorgehen und die Ergebnisse für valide bezeichnet.
  • Häufige Fragen und Antworten

    Wie wird festgelegt, welches Feld welche Farbe bekommt?

    Die Farben dienen lediglich als Hilfestellung, um die Ergebnisse schneller zu erfassen und sind nach Erstzulassungsjahren festgelegt (Spalten!) Dabei erhalten immer die niedrigsten 15 % eine dunkelgrüne Färbung, die schlechtesten 5 % eine rote Färbung. Dazwischen werden die drei Farben hellgrün, gelb und orange so verteilt, dass die Abstände gleich groß sind.

    Warum sind nicht alle Felder gefüllt?

    Es werden nur dann Werte angezeigt, wenn mindestens 7.000 Fahrzeuge am Jahresanfang des untersuchten Jahres zugelassen waren. Dadurch wird verhindert, dass statistische Ausreißer das Bild verzerren.

    Warum fehlt das Modell "xy"?

    Es werden nur Modelle angezeigt, die in mindestens einem der berichteten Jahre mehr als 10.000 zugelassene Fahrzeuge enthalten.

    Welche Pannen sind enthalten?

    Nur technische Pannen, die vom ADAC behandelt wurden. Das sind ca. 50 % aller in Deutschland auftretenden Pannen. Die realen Pannenwahrscheinlichkeiten liegen also höher. Um die Pannenanfälligkeit von Modellen zu vergleichen, ist die Datenbasis des ADAC jedoch völlig ausreichend und gleichzeitig die größte ihrer Art.

    Wieso werden die Daten für die Erstzulassungsjahre der ersten beiden Jahre nicht angezeigt?

    Die Pannenwahrscheinlichkeit in den ersten beiden Jahren nach der Zulassung eines Fahrzeuges ist so niedrig, dass die Werte, die der ADAC hier berechnen könnte, nicht aussagekräftig und verlässlich genug sind. Daher werden diese Zahlen nicht veröffentlicht.

    Wie berechnet sich die durchschnittliche Jahreslaufleistung?

    Die durchschnittliche Jahreslaufleistung wird als Mittelwert aller in der Pannenstatistik berücksichtigten Fahrzeuge berechnet. Der ADAC notiert bei jeder Panne den Kilometerstand des Fahrzeugs. In der Regel werden junge Fahrzeuge etwas mehr bewegt, da sie dann oft dienstlich genutzt werden.

    Warum wurden auch ältere Modelle bis zu 10 Jahren betrachtet?

    Mit dieser Erweiterung bietet der ADAC auch dem Gebrauchtwagenkäufer der sich für ein älteres Modell interessiert, eine Entscheidungsgrundlage zur Pannensicherheit. Das durchschnittliche Pkw-Fahrzeugalter in Deutschland liegt bei etwa 9 Jahren, was damit auch berücksichtigt wird. Bei noch älteren Fahrzeugen ist jedoch die Anzahl der Modelle, die noch mindestens 7.000-mal zugelassen sind sehr gering, weshalb ältere Fahrzeugjahrgänge zurzeit nicht ausgewiesen werden.


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