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- Auspolieren von Kratzern -

Glas: Alles klar?

Kratzmuster auf der Windschutzscheibe – ärgerliche Spuren, die meist davon herrühren, dass der Eiskratzer mit heftigem Druck über die verschmutzte Glasoberfläche gezogen wurde. Austauschen war hier die bislang gängige Reparaturmethode. Mit einem speziellen Polierverfahren lassen sich Kratzer nun aber, innerhalb bestimmter Grenzen, beseitigen.


  • Die Windschutzscheibe als "Verschleißteil"

    Die Windschutzscheibe: Sie ist, auch wenn das kaum bekannt ist, ein "Verschleißteil". Wer genauer hinsieht, erkennt häufig eine Vielzahl von kleinen Steinschlagschäden, und auch Kratzer bleiben nicht aus. Dies geht soweit, dass bei ungünstigen Bedingungen (tief stehende Sonne, Gegenverkehr bei Nacht) das sich brechende Licht zur Blendwirkung führt, womit die Sicht deutlich eingeschränkt ist.


    Neue Scheibe? Die beste Lösung, so sie denn beschaffbar ist. Und die einzige Lösung, wenn es um Steinschläge im Sichtbereich des Fahrers geht. In dem Bereich darf die (gängige) Kunstharz-Reparaturmethode nicht angewandt werden. So weit, so klar, aber: Eine neue Scheibe, nur wegen ein paar leichten Kratzer-Spuren?


  • Glas polieren?

    Das Auspolieren von Kratzern in der Autoverglasung war bislang kaum möglich. Der Autopflege-Spezialist  Sonax hat aber nun eine spezielle "Glaspolitur" entwickelt, mit der - bis zu einer bestimmten Tiefe - Kratzspuren entfernt werden können. Ob das Produkt hält, was der Anbieter verspricht, haben wir ausprobiert. Versuchsobjekt war ein Oldtimer mit einer gut 50 Jahre alten Verglasung. Die schon mal dadurch auffiel, dass ein defekter Wischblatt-Halter halbkreisförmige Kratzspuren hinterlassen hatte (siehe Foto). Und bei tief stehender Sonne war auf der gesamten Fläche weniger von der Straße, umso mehr aber eine Vielzahl von Kratzermustern zu sehen. Somit eigentlich ein Fall für den (Glas-) Schrott.


    Alternative: Ein Versuch mit der Polier-Methode. Nach rund 45 Minuten unter Einsatz einer Poliermaschine mit Filz-Schleifteller und kräftigem Druck zeigte sich der Aha-Effekt: Wischerblatt-Spuren (nahezu) beseitigt, auf der restlichen Oberfläche ein weitgehend ungestörter Durchblick. Unsere Foto-Serie zeigt dazu den Vorher/Nachher-Zustand. Die Methode ist also sinnvoll, auch wenn die optischen Eigenschaften eines Neuteils natürlich nicht erzielbar sind.


    Bemerkenswert ist, dass beim Versuchobjekt zu guter letzt auch auf der Innenseite der Scheibe Kratzer auffielen - in einem Bereich, in dem  wegen dem Lenkrad mit der Maschine nicht gearbeitet werden konnte. Hier müsste, um Freiraum zu schaffen, dann das Lenkrad abgezogen werden. 
    Die Polier-Methode hat freilich ihre Grenzen: Bei tieferen Kratzern müsste so viel Material abgetragen werden, dass die Durchsicht "verzerrt" wird. Und gegen Steinschläge hilft sie, wie erwähnt, prinzipiell nicht. Interessant kann das Verfahren insbesondere für Oldtimer sein, wo (gebogene) Frontscheiben kaum mehr oder nur zu hohen Kosten erhältlich sind.


  • Zum Fachmann oder selber machen?

    Selber machen käme durchaus in Frage - vorausgesetzt man verfügt über eine spezielle Poliermaschine. Deren Drehzahl sollte nicht über 600 UPM liegen, da sonst die Schleifstelle zu heiß wird und die Gefahr besteht, dass das Glas reißt. Von Zeit zu Zeit sollte man ohnehin das Glas mit Wasser benetzen. Auch eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Profi-Poliermaschinen kann vorteilhaft sein.  
    Wir empfehlen, direkt am Fahrzeug zunächst das Machbare zu klären und dann die Kosten zu fixieren. Der Materialpreis alleine (250 ml-Tube) liegt bei knapp 20 Euro (UVP). 

    Wer sein Auto dem Fachmann anvertrauen will, findet hier Adressen: 

    Sonax Autopflege


  • Fazit

    Ist eine neue Scheibe nicht - oder nur zu exorbitanten Preisen - zu bekommen, dürfte das Polieren in vielen Fällen eine interessante Lösung darstellen. Sie lohnt sich umso weniger, je preisgünstiger Scheiben-Ersatz ist. Für unseren Oldtimer würde ein Neuteil mit neuem Gummi-Scheibenrahmen rund 700 Euro kosten - zzgl. Versand und Einbau. Der Zeitaufwand fürs Polieren einschließlich Vorbereitung beträgt ca. eine Stunde. Womit, im Vergleich, das Polierverfahren noch unterhalb der Einhundert Euro-Grenze bleiben würde.


Bilder

Darum ging es überwiegend: Tiefer Kratzer durch defektes Scheibenwischerblatt.

Und so sieht das Ergebnis aus: Kaum mehr sichtbar. Unsichtbar wurden weitere, kleine Kratzermuster in der Fläche.

Das braucht man: Spezielle Schleifpaste und Poliermaschine mit Nadelfilz-Teller

Mit kräftigem Druck und maximal 800 UPM gehts zur Sache.

Die Bearbeitung, hier aus anderer Perspektive.

Auch die Glas- Innenseite hat es nötig. Vorher muss penibel abgeklebt werden.

Maschineneinsatz von Innen (auf Fahrerseite müsste Lenkrad abgebaut werden).

Praxisversuch: Dieses Mittel wurde eingesetzt.


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