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EU-weit einheitliche Zulassungsdokumente

 

Seit dem 01.10.2005 haben Fahrzeugschein und -brief ein neues Aussehen. Lassen Sie ein Fahrzeug neu zu oder findet ein Halterwechsel statt, werden die alten Papiere von Amts wegen eingezogen und Sie erhalten neue Dokumente.
Im Folgenden können Sie alles Wichtige über diese Änderung erfahren.


  • Allgemeines zu den neuen Zulassungsdokumenten

    Die Fahrzeug-Zulassungsdokumente bestehen aus zwei Teilen:

    • Zulassungsbescheinigung Teil I – sie ersetzt den Fahrzeugschein (im Folgenden "Teil I" genannt)
    • Zulassungsbescheinigung Teil II – sie ersetzt den Fahrzeugbrief (im Folgenden "Teil II" genannt)

    Um Sprachprobleme innerhalb der Mitgliedstaaten zu vermeiden und Fahrzeugkontrollen zu verbessern wurden für bestimmte Angaben EU-weit einheitliche Nummerierungen (Codes) festgelegt.
    Die EU-weiten Codes bestehen aus Buchstaben und gegebenenfalls aus Unternummern, wie z.B.

    • C.3.1 Name oder Firmenname
    • C.3.2 Vorname
    • E Fahrzeug-Identifizierungsnummer
    • P.3 Kraftstoffart oder Energiequelle

    Angaben, die nur national von Bedeutung sind, werden durch andere – in Klammern dargestellte Nummerierungen – kenntlich gemacht. Für die deutsche Zulassungsbescheinigung bestehen diese Codes aus Zahlen, wie z.B.

    • (9) Anzahl der Antriebsachsen
    • (14) Bezeichnung der nationalen Emissionsklasse.

    Ein Muster der Zulassungsdokumente sowie eine Liste der dazugehörigen Codes finden Sie etwas weiter unten unter dem Punkt "Muster und Codes".


  • Zulassungsbescheinigung Teil I

    Die für die Zulassung und Kontrolle eines Fahrzeugs erforderlichen Einzeldaten sind ausschließlich in Teil I vollständig enthalten. Auf bestimmte bisher ausgewiesene Einzeldaten wurde jedoch verzichtet. So wird z.B. nur eine der mit EG-Typgenehmigung, Allgemeiner Betriebserlaubnis bzw. Einzelgutachten genehmigten Bereifungen eingetragen. Es ist nicht erforderlich, dass diese Bereifung tatsächlich am Fahrzeug montiert ist. Dies gilt sowohl für die Auslieferung eines Neufahrzeugs als auch im späteren Gebrauch. Zulässig ist, dass innerhalb des Genehmigungsumfangs Rad-/Reifenkombinationen gewechselt werden können, ohne dass hierfür die Angabe in Teil I – Angabe in Teil II nicht enthalten – geändert werden muss. Welche Rad-/Reifenkombinationen zulässig sind, kann u.a. den Internetseiten der Fahrzeughersteller entnommen, bei Fachbetrieben hinterfragt oder dem COC (Cer­tificate of Conformity = EWG-Übereinstimmungsbescheinigung), der Datenbestätigung oder der Be­triebser­laubnis entnommen werden.

    Allerdings gilt nach wie vor: alles was nicht genehmigt ist, muss mit einem Einzelgutachten abgesegnet werden.

    Praxistipp: Um Probleme bei einer möglichen Fahrzeugkontrolle zu vermeiden, ist das Mitführen des entsprechenden Nachweises daher dringend zu empfehlen! 


  • Zulassungsbescheinigung Teil II

    In Teil II (Größe DIN-A4) sind lediglich die wichtigsten Fahrzeugdaten aufgeführt. Im Gegensatz zu den bisherigen Papieren werden nur noch die zwei letzten (früher: sechs) Halter genannt. Alle Angaben stehen auf der Vorderseite. Durch das neue Format und die Reduzierung des Datenumfangs ergeben sich gewisse Erleichterungen, weil bei Änderungen der Fahrzeugausrüstung die bisher im Fahrzeugbrief vorzunehmenden gebührenpflichtigen Korrekturen entfallen. 

    Weil nur noch zwei Haltereintragungen möglich sind, muss bei der dritten Umschreibung eines Fahrzeugs eine neue Bescheinigung Teil II ausgestellt werden. Ersichtlich sind dann nur die Halter, die auf dem neuen Dokument eingetragen werden, und die Gesamtzahl der bisherigen Halter, nicht aber deren Namen und Adressen. Der Käufer weiß also nur, aus wievielter Hand das gebrauchte Fahrzeug stammt. Wer alle Vorbesitzer in Erfahrung bringen will, erfährt dies ab sofort nur noch bei berechtigtem Interesse und gegen Gebühr (fünf Euro) bei der Zulassungsstelle oder beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das die Daten aber nur zehn Jahre speichert. Wer ein Fahrzeug mit alten Dokumenten kauft, sollte sie entwerten lassen und behalten. Dann fällt später der Nachweis der Vorbesitzer leichter, was bei einem späteren Verkauf einen Vertrauensbonus bringt. Bei den neuen Fahrzeugpapieren ist dies nicht mehr möglich.

    Ausnahmen: 

    Ausgenommen vom Zulassungsverfahren sind u.a. 

    • Leichtkrafträder 
    • Anhänger-Arbeitsmaschinen 
    • Sportanhänger 

    Diese Fahrzeuge sind zulassungsfrei, benötigen allerdings eine Betriebserlaubnis und sind kennzeichenpflichtig. Für diese Fahrzeuge wird keine Zulassungsbescheinigung Teil II ausgefertigt, die Betriebserlaubnis ist ausreichend. Diese Fahrzeuge sind versicherungspflichtig, steuerfrei und müssen regelmäßig zur HU. In die Zulassungsbescheinigung Teil I für diese zulassungsfreien Fahrzeuge wird im Feld 16 „Nummer der Zulassungsbescheinigung Teil II“ der Eintrag „OHNE-ZF-“ vorgenommen.


  • Versicherungsbestätigung
    Der Nachweis über das Bestehen einer Haftpflichtversicherung erfolgt nach § 23 Abs. 2 FZ nur noch elektronisch. Das gilt nach § 25 Abs. 2 FZV auch für die Beendigungsanzeige.
  • Muster und Codes

    Die neuen Zulassungsdokumenten unterscheiden sich im Aussehen deutlich von den alten Dokumenten Fahrzeugbrief und - Schein.

    Zur Ansicht können Sie sich hier Muster der neuen Zulassungsdokumente als PDF herunterladen:

     
    Muster der neuen Zulassungsdokumente  PDF 91 KB

     

    Die dazugehörigen Codes sind auf diesem PDF aufgelistet:


    Codes der neuen Zulassungsdokumente  PDF 27 KB


  • Abmeldung eines Fahrzeugs

    Früher wurde bei der Abmeldung eines Fahrzeuges der Fahrzeugschein durch die Zulassungsbe­hörde eingezogen und die Abmeldung im Fahrzeugbrief vermerkt bzw. dieser durch Abschneiden der rechten unteren Ecke unbrauchbar gemacht. 

    Jetzt wird sie auf dem Teil I eingetragen und das Dokument wieder ausgehändigt. Somit stehen dem Fahrzeughalter immer beide Teile der Zulassungsbescheinigung zur Verfügung. Soll das Fahrzeug in einem anderen EU-Mitgliedsstaat zugelassen werden, müssen – um Probleme zu vermeiden – bei der dort zuständigen Stelle beide Teile des Dokuments vorgelegt werden. Zudem unterrichten sich alle Mitgliedstaaten gegenseitig, wenn ein zugelassenes Fahrzeug aus einem Mitgliedstaat in einem anderen Mitgliedstaat zugelassen wird. Sie zie­hen auch die jeweiligen ausländischen Fahrzeugdokumente ein.


  • Zulassungskosten

    Der Fahrzeughalter bzw. -besitzer trägt die Kosten für den Austausch der Dokumente. Sie werden zusammen mit den Zulassungsgebühren erhoben. Mehrkosten entstehen nur beim Tausch des jetzigen Fahrzeugscheins. Die Gebühr für die Bescheinigung Teil I erhöht sich um 0,70 €. Der Umtausch eines Fahrzeugbriefes in Teil II beträgt unverändert 3,60 €. Die Gebühren fallen auch dann an, wenn der alte Fahrzeugbrief noch nicht voll geschrieben und als Folge der Ausstellung einer Zulassungsbescheinigung Teil I auszutauschen ist.


  • Wann neue Dokumente?

    Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich zunächst nichts. Alte Dokumente behalten solange ihre Gültigkeit, bis die Ausstellung neuer Dokumente erforderlich wird. 

    Wechselt aber ein Fahrzeug seit 1. Oktober 2005 den Halter, muss die neue Bescheinigung Teil I und zugleich auch Teil II ausgestellt werden. Die Fahrzeugdokumente müssen „paarig“ sein, d.h. ein Nebeneinander von einer Zulassungsbescheinigung „neu“ mit einem Dokument „alt“ wird es nicht geben. Damit ist die Rechtssicherheit im In- und Ausland sichergestellt. 

    Die Ausnahme bilden zulassungsfreie Fahrzeuge (z.B. Leichtkrafträder, Bootstrailer, Pferdeanhänger). Sie benötigen ausschließlich Teil I. Auf Antrag kann für sie aber Teil II ausgestellt werden, wenn z.B. die Bank im Rahmen der Finanzierung eines Fahrzeugs eine Sicherheit fordert.

    Wird ein Fahrzeug vorübergehend stillgelegt (z. B. über den Winter), bleibt der Fahrzeugschein bei der Zulassungsstelle. Soll das Fahrzeug wieder in Betrieb genommen werden, stellt die Behörde eine Zulassungsbescheinigung Teil I gemäß den neuen Regeln aus. Wegen der Vorschrift zur paarweisen Ausstellung muss der alte Brief eingezogen und gegen den neuen Teil II der Zulassungsbescheinigung ausgetauscht werden. Die Zulassungsstelle vernichtet das alte Dokument, um Missbrauch zu verhindern. Auf Wunsch kann dem Fahrzeugbesitzer der alte, entwerteten Fahrzeugbrief ausgehändigt werden. 

    Praxis-Tipp: Darauf sollte man sogar bestehen, da in die neuen Zulassungsdokumente nicht immer alle, im bisherigen Brief eingetragenen Reifengrößen übernommen werden.


  • Fälschungssicherheit

    Die neuen Dokumente und ihre Einträge sind gegen Fälschungen gesichert. Die Vordrucke bestehen aus einem einheitlichen Trägermaterial, das mit diversen eingearbeiteten sowie drucktechnisch aufgebrachten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet ist, wie z.B.

    • einem Wasserzeichen (stilisierter Adler)
    • diversen sichtbaren und nicht sichtbaren fluoreszierenden Fasern bzw. Planchetten
    • Mikroschriften
    • nur unter UV-Licht sichtbarem Bundesadler.

    Zusätzlich enthält Teil I ein optisch-variables Element in Form eines Kinegrams. Es stellt ein weiteres Echtheitsmerkmal dar und kann von den Polizeibehörden maschinell kontrolliert werden. Weitere Absicherungen gegen Missbrauch bilden eindeutige Nummerierungen der Blankovordrucke und die von der Zulassungsbehörde aufgebrachte Nummer, die sich mit der in den Fahrzeugregistern gespeicherten deckt. Bei Fahrzeugkontrollen durch die Polizei kann die Echtheit der Zulassungsbescheinigungen über den Vergleich der Dokumentennummer mit der im Zentralen Fahrzeugregister gespeicherten überprüft werden.


  • Problemfälle

    • Zur Vermeidung von Problemen sollten vor einer Umstellung der Zulassungspapiere (z.B. bei Halterwechsel, Wohnortwechsel) die bisherigen Fahrzeugpapiere (Fahrzeugbrief und -schein) kopiert werden. Diese Kopien sollten später zusammen mit der neuen Zulassungsbescheinigung Teil 1 im Fahrzeug mitgeführt werden. Damit können mögliche Zweifel beim Reifenkauf oder im Rahmen einer Verkehrskontrolle durch die Polizei leichter beseitigt werden. Dies ist auch eine Hilfestellung für die Polizisten. Sollten Zweifel bleiben, müssen die Beamten den Nachweis führen, dass die konkrete Fahrzeugausstattung nicht zulässig ist.

    • Bei der Umstellung der Fahrzeugpapiere sollte die Herausgabe des alten, für ungültig erklärten Fahrzeugbriefes verlangt werden. Dies soll gebührenfrei erfolgen, ggf. ist ein Antrag zu stellen. Der ungültige Brief ist bei den Fahrzeugdokumenten zuhause aufzubewahren. Auf der neuen Zulassungsbescheinigungen II wird meist ein Verweis auf den alten Fahrzeugbrief vorgenommen. 
      Nur bei noch nicht zugelassenen Neufahrzeugen, für die noch ein alter Fahrzeugbrief ausgefertigt wurde, wird dieser Fahrzeugbrief von der Zulassungsstelle einbehalten und dem KBA zurückgesendet. In diesem Fall erhält der neue Halter keinen für ungültig erklärten Fahrzeugbrief. Besonders in diesen Fällen ist die vorherige Erstellung einer Kopie sinnvoll.

    • Nach der Umstellung der Fahrzeugpapiere sollte der Halter die Eintragungen in dem Feld 22 der neuen Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) mit den Eintragungen in dem Feld 33 des alten Fahrzeugscheines bzw. Fahrzeugbrief vergleichen. Besonders technische Änderungen, die in dem alten Fahrzeugbrief in den Spalten B und C eingetragen waren, sollten auch in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 vermerkt sein.

    • Entsprechen die in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragene Reifendimension nicht der tatsächlich auf den Fahrzeug montierten Reifendimension, so ist der Hinweis zu Feld (15.1) und (15.3.) auf der Rückseite der Zulassungsbescheinigung Teil I zu beachten. Es sind dabei nur die im Rahmen der gültigen Betriebserlaubnis/ EG-Typgenehmigung zugelassenen Reifendimensionen gemeint.

    • Bei neueren Fahrzeugen wurde seit einigen Jahren dem neuen Halter zusammen mit den Fahrzeugpapieren auch das EC Certificate of Conformity (CoC) ausgehändigt. Dort sind alle wichtigen Daten erfasst, u.a. auch unter dem Punkt 32 die Bereifung und die dafür vorgesehenen Felgendimensionen. Ergänzungen sind zu finden unter dem Punkt 50 Bemerkungen. Dieses CoC kann für die Auswahl alternativer Bereifungen herangezogen werden. Einzelne Hersteller veröffentlichen auch Informationen zu der Radaustattung ihrer Fahrzeuge im Internet.


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Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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