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Verflixt und zugeparkt


Wenn einem die Einfahrt zugeparkt wurde, kann man das Auto abschleppen lassen – aber nicht in allen Fällen. ADAC Jurist Dr. Markus Schäpe erklärt im Interview, wie man richtig reagiert.

 

ADAC Online: Angenommen, jemand will aus seiner Garage fahren, wird aber durch ein geparktes Auto blockiert. Soll er gleich die Polizei rufen?

Dr. Markus Schäpe: Das kommt darauf an, wo das Auto steht. Wenn es auf der Straße steht, kann es die Polizei abschleppen lassen. Auf Privatgrund hingegen, zum Beispiel in der Einfahrt, muss man selbst das Abschleppunternehmen rufen. Dort ist die Polizei nicht zuständig.

 

Wer bezahlt in diesem Fall die Kosten?

Zunächst geht die Rechnung an den Auftraggeber. Aus Beweisgründen sollten Betroffene aussagekräftige Fotos von der Situation machen. Wer die Abschleppkosten verauslagt hat, muss diese beim Falschparker geltend machen. Beim Abschleppen vom Privatgrund ist die Polizei nur für eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs zuständig.

 

Wie ist es, wenn nicht das Auto blockiert ist, sondern die leere Garage, in der der Eigentümer bei der Heimkehr parken will?

Wenn das fremde Auto auf der Straße steht, ist es möglicherweise zumutbar, einen freien Laternenparkplatz in der Nähe zu suchen, sofern keine besonderen Umstände wie etwa eine Gehbehinderung vorliegen. Wenn jedoch der angemietete Stellplatz von einem Fremden blockiert ist, darf man gleich abschleppen lassen.

 

Dürfte man sich auch vor den Falschparker stellen – und damit wiederum ihn einparken?

Nein. Man darf niemanden in seiner Bewegungsfreiheit einschränken, auch dann nicht, wenn dieser den Parkplatz zu Unrecht in Anspruch nimmt. Das erfüllt sonst den Straftatbestand der Nötigung.

 

Muss man nachweisen, dass der Falschparker auf der Straße einen wirklich einschränkt?

Die Polizei wird schon fragen, ob man unbedingt jetzt mit dem Auto wegfahren muss. Wer nur Zigaretten kaufen will, kann das ja vielleicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Wer aber gerade das Auto für den Campingurlaub gepackt hat und die Fähre erreichen muss, hat keine kostensparende Alternative. Generell gilt es, die Kosten gering zu halten – auch als Geschädigter.

 

Nur weil man sich über den Falschparker auf der Straße ärgert, darf man ihn also nicht abschleppen lassen?

Gerade wenn es häufiger vorkommt, sollte man die Polizei anrufen und kann so dafür sorgen, dass er einen Strafzettel bekommt. Der kostet den Falschparker dann immerhin bis zu 35 Euro.


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