DruckenPDF

ADAC: Nein zur Blauen Plakette

21.04.2016

Das Umweltministerium hat die Blaue Plakette erstmal gestoppt.
Blaue Plakette: Etwa 13 Millionen Dieselfahrer würden keine bekommen. Der ADAC fordert technische Lösungen anstelle von Fahrverboten. Die Hersteller sind nun gefordert.

Die von den Umweltministern der Bundesländer geforderte Blaue Plakette ist aus Sicht des ADAC nicht der richtige Weg, um die Luftqualität in deutschen Städten zu verbessern. Stattdessen würden Fahrverbote die Mobilität von etwa 13 Millionen Dieselfahrern unverhältnismäßig einschränken. Auch mehr als drei Millionen ältere Benziner könnten von den geplanten Maßnahmen betroffen sein.

Um die Stickoxidgrenzwerte in Städten einzuhalten, sollte stattdessen vor allem der Schadstoffausstoß der Fahrzeuge dauerhaft gesenkt werden. Der ADAC zeigt im Rahmen seines ADAC EcoTests bereits seit 2003 auf, dass in realitätsnahen Messungen viele Fahrzeuge von den gesetzlichen Regelungen deutlich abweichen.

Was Verbraucher wissen müssen

Aus Sicht des Clubs ist die Automobilindustrie in der Pflicht, saubere und emissionsarme Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Die notwendigen Technologien, um die Stickoxide zu reduzieren, sind vorhanden. ADAC Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker: "Verbraucher dürfen nicht den Preis für die Versäumnisse der Automobilhersteller zahlen. Die technischen Möglichkeiten zur Schadstoffreduzierung sind längst vorhanden und müssen nur eingesetzt werden. Jetzt sind die Hersteller gefragt."

Um den Schadstoffausstoß durch den Pkw-Verkehr kurzfristig zu reduzieren, bieten sich nach Ansicht des ADAC grüne Wellen, eine adaptive Verkehrssteuerung und intelligente Verkehrsleitsysteme an. Der Club empfiehlt außerdem, einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr bereitzustellen. Für Fahrzeugflotten mit hoher innerstädtischer Fahrleistung gilt es, verstärkt alternative Antriebe zu nutzen.

Welche Fahrzeuge sollen die Blaue Plakette bekommen?
Momentan ist noch nicht klar, welche exakten Schadstoffgrenzen Fahrzeuge einhalten müssen, sollte es zur Einführung der Blauen Plakette kommen. Erst dann ist eine verbindliche Aussage möglich, welche Autos den Aufkleber bekommen können. 

Wo sollen Blaue Plaketten eingeführt werden?
Jede Stadt oder Gemeinde soll nach den aktuellen Plänen der Umweltminister von Bund und Ländern selbst bestimmen, wann und ob sie derartige Gebiete ausweist. Es soll keine Pflicht dazu geben. Vermutlich jedoch werden vor allem Städte und Ballungszentren mit hoher Schadstoffbelastung zu entsprechender Maßnahme greifen. Stuttgart, München, Reutlingen, Düren, Kiel, Limburg und Freiburg waren 2015 die schmutzigsten Städte Deutschlands.

Welche Umweltplakette bekomme ich für mein Fahrzeug?
Seit 2008 erlauben gewisse Städte und Gemeinden die Einfahrt nur noch mit einer entsprechend gültigen Feinstaubplakette am Fahrzeug. Welches Auto welche Plakette bekommt, sagt Ihnen der ADAC hier.

Das sagen unsere Facebook-User

Wir haben unsere Facebook-Community nach ihrer Meinung gefragt. Die 850 Reaktionen, 410 Kommentare und 111 geteilten Inhalte des Facebook-Posts zeigen, dass das Thema "Blaue Plakette" unsere User sehr interessiert, bewegt und vor allem wütend macht. Die meisten User äußerten eine klare Ablehnung gegen die Plakette. Sie sprechen von sozialer Ungerechtigkeit, da sich die Mehrheit der Autobesitzer keine neuen, schadstoffarmen Fahrzeuge leisten könne, und von Abzocke, da die Blaue Plakette weitere Kosten für Autofahrer generiere.


Link zum Thema


Hinweis


War dieser Artikel für Sie hilfreich?
638 von 801 Nutzern fanden diesen Artikel hilfreich

Zwei Klicks für mehr Datenschutz
Bitte aktivieren Sie die Buttons, bevor Sie Ihre Empfehlung an Facebook, Twitter oder Google+ senden.
Hinweis: Durch Aktivieren der Buttons werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google+ ins Ausland übertragen.
Details zum Datenschutz bei Nutzung der Gefällt-Mir-Buttons

– Reise & Freizeit –

Ihre Route in ADAC Maps

Ermitteln Sie Tankstellen und Raststätten entlang Ihrer Route oder zu Ihrem Reiseziel mit vielen nützlichen Informationen. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität