Fernreise: In diesen Ländern sind bestimmte Sonnencremes verboten

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Von Brit Neuhaus, Tanja Echter

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Beim Schnorcheln am Korallenriff sollten Sie sich vor der Sonne schützen, allerdings nur mit bestimmten Sonnencremes© iStock.com/4FR

Aruba, Hawaii oder Thailand: An manchen Fernreisezielen müssen Sie zum Schutz der Umwelt auf die Inhaltsstoffe Ihrer Sonnencreme achten. Die Vorgaben sind teilweise streng.

  • UV-Filter können Korallen und andere Meereslebewesen schädigen

  • Regeln sind abhängig vom Reiseland

  • Vor Reiseantritt sollten Sie sich gut informieren

Warum ist Sonnencreme an manchen Orten verboten?

Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand und ist bei starker Sonneneinstrahlung unverzichtbar. Einige UV-Filter können allerdings die Meeres-Ökosysteme belasten.

Korallen und andere Meeresbewohner sind bedroht, weil chemische UV-Filter beim Baden ins Wasser gelangen. Und das in erheblichen Mengen: Schätzungen zufolge geraten pro Jahr etwa 14.000 Tonnen Sonnencreme ins Meer. Deshalb haben einige beliebte Reiseziele wie Hawaii, Aruba oder Thailand bestimmte UV-Filter eingeschränkt oder verboten.

Was macht Sonnencreme so schädlich?

Laut der amerikanischen Wetter- und Ozeanographiebehörde (NOAA) können sich chemische UV-Filter im Gewebe von Meeresbewohnern anreichern und unter anderem

  • zur Korallenbleiche bis hin zum Tod der Korallen führen

  • die Erbsubstanz von Korallen und anderen Meeresbewohnern schädigen und Fehlbildungen und andere Probleme bei den Nachkommen verursachen

  • das Wachstum von Wasserpflanzen unterdrücken

  • in den Hormonhaushalt von Meereslebewesen eingreifen

  • die Fruchtbarkeit von Fischen und anderen Lebewesen verringern und ihre Fortpflanzung gefährden

Welche Inhaltsstoffe sind besonders bedenklich?

Zu den in vielen Sonnencremes enthaltenen Schadstoffen zählen unter anderem die folgenden UV-Filter:

  • Octinoxat (Ethylhexyl Methoxycinnamate)

  • Octocrylen, auch Octocrilen

  • Nano-Zinkoxid

  • Nano-Titandioxid

  • Benzophenone, z.B. Benzophenon 1, Benzophenon 3 (Oxybenzon) oder Benzophenon 8

  • OD-PABA (Padimate O oder Octyldimethyl-PABA)

  • 4-Methylbenzylidencampher (Enzacamen)

Alle in einer Sonnencreme enthaltenen UV-Filter sind auf der Verpackung unter den Inhaltsstoffen zu finden. Einige Chemikalien werden unter unterschiedlichen Namen gelistet. Daher kann es hilfreich sein, Smartphone-Apps zu verwenden, die schädliche Substanzen beim Scannen der Inhaltsstoffe automatisch erkennen.

In diesen Ländern gelten strenge Vorgaben

In den folgenden Ländern sind zum Schutz von Korallenriffen und anderen Meeresbewohnern Sonnencremes mit bestimmten UV-Filtern verboten:

  • Aruba: Hier sind Sonnencremes mit Oxybenzon sowie alle Einwegplastikartikel tabu.

  • Bonaire: Innerhalb des gesamten National Marine Park sind Sonnencremes mit Oxybenzon und Octinoxat verboten.

  • Französisch-Polynesien: Es gibt kein landesweites Verbot, um die zahlreichen Inseln und Atolle zu schützen. Die Regierung empfiehlt jedoch mineralischen Sonnenschutz.

  • Hawaii: Landesweit dürfen Sonnenschutzmittel mit Oxybenzon oder Octinoxat nicht verkauft oder vertrieben werden. Einzelne Inseln und Bezirke haben strengere Regeln: Auf Maui dürfen grundsätzlich nur mineralische Sonnenschutzmittel verkauft, vertrieben oder verwendet werden.

  • Jungferninseln: Verboten sind Produkte mit Oxybenzon, Octinoxat und Octocrylen.

  • Key West: Am Florida Reef vor Key West dürfen Urlauber nur noch "rifffreundliche" ("reef-friendly" oder "reef-safe") Sonnencreme verwenden.

  • Mexiko: Es gibt kein allgemeines Verbot. In einigen Urlaubsregionen sind chemische UV-Filter dennoch tabu und Touristen sind gehalten, mineralische und biologisch abbaubare Produkte zu nutzen.

  • Palau: Die Einfuhr, der Verkauf und die Herstellung von Sonnenschutzmitteln mit bestimmten als rifftoxisch eingestuften UV-Filtern und Konservierungsstoffen sind verboten. Reisende sollten die Inhaltsstoffliste vorab sorgfältig prüfen.

  • Thailand: In den Meeresnationalparks dürfen Sonnenschutzmittel mit Oxybenzon, Octinoxat, 4-Methylbenzylidencampher oder Butylparaben weder mitgebracht noch verwendet werden.

Da sich die Vorgaben jederzeit ändern und weitere Länder hinzukommen können, ist es sinnvoll, sich vor Reiseantritt über die aktuellen Bestimmungen im Reiseland zu informieren.

Welche Sonnencremes belasten Korallen weniger?

Mineralische Sonnenschutzmittel mit Zinkoxid oder Titandioxid gelten für empfindliche Meeresgebiete als die bessere Wahl, solange sie keine umweltschädlichen Nanopartikel enthalten.

Mittlerweile tragen immer mehr Sonnencreme-Produkte die Aufschrift "reef-safe" oder "reef-friendly". Dabei handelt es sich allerdings nicht um geschützte Bezeichnungen. Entscheidend sind die Inhaltsstoffe und die jeweiligen Vorschriften am Reiseziel.

Nicht nur für Meeresbewohner schädlich

Einige UV-Filter stehen wegen möglicher Auswirkungen auf den Hormonhaushalt oder aufgrund ihres Allergiepotenzials in der Diskussion. In der EU dürfen Sonnenschutzmittel nur geprüfte Filter innerhalb festgelegter Höchstmengen enthalten.

Bei Sonnenschutzmitteln, die außerhalb der EU verkauft werden, ist Vorsicht geboten. Gewarnt wird insbesondere vor folgenden UV-Filtern:

  • Benzophenon-1, -2 und -3

  • Octinoxat

  • Octocrylen

  • Homosalat

  • DHHB (Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate)

Hinweis: Ein wirksamer Sonnenschutz ist unverzichtbar. Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie zusätzlich im Schatten bleiben oder UV-Schutzkleidung tragen.