Blutdruckwerte: Was sie aussagen und wie man richtig misst

• Lesezeit: 6 Min.

Von Brit Neuhaus

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Eine Frau misst ihren Blutdruck Zuhause
Beim Blutdruckmessen kommt es auf die richtige Technik an© Shutterstock/Miljan Zivkovic

Ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck kann der Gesundheit schaden. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb sinnvoll. Was die Blutdruckwerte verraten.

  • Ein Blutdruck unter 120/80 mmHg ist normal

  • Bei Werten ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck

  • Die richtige Messtechnik ist wichtig für zuverlässige Messergebnisse

Wann sollte man den Blutdruck messen?

Die Blutdruckmessung gehört zu nahezu jeder Routineuntersuchung in der hausärztlichen Praxis. Menschen mit diagnostizierten Blutdruckproblemen sollten auch selbst regelmäßig kontrollieren.

Vor allem, wenn bereits bekannte Risikofaktoren für Bluthochdruck vorliegen, wie anhaltender Stress, schweres Übergewicht, Bewegungsmangel oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus. Für aussagekräftige Ergebnisse sollte man mit der richtigen Messtechnik vertraut sein und die ermittelten Werte korrekt deuten.

Welche Bedeutung haben die Blutdruckwerte?

Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf die Blutgefäße ausübt, während es durch den Körper gepumpt wird. Anhand der Blutdruckwerte können Ärztinnen und Ärzte die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems beurteilen. Sie unterscheiden verschiedene Blutdruckkategorien. Diese gelten für Männer und Frauen gleichermaßen.

Wie misst man den Blutdruck richtig?

Für die Selbstmessung sind digitale Blutdruckmessgeräte für den Oberarm oder das Handgelenk am besten geeignet. Das Gerät misst den Blutdruck auf Knopfdruck vollautomatisch, ein Stethoskop ist nicht erforderlich.

Verwenden Sie immer ein geeichtes Gerät und achten Sie beim Kauf darauf, dass die Größe der Manschette für Sie passend ist. Standardmanschetten sind bei einem Oberarmumfang ab etwa 33 Zentimetern nicht mehr geeignet.

Tipps für die Blutdruckmessung

Um zuverlässige Messergebnisse zu erhalten, empfiehlt die Deutsche Herzstiftung, vor und während der Messung einige Dinge zu beachten:

  • Keine blutdrucksteigernden Aktivitäten: Treiben Sie vor der Messung keinen Sport. Auch Rauchen, Kaffee oder Alkohol können den Blutdruck in die Höhe treiben.

  • Entspannung: Setzen Sie sich etwa 5 Minuten vor der Messung entspannt auf einen Stuhl, um zur Ruhe zu kommen. Legen Sie das Messgerät schon vorher bereit.

  • Ruhige Umgebung: Führen Sie die Messung immer ungestört und in einer ruhigen Umgebung aus. Ablenkung durch Gespräche, Fernseher oder Radio kann das Ergebnis verfälschen.

  • Arm frei machen: Machen Sie den Oberarm oder das Handgelenk vor der Messung frei. Stoff zwischen Haut und Blutdruckmanschette kann die Messung stören. Der Arm sollte nicht durch einen hochgezogenen Ärmel eingeengt werden.

  • Richtige Sitzposition: Stellen Sie für die Messung beide Füße flach auf den Boden: Wenn Sie die Beine überschlagen, kann sich der Blutdruck erhöhen.

  • Manschette anlegen: Die Manschette muss sich bei der Messung auf Herzhöhe befinden, der Schlauch liegt beim Oberarm-Messgerät an der Innenseite des Arms und zeigt nach unten in Richtung Hand.

  • Sitz der Manschette: Achten Sie darauf, dass die Manschette nicht zu stramm sitzt. Es sollte noch ein Finger zwischen Arm und Manschette passen.

  • Oberarm ablegen: Legen Sie den Unterarm während der Messung bequem und entspannt ab, beispielsweise auf der Tischplatte. Wenn Sie am Handgelenk messen, müssen Sie die Hand etwas erhöht lagern.

  • Mehrfach messen: Wiederholen Sie die Messung dreimal im Abstand von etwa einer Minute. Bilden Sie aus den letzten beiden Messungen den Mittelwert, die erste Messung berücksichtigen Sie nicht.

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Wie oft sollte man den Blutdruck messen?

Der Blutdruck sollte nicht nur an einem Tag gemessen werden, sondern immer an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen. Menschen, die Bluthochdruck haben, sollten ihren Blutdruck täglich kontrollieren und protokollieren.

Der Grund: Der Blutdruck schwankt im Tagesverlauf, zudem wird er durch zahlreiche äußere Faktoren beeinflusst. Dazu zählen körperliche Anstrengung, Stress oder die Außentemperatur. Daher ist es sehr wichtig, sich beim Blutdruckmessen nicht auf einen einzigen Messwert zu verlassen.

Ab wann spricht man von Bluthochdruck?

Während ein Blutdruck von 120 mmHg systolisch und 80 mmHg diastolisch als optimal gilt, beginnt ein Bluthochdruck (Hypertonie) bei 140/90 mmHg.

KategorieSystolischer Wert (mmHg)Diastolischer Wert (mmHg)

Niedrig (Hypotonie)

unter 100

unter 60

Optimal

unter 120

unter 80

Normal

120 bis 129

80 bis 84

Hochnormal

130 bis139

85 bis 89

Bluthochdruck (Hypertonie)

ab 140

ab 90

Einordnung der Blutdruckwerte bei Erwachsenen

Je nachdem, wie stark der Blutdruck erhöht ist, wird die Hypertonie in drei Schweregrade eingeteilt:

GradSystolischer Wert (mmHg)Diastolischer Wert (mmHg)

Bluthochdruck Grad I

140 bis 159

90 bis 99

Bluthochdruck Grad II

160 bis 179

100 bis 109

Bluthochdruck Grad III

ab 180

ab 110

Blutdruck-Tabelle bei Kindern nach Alter

Für Kinder unter 16 Jahren existieren keine allgemeingültigen Blutdruckwerte, da diese von Alter, Gewicht und Körpergröße abhängig sind. Die folgenden Grenzwerte gelten als Orientierungshilfe.

AlterJungenMädchen

3

110/70

109/71

4

110/70

110/71

5

111/71

111/71

6

111/71

112/72

7

113/72

114/73

8

114/73

115/73

9

116/74

117/74

10

118/75

119/75

11

120/76

122/76

12

124/77

124/76

13

127/78

126/78

14

132/80

127/76

15

136/82

128/80

Blutdruck-Grenzwerte bei Kindern und Jugendlichen bis 15 Jahren

Was bedeuten der obere und der untere Wert?

Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf die Blutgefäße ausübt, während es durch den Körper gepumpt wird. Wird der Blutdruck gemessen, setzt sich das Ergebnis aus zwei Zahlen zusammen: dem systolischen (oberen) Wert und dem diastolischen (unteren) Wert.

  • Der höhere systolische Druck ist messbar, wenn der Herzmuskel sich zusammenzieht und Blut in den Körper pumpt.

  • Der niedrigere diastolische Druck wird gemessen, wenn sich der Herzmuskel zwischen den Schlägen entspannt und erneut mit Blut füllt.

Beide Blutdruckwerte werden in der Einheit mmHg angegeben. Das bedeutet Millimeter Quecksilbersäule. Der Begriff ist historisch bedingt, da der Blutdruck früher mit Hilfe einer Quecksilbersäule gemessen wurde.

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Wie unterscheiden sich Praxis- und Heimwert?

Zuhause und in der Praxis gemessene Blutdruckwerte weichen in der Regel voneinander ab. Häufig ist der Arztwert höher, was mit dem "Weißkitteleffekt" erklärt wird. Dieser beruht darauf, dass Personen in der Praxis in der Regel weniger zur Ruhe kommen, als wenn sie die Messung zuhause vornehmen würden.

Misst die Ärztin oder der Arzt einen Blutdruck von 140 zu 90, entspräche dies einem Heimwert von etwa 135 zu 85. Je höher der Bluthochdruck, desto stärker weichen Praxis- und Heimwert voneinander ab.

Was ist eine maskierte Hypertonie?

Es kann aber umgekehrt auch vorkommen, das der täglich gemessene Heimwert höher liegt als der in der Praxis gemessene. In solchen Fällen kann nur eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden eine solche maskierte Hypertonie aufdecken.

Diese Form von Bluthochdruck kommt häufig bei Menschen vor, die beruflich stark eingespannt sind und unter Stress stehen. Dauert dieser über den gesamten Tag an, ist der Körper auch dem Bluthochdruck mit seinen schädlichen Folgen ausgesetzt.

Welche Symptome bei Bluthochdruck?

Der Bluthochdruck ist nicht per se spürbar - daher wird er oft auch als stiller Killer bezeichnet, da es zu Folgeschäden an Gefäßen und Organen kommt, je länger die Erkrankung unbehandelt bleibt. Dennoch kommt es zu Symptomen, die auf einen Bluthochdruck hinweisen können darunter Kurzatmigkeit, häufiges Nasenbluten oder Kopfschmerzen.

Notfall: Was tun, wenn der Blutdruck zu hoch ist?

Bei einem Blutdruck von 180 zu 110 mmHG sollte die Messung nach 30 Minuten Ruhe wiederholt werden. Dauert dieser Zustand an, wird dies als Blutdruckentgleisung bezeichnet. Kommen Symptome hinzu, die auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hindeuten könnten, sollte der Notruf 112 gerufen werden:

  • Lähmungen

  • Sehstörungen

  • Verwirrtheit

  • Engegefühl in der Brust

  • Seh- oder Sprechstörungen

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.