Tipps für das Reisen mit Stoma

Zwei Frauen mit einem Stoma am Strand
Mit der richtigen Vorbereitung ist Urlaub auch mit Stomabeutel möglich© Shutterstock/Sheeyla

Ein aktives und mobiles Leben ist auch mit Stoma möglich – bei Freizeitaktivitäten genauso wie auf Urlaubsreisen. Vorab sollten Sie einiges organisieren.

  • Ausreichend Versorgungsmaterial mitnehmen

  • Bei Flugreisen ist gute Vorbereitung nötig

  • Für bestimmte Sportarten gibt es spezielle Schutzgürtel

Bei manchen Erkrankungen muss dauerhaft oder vorübergehend ein künstlicher Darmausgang oder eine künstliche Harnableitung angelegt werden. Diese operativ geschaffene Verbindung zwischen Darm oder Harnweg und der äußeren Haut, wird in der Medizin als Stoma bezeichnet. Ein Stoma kann am Dickdarm (Colostoma oder Kolostoma) oder Dünndarm (Ileostoma) sowie an Blase oder Harnleiter (Urostoma) angelegt werden. Auch an der Luftröhre, also am Halsbereich, ist eine solche Verbindung möglich (Tracheostoma).

Viele Betroffene benötigen eine gewisse Zeit, bis sie die körperlichen Veränderungen durch ein Stoma annehmen können. Die Versorgung mit Stomabeuteln sowie damit verbundene Herausforderungen im Privat- oder Berufsleben müssen erst mal zur Routine werden. Dazu gehören auch Fragen und Sorgen, ob man mit einem Stoma beispielsweise mit dem Flugzeug verreisen oder sportlich aktiv sein kann.

Stoma: Allgemeine Reisetipps

In der Regel stellt ein Stoma kein Reisehindernis dar. Bevor Sie aber in die Reiseplanung gehen, ist es wichtig, ärztliche Rücksprache zu halten, um individuelle Risiken und Komplikationen ausschließen zu können. Das sollten Sie dabei berücksichtigen:

Verreisen Sie ins Ausland, kann eine Prüfung der Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein. Achten Sie darauf, dass die von Ihnen benötigten Hilfsmittel vertraglich abgedeckt sind.

Mit Stoma in den Urlaub fliegen?

Grundsätzlich gilt: Wenn es aus ärztlicher Sicht keine Einwände gibt, spricht nichts gegen eine Flugreise mit einem Stoma. Versorgungsmaterial sollte in diesem Fall im Handgepäck mitgenommen werden. So ist es jederzeit verfügbar, und die Versorgung ist gewährleistet, falls das aufgegebene Gepäck sich verspätet oder verloren geht. Da keine spitzen Gegenstände wie Nagelscheren ins Handgepäck dürfen, sollten Sie die Stomaversorgung vorab passend zuschneiden.

Auch das internationale Reisezertifikat kann für Menschen mit Stoma bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen hilfreich sein. Insbesondere der Body-Check mittels Körperscanner oder Tastkontrolle kann Fragen aufwerfen. Die bei der Sicherheitskontrolle eingesetzten Körperscanner erkennen in der Regel alles, was am Körper angebracht ist. Meist erfolgt dann eine weitere Abtast-Kontrolle in einer sichtgeschützten Kabine. Erhält das Sicherheitspersonal einen Hinweis darauf, dass man Stomaträger oder Stomaträgerin ist, weiß es in der Regel entsprechend diskret und respektvoll damit umzugehen. In Schulungen werden Mitarbeitende der Sicherheitskontrolle zu körperlichen Einschränkungen oder Hilfsmitteln informiert.

Das Reisezertifikat kann auch dabei helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Neben diesem Dokument hat die ILCO-Selbsthilfevereinigung ein praktisches Stoma-Wörterbuch* mit allen wichtigen Begriffen in insgesamt 24 Sprachen sowie weitere hilfreiche Informationen zu Flugreisen* mit Stoma zusammengestellt.

Autofahren mit Stoma

Für alle, die mit Auto oder Camper in den Urlaub fahren, können folgende Tipps hilfreich sein:

  • Anschnallpflicht: Auch Stomaträger oder -trägerinnen sind dazu verpflichtet, sich im Auto anzuschnallen. Drückt der Gurt auf das Stoma und/oder den Stomabeutel, kann das insbesondere bei längeren Autofahrten unangenehm werden. In Apotheken und Sanitätshäusern gibt es gibt spezielle Gurtbrücken, die den Druck im Bauchbereich verhindern.

  • Planen Sie regelmäßige Pausen ein: Bei längeren Autofahrten ist es ratsam, regelmäßig Toilettenpausen einzulegen, um das Stoma entleeren oder versorgen zu können.

  • Erwerb eines Euroschlüssels: Menschen mit Stoma sind berechtigt, einen Euroschlüssel für Behindertentoiletten zu erwerben. Dieser ermöglicht einen schnellen Zugang zu öffentlichen WC-Anlagen, beispielsweise auf Autobahnraststätten, an Bahnhöfen oder in Kaufhäusern – sowohl im Inland als auch in anderen europäischen Ländern.

Ist Badeurlaub mit Stoma möglich?

Ein Mann mit einem Stoma beim Schwimmen
Schwimmen ist auch mit Stoma möglich© iStock.com/Gunnar Svanberg Skulason

Nach ärztlicher Rücksprache ist ein Strandurlaub mit Sonnenbädern und Schwimmen im Meer oder Pool mit einem Stoma möglich. Stomabeutel sind in der Regel wasserdicht und halten auch im Wasser. Zudem gibt es spezielle Badegürtel beziehungsweise Schwimmgürtel oder -kappen aus Neopren für die Stomaversorgung, die für Halt und Schutz bei Wassersportaktivitäten wie Tauchen, Surfen oder Wasserski sorgen. Manche Hersteller bieten spezielle Badebekleidung an, die die Stomaversorgung bedeckt.

Welcher Sport mit Stoma?

Ein Aktivurlaub mit Stoma ist möglich. Auch hier gilt: Klären Sie die individuellen Risiken vorab mit Ihrem Arzt oder Ärztin. Gegen die Ausübung von Outdoor-Sport wie Wandern oder Radfahren spricht in der Regel nichts. Bei längeren Touren sollten Sie Ersatz für das Versorgungsmaterial mitnehmen. Für Sportarten wie Hand- oder Fußball, bei denen es zu einer Verletzung des Stomas kommen könnte, gibt es spezielle Schutzgürtel oder -kappen.

Alle Arten körperlicher Aktivität, bei denen das Stoma selbst verletzt oder der Sitz des Stomabeutels gefährdet werden könnte und die Bauchmuskulatur stark beansprucht wird, sind weniger geeignet. Das sind beispielsweise Kampfsportarten wie Boxen, Judo, Geräteturnen oder Gewichtheben. Auch bestimmte Fitnessübungen wie Sit-ups sind mit Stoma problematisch. Hilfsmittel wie Schutzgürtel oder Stomabandagen können das Stoma schützen und der Belastung der Bauchmuskulatur entgegenwirken. Damit es nicht zu Verletzungen oder Komplikationen kommt, ist ärztlicher Rat gefragt.

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.