Verkehrstote 2018: Mehr Menschen bei Unfällen gestorben

12.7.2019

2018 stieg die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr. Es kamen weniger Pkw-Insassen und Fußgänger ums Leben, dagegen starben mehr Radfahrer. Mehr als die Hälfte der getöteten Verkehrsteilnehmer verlor auf Landstraßen das Leben.

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Die Gefahr im Straßenverkehr getötet zu werden, ist auf Landstraßen am größten
  • 2018 kamen 3275 Menschen im Straßenverkehr ums Leben
  • Die Zahl der Unfälle stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent
  • Pkw-Insassen und Fußgänger verunglückten seltener tödlich, Radfahrer dagegen deutlich öfter

 

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 3275 gestiegen. 2017 waren 3180 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschäden hat zugenommen: Wurden im Vorjahr 302.656 Unfälle registriert, waren es 2018 insgesamt 308.271 – ein Plus von 2,2 Prozent. Die Zahl der Verunglückten stieg von 393.492 auf 399.293. Insgesamt erfasste die Polizei 2,63 Millionen Unfälle.

Während die Zahl der getöteten Pkw-Insassen und der Fußgänger gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken ist, ist ein deutlicher Anstieg bei den ums Leben gekommenen Radfahrer festzustellen: Mit 445 Toten waren es 16,5 Prozent mehr als 2017.

Wie in den Vorjahren ereigneten sich auch 2018 die meisten Unfälle mit Personenschaden innerhalb von Ortschaften (69 Prozent). Dort starben aber nur 30 Prozent der Getöteten. Auf Landstraßen fanden 24,3 Prozent der Unfälle mit Personenschaden statt. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Verkehrsunfallopfer lag aber bei 57 Prozent. Auf Autobahnen ereigneten sich 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden, 12,9 Prozent aller Getöteten kamen dort ums Leben.

Unfälle auf Straßen außerhalb von Ortschaften haben unter anderem wegen der höheren Fahrgeschwindigkeiten schlimmere Folgen als auf Straßen innerorts. Auf Landstraßen erhöhen die fehlende Trennung zum Gegenverkehr, schlechte Überholmöglichkeiten, Kreuzungen oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn das Risiko von Unfällen.

Auch wenn im Vergleich zu den 1960er-Jahren immer weniger Menschen im Verkehr sterben: Die aktuellen Zahlen zeigen aus Sicht des ADAC, dass die Verkehrssicherheitsarbeit dringend neue Impulse benötigt. So sollte nach Meinung der Club-Experten eine Strategie für 2030 entwickelt werden, wie die hohe Zahl an Verkehrsunfallopfern verringert werden kann.

Noch kein Plus an Sicherheit durch Automatisierung

Entwicklung Verkehrstote
Die Zahl der Verkehrstoten ist in den letzten Jahrzehnten gesunken

Handlungsbedarf gibt es auch wegen des demografischen Wandels und der wachsenden Zahl älterer Menschen, die am Verkehr teilnehmen. Aufgrund des höheren Lebensalters haben sie ein größeres Risiko für Verletzungen. Gleichzeitig steigen immer mehr Senioren aufs Fahrrad und nutzen dabei häufig Pedelecs und E-Bikes. Konfliktsituationen im Straßenverkehr sind auch durch die im Juni 2019 erfolgte Legalisierung von Elektro-Tretrollern zu erwarten. Hoffnungen auf eine bessere Verkehrssicherheit durch die zunehmende Automatisierung bei Pkw werden sich in den nächsten Jahren noch nicht erfüllt, da der Anteil dieser Fahrzeuge noch zu gering ist. 

Deswegen setzt der Club auf verstärkte Prävention. So sollten die Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche sowie die Fahranfängerausbildung verbessert und ausgebaut werden. Weiter gilt es, auch Radfahrer für die Gefahren von Alkohol und anderen Rauschmitteln zu sensibilisieren. 

 

Text: Online-Redaktion. Quelle: Destatis. Foto: Fotolia/mhp

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