Vignetten und Maut: Diese Kostenfallen sollten Reisende kennen

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte Vignetten, digitale Streckenmaut und mögliche Sondermauten frühzeitig einplanen. Denn gerade in der Ferienzeit können falsche Routen, fehlende Mautbuchungen oder lange Warteschlangen an Grenzübergängen schnell Zeit und Geld kosten.
Sommerzeit ist Hochsaison in den ADAC Geschäftsstellen und Reisebüros in der Region. Besonders gefragt sind Vignetten und digitale Mautprodukte für die Fahrt in den Urlaub. Geschäftsstellenleiter Bernd Eschlbeck aus der ADAC Geschäftsstelle Stuttgart kennt die typischen Kostenfallen an Grenzübergängen und Mautstellen – und gibt Tipps, wie Reisende aus der Region entspannter ans Urlaubsziel kommen.
Vignetten rechtzeitig besorgen
„Kurz vor Beginn der Sommerferien ist bei uns in der Geschäftsstelle besonders viel los. Wer Wartezeiten vermeiden möchte, sollte Vignetten und Mautprodukte möglichst frühzeitig besorgen.“
Bernd Eschlbeck, Geschäftsstellenleiter ADAC Geschäftsstelle & Reisebüro Stuttgart/Neckartor©Aurelius Maier
Beim Kauf digitaler Vignetten und digitaler Streckenmaut ist der Fahrzeugschein wichtig: Für die Buchung wird das Kfz-Kennzeichen benötigt. Reisende sollten außerdem genau prüfen, ab wann die digitale Vignette oder Streckenmaut gültig ist. Je nach Anbieter und Kaufweg kann es unterschiedliche Regelungen zur Sofortgültigkeit geben. Auch bei Klebevignetten oder vor Ort gekauften Mautprodukten gilt: Gültigkeitsdauer und Startdatum genau kontrollieren.
Nicht blind dem Navi folgen
Eine häufige Kostenfalle entsteht unterwegs durch automatische Routenvorschläge. Kommt es an Grenzübergängen, Tunneln oder Mautstellen zu Staus, sucht das Navigationsgerät oft nach Ausweichrouten. Dabei kann es passieren, dass Autofahrerinnen und Autofahrer auf eine Strecke geleitet werden, für die zusätzliche Maut fällig wird.
ADAC Tipp: Wurde diese Streckenmaut nicht vorab bezahlt, kann es nachträglich teuer werden. Deshalb gilt: Routenänderungen immer prüfen – besonders in Österreich, Slowenien, Italien und der Schweiz sowie auf Strecken mit Tunneln oder Gebirgspässen.
Ein bekanntes Beispiel ist der Karawankentunnel. Hier sollten Reisende vorab klären, welche Zahlungs- und Abwicklungsmöglichkeiten für die jeweilige Fahrtrichtung gelten.Die ASFINAG erhebt die Streckenmaut nur für die Fahrtrichtung Süden (Österreich nach Slowenien). Die Gegenrichtung wird von der slowenischen Autobahngesellschaft DARS abgerechnet. Deshalb gelten je nach Fahrtrichtung unterschiedliche Buchungs- und Zahlungswege.
Digitale Streckenmaut spart Zeit
Wer mautpflichtige Sonderstrecken nutzt, sollte die digitale Streckenmaut möglichst vorab buchen. Das spart gerade in der Ferienzeit Zeit und Nerven.
An vielen Mautstellen können Reisende mit vorab gebuchter digitaler Streckenmaut speziell gekennzeichnete Spuren nutzen. Die Kontrolle erfolgt in der Regel über das Kennzeichen. Dadurch lassen sich Warteschlangen an den Kassenhäuschen häufig vermeiden.
Diese digitalen Vignetten sind in der ADAC Geschäftsstelle erhältlich
Sie werden direkt auf das Kfz-Kennzeichen gebucht, deshalb immer den Fahrzeugschein bereithalten:
Österreich – sofort gültig
1-Tages-Vignette
10-Tages-Vignette
2-Monats-Vignette
Jahresvignette
Digitale Streckenmaut: Einzeltickets für mautpflichtige Tunnel und Pässe z. B. Brennerautobahn, Tauernautobahn, Arlbergtunnel, Karawankentunnel, Pyhrnautobahn
Slowenien – sofort gültig
Digitale Autobahngebühr / E-Vignette für Pkw und Motorräder
Vorteil vor Ort: Beim Kauf in der ADAC Geschäftsstelle entfällt für die österreichische 2-Monats- und Jahresvignette die gesetzliche 18-tägige Verbraucher-Sperrfrist für Online-Käufe. Die Vignetten sind sofort ab dem Kaufzeitpunkt gültig.
Österreich: Vignette reicht nicht immer
In Österreich benötigen Autofahrerinnen und Autofahrer für Autobahnen und Schnellstraßen grundsätzlich eine Vignette.
Auf einigen Streckenabschnitten fallen zusätzlich Sondermauten an:
A10 Tauern Autobahn: Tauern- und Katschbergtunnel
A11 Karawanken Autobahn: Karawankentunnel
A9 Pyhrn Autobahn: Bosrucktunnel und Gleinalmtunnel
A13 Brenner Autobahn
S16 Arlberg Schnellstraße/Arlbergtunnel
Wichtig: Vor Reiseantritt prüfen, ob für die geplante Route zusätzlich zur Vignette eine Streckenmaut erforderlich ist und ob diese digital vorab gebucht werden kann.
Der ADAC Klassiker das TourSet
„Auch in Zeiten der Digitalisierung sind unsere TourSets weiterhin gefragt. Viele Reisende schätzen die kompakte Zusammenstellung wichtiger Informationen, die sie unterwegs jederzeit griffbereit haben – ganz unabhängig von Internetverbindung oder Akkustand.“
Bernd Eschlbeck, Geschäftsstellenleiter ADAC Geschäftsstelle & Reisebüro Stuttgart/Neckartor©Aurelius Maier
Wer seine Route vorab plant, spart unterwegs Zeit und vermeidet unnötige Kosten. Unterstützung bietet das ADAC TourSet: Es ist für ADAC Mitglieder in allen ADAC Reisebüros kostenlos erhältlich und enthält umfangreiches Kartenmaterial, Routenvorschläge, Urlaubstipps sowie Informationen zu Verkehrsregeln, Vignetten und Mautkosten im jeweiligen Reiseland. Ergänzt wird das Angebot durch individuelle Empfehlungen zu Sehenswürdigkeiten, Länderinformationen und weiteren Reisetipps – zusammengestellt von den ADAC Reiseexperten.
Wer seine Reise lieber digital plant, kann mit ADAC Maps die Route inklusive Maut- und Vignettenkosten berechnen, aktuelle Verkehrsinformationen abrufen und sich über Reiseziele und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke informieren. Weitere Infos finden Sie hier
