Mit dem ADAC sicher zur Schule: Was Eltern wissen sollten

Die Schule in Baden-Württemberg hat begonnen. Aktuell sind wieder besonders viele Kinder unterwegs, darunter auch zahlreiche Erstklässler, die ihren Schulweg und die Regeln im Straßenverkehr erst kennenlernen.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass das Thema Aufmerksamkeit verdient, denn die Verkehrsunfälle mit Kindern nehmen zu. Bei den 6- bis 14-Jährigen liegt ein Schwerpunkt werktags zwischen 7 und 8 Uhr, genau in der Zeit sind viele Kinder auf dem Weg zur Schule.
Wann kann ein Kind allein zur Schule gehen?
Der erste Schulweg ist für Kinder ein wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit. Für Eltern stellt sich dabei die Frage: Ist mein Kind schon bereit, allein zu gehen? Welcher Weg ist sicher? Und wie lässt sich der Schulweg am besten üben?
Das hängt weniger vom Alter als vom Kind und vom konkreten Schulweg ab. Entscheidend ist, ob das Kind Verkehrssituationen erkennen und wichtige Regeln sicher anwenden kann. Am besten wird der Schulweg zunächst gemeinsam geübt. Danach kann das Kind zunehmend die Führung übernehmen und später einzelne Abschnitte allein gehen.
Das können Eltern unterwegs beobachten:
Bleibt das Kind zuverlässig auf dem Gehweg?
Hält es an Bordsteinen an?
Schaut es nach links und rechts?
Überquert es Straßen an sicheren Stellen?
Lässt es sich leicht ablenken?
Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste
Bei der Wahl des Schulwegs sollte Sicherheit vor Entfernung gehen. Gut sind übersichtliche Straßen, breite Gehwege und möglichst wenige Querungen. Besonders hilfreich sind Ampeln, Zebrastreifen oder Schülerlotsen. Auch Kreuzungen, parkende Autos und Einfahrten sollten Eltern gemeinsam mit ihrem Kind anschauen und mögliche Gefahren besprechen.
Wichtige Tipps zum Üben: Den Weg möglichst zu der Uhrzeit üben, zu der das Kind später unterwegs sein wird. Und nicht nur erklären: Kinder sollten selbst erleben und mitdenken. Das funktioniert zum Beispiel über Fragen: „Wo würdest du hier die Straße überqueren?“ oder „Was könnte hinter diesem Auto passieren?“ So lernt das Kind, Gefahren selbst zu erkennen und Entscheidungen zu treffen.
Die oberste Regel auf dem Schulweg: Konzentration und Aufmerksamkeit auf den Verkehr.
Eine gute Lösung: der Laufbus
Für jüngere Kinder kann ein Laufbus eine gute Möglichkeit sein, sicher und gemeinsam zur Schule zu gehen. Mehrere Kinder legen dabei eine feste Strecke zurück und werden an vereinbarten Treffpunkten eingesammelt. Zu Beginn begleiten Erwachsene die Gruppe. So sind die Kinder nicht allein unterwegs, sammeln Erfahrungen im Straßenverkehr und bewegen sich gleichzeitig.
Alternative: Elternhaltestellen
Wenn das Bringen mit dem Auto notwendig ist, können Schulen gemeinsam mit den Kommunen sogenannte Elternhaltestellen einrichten. Eltern lassen ihre Kinder dort außerhalb des unmittelbaren Schulbereichs aussteigen, sodass sie den letzten Abschnitt zu Fuß zurücklegen. Das entlastet den Verkehr vor der Schule und erhöht die Sicherheit für alle.
Wichtig ist: Kinder müssen den Schulweg nicht von heute auf morgen allein bewältigen. Sicherheit entsteht Schritt für Schritt – indem Eltern den Weg zunächst gemeinsam üben, Gefahrenstellen besprechen und ihrem Kind nach und nach mehr Verantwortung übertragen.
Im Trend: Mit Tretroller oder E-Scooter zur Schule
Auch wenn für E-Scooter in Deutschland keine Helmpflicht besteht, ein Sturz kann zu schweren Verletzungen an Kopf und Gesicht führen. Gerade Kinder und Jugendliche sollten deshalb nicht ohne Helm unterwegs sein.
Mit dem Tretroller gilt: Gehwege sind grundsätzlich für den Tretroller vorgesehen, sofern keine andere Regelung gilt. Rücksicht auf Fußgänger ist dabei wichtig.
Beim E-Scooter gelten andere Regeln: Sie dürfen in Deutschland grundsätzlich erst ab 14 Jahren gefahren werden. Benutzt werden müssen vorhandene Radwege oder Radfahrstreifen. Nur wenn diese fehlen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Gehwege sind tabu.
Für den Schulweg gilt deshalb: Regeln vorher gemeinsam besprechen und die Strecke mit dem jeweiligen Fahrzeug üben. Besonders Kreuzungen, Einmündungen und unübersichtliche Stellen sollten dabei im Mittelpunkt stehen.
Viele weitere wichtige Tipps und Infos gibt die ADAC Stiftung unter: Gemeinsam für einen sicheren Schulweg
Für eine Elternhaltestelle sollten unter anderem folgende Kriterien erfüllt werden:
Eine Mindestentfernung von 250 Meter zur Schule
Ein sicherer Fußweg für die Kinder
Eine gefahrlose Wendemöglichkeiten für Pkw
Die Hol- und Bringzonen sind zu den Stoßzeiten für die Eltern freizuhalten
Interessierte Städte und Gemeinden können sich für eine Beratung zum Thema Elternhaltestellen unter verkehr@wtb.adac.de oder 0711 28 00 202 an den ADAC Württemberg wenden.