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Große ADAC Umfrage: Freiburg punktet bei Fußgängern, ÖPNV-Nutzern und Radfahrern

Der ADAC Monitor "Mobil in der Stadt" hat die Zufriedenheit von Verkehrsteilnehmern mit ihrer Mobilitätssituation in 29 Städten erfasst, darunter auch in Freiburg. ∙ © Shutterstock/karp5

Wie zufrieden sind Auto- oder Fahrradfahrer, Fußgänger oder Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs mit dem Mobilitätsangebot in ihrer Stadt? Das wollte der ADAC in einer repräsentativen Online-Umfrage wissen. Für den ADAC Monitor "Mobil in der Stadt" wurden zwischen dem 7. Oktober und 7. November 2020 mehr als 10.000 Einwohner, Pendler und Besucher aus 29 Städten befragt. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden zu einem Zufriedenheitsindex zusammengeführt.

  • Umfrage in 29 Städten bis 366.000 Einwohner

  • Freiburg belegt Rang 4 im bundesweiten Vergleich

  • Gute Noten von Fußgängern, ÖPNV-Nutzern und Radfahrern

  • Große Unzufriedenheit bei Autofahrern

Im Gesamtranking aller vier Fortbewegungsarten belegt Freiburg den vierten Rang nach Spitzenreiter Münster, gefolgt von Rostock und Oldenburg. Fußgänger, ÖPNV-Kunden und Fahrradfahrer sind mit ihrer persönlichen Mobilitätssituation in Freiburg sehr zufrieden, während bei Autofahrern die Unzufriedenheit überwiegt.

Index-gesamt-Mobil-in-der-Stadt-01-21-2021 ∙ © ADAC e.V.

Gute Noten von Fußgängern

Am zufriedensten sind die befragten Stadtbewohner mit der Fortbewegung zu Fuß. Im Umfragebereich Fußgänger erreicht Freiburg mit dem Teilindex 49 den zweiten Platz. Positiv bewerten sie die direkten Wege von A nach B, das Angebot an gesicherten
Überquerungsmöglichkeiten sowie die Breite und Beleuchtung der Gehwege. Zwei Wünsche haben Fußgänger allerdings: Rücksichtsvollere Fahrradfahrer und mehr Bänke entlang der Gehwege.

ÖPNV-Nutzer schätzen kurze Wege beim Umsteigen

Überwiegend zufrieden zeigen sich auch die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Teilindex 40 sicherte sich die Stadt unter den befragten ÖPNV-Nutzern den dritten Rang. Honoriert werden vor allem die kurzen Wege beim Umsteigen, die Dichte der Haltestellen sowie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Verbesserungsbedarf sehen ÖPNV-Nutzer beim Parkplatzangebot an Stationen und Bahnhöfen. Zugleich leidet der öffentliche Personennahverkehr an den Auswirkungen der Corona-Pandemie: Mindestens ein Drittel der befragten ÖPNV-Kunden in Freiburg nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel sowie die Bahn seltener oder gar nicht mehr.

Lob für gut ausgebautes Radwegenetz

Viel Zuspruch gibt es von den befragten Radfahrern. Im Umfragebereich Fahrrad belegt Freiburg Rang 4. Besonders geschätzt wird die Zuverlässigkeit der Zielerreichung, das gut ausgebaute Radwegenetz sowie der Zustand und die Breite der Radwege. In Freiburg gilt das Fahrrad als beliebtestes Fortbewegungsmittel, über ein Drittel der Verkehrswege innerhalb der Stadt werden mit dem Rad zurückgelegt. Am stärksten bemängeln Radfahrer die fehlende Mitnahmemöglichkeit des Fahrrads im ÖPNV.

Große Unzufriedenheit bei Autofahrern

Die meiste Unzufriedenheit in Freiburg herrscht bei den Autofahrern. Sie äußert sich in der negativen Bilanz mit Rang 18. Zu den größten Ärgernissen zählen Radfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten, fehlende Parkplätze und die Höhe der Parkgebühren. Unzufrieden sind die Autofahrer zudem mit dem Baustellenmanagement: 35 Prozent der befragten Autofahrer bewerteten diesen Punkt mit den Noten 5 bis 6. Lob gibt es für den guten Straßenzustand und die Wegweisung an den Straßen.

„Für Autofahrer hat sich die Situation insgesamt verschlechtert. Die Verkehrsentwicklung der Stadt orientiert sich angesichts der Mobilitätsbedürfnisse kaum noch am motorisierten Individualverkehr.“

Clemens Bieniger, Vorsitzender ADAC Südbaden e.V.

Aus Sicht des ADAC ist der Ausbau von Park + Ride Anlagen an den Randzonen der Stadt
sinnvoll, um den ÖPNV für Autofahrer und Pendler attraktiver zu gestalten. Zu überlegen wäre darüber hinaus, die Einnahmen aus den Parkgebühren in Parkhäuser oder Tiefgaragen zu investieren und so neue Parkmöglichkeiten zu schaffen.

Kritik am Verhalten der Radfahrer

Besonders auffällig ist die negative Beurteilung des Verhaltens von Radfahrern durch Fußgänger und Autofahrer. Fast die Hälfte der befragten Autofahrer kritisiert das Verhalten
der Radfahrer, während 34 Prozent der Fußgänger mit dem Auftreten der Radfahrer unzufrieden ist. Sogar untereinander bemängeln 28 Prozent der Radfahrer das „nicht regelkonforme Verhalten“. Vor diesem Hintergrund plädiert der ADAC für ein faires Miteinander im Straßenverkehr. Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme sollten für alle Verkehrsteilnehmer selbstverständlich sein.

Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, dass Freiburg den Herausforderungen der Mobilität mit nachhaltigen Ansätzen begegnet. Auf lange Sicht empfiehlt der ADAC eine integrierte Mobilitätsplanung für alle Verkehrsarten.

„Alle relevanten Verwaltungsbehörden, Handlungsfelder, Akteure und Betroffenen sowie benachbarten Kommunen sollten in den Planungsprozess eingebunden werden, damit die Belange aller Verkehrsteilnehmer gleichermaßen berücksichtigt werden.“

Clemens Bieniger, Vorsitzender ADAC Südbaden e.V.


Alle Ergebnisse des ADAC Monitors "Mobil in der Stadt" finden Sie hier.