ADAC Monitor "Mobil in der Stadt": Münster und Rostock Spitze

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Eine große Online-Umfrage in 29 mittleren Großstädten zeigt, wo Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer zufrieden sind und wo nicht.

  • Befragt wurden Einwohner, Pendler und Besucher

  • Münster bei Auto, Fahrrad und Fußgängern vorn

  • Schlusslicht des Rankings ist Mönchengladbach

Wie zufrieden sind Sie als Auto- oder Fahrradfahrer, Fußgänger oder als Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs? Das wollte der ADAC in einer großen Online-Umfrage in 29 deutschen Städten wissen: Von Oldenburg (169.000 Einwohner) bis Bochum (366.000) wurden Einwohner, Pendler und Besucher befragt. Mehr als 10.000 Menschen ab 18 Jahren nahmen zwischen dem 7. Oktober und dem 7. November 2020 für den Monitor "Mobil in der Stadt" an der Umfrage teil. Im Durchschnitt wurden in jeder Stadt 400 Interviews geführt.

Münster ist Gesamtsieger

Eindeutiger Sieger des ADAC Monitors ist Münster. Platz eins in der Kategorie Fahrrad überrascht nicht, schließlich gilt die westfälische Kommune als deutsche Fahrradhauptstadt. Aber auch Autofahrer und Fußgänger sind hier zufriedener als anderswo. "Man darf kein Verkehrsmittel bevorzugen, sondern muss Angebote für alle schaffen und gleichzeitig die Menschen einbeziehen", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe im Interview, "das tun wir, deshalb dürfen wir diesen Erfolg feiern."

Nur beim ÖPNV schnitten vier andere Städte besser ab als Münster. Sieger ist hier Rostock, das im Gesamtranking auf dem zweiten Platz landete. Schlusslicht ist Mönchengladbach, Vorletzter Krefeld.

Die Detailergebnisse aller 29 Städte finden Sie unten als Download. Einfach durchklicken.


Wenig Staus und Baustellen – was Autofahrer zufrieden macht

Autofahrer kommen gern möglichst schnell an ihr Ziel und wollen dort nicht ewig nach einem Platz für ihren Wagen suchen. Daher stören sie vor allem Staus, schlechtes Baustellenmanagement, eine mangelhafte Straßeninfrastruktur und zu wenige Parkplätze.

Gute Noten erteilten Autofahrer neben Münster Oldenburg, Erfurt und Oberhausen. Schlusslichter in dieser Kategorie sind Karlsruhe und Potsdam.

Die große Zufriedenheit von Autofahrern in seiner Stadt erklärt sich Münsters Oberbürgermeister Lewe vor allem mit der Ausweisung vieler Fahrradstraßen. Dadurch entspannt sich die Situation für Radfahrer. Aber auch für Autofahrer, die auf den häufig parallel laufenden Hauptverkehrsstraßen weniger Radverkehr haben.

Mobil in der Stadt: So sparen Clubmitglieder

ADAC Mitglieder sparen in Städten bei zahlreichen Partnern:

ShareNow: Zugang zu Autos in 16 Städten, 10 Euro Startguthaben und kostenlose Registrierung für Mitglieder.

Flinkster: Beim größten Carsharing-Netzwerk Deutschlands (4500 Fahrzeuge, 2500 Stationen in rund 400 Städten) erhalten Mitglieder 15 Euro Fahrtguthaben und sparen bei der Anmeldegebühr (15 statt 29 Euro).

Call a Bike: In 70 Städten verfügbar. Für Mitglieder: kostenfreie Anmeldung im ermäßigten Call-a-Bike-Basistarif und im Call-a-Bike-Komforttarif (39 statt 49 Euro).

Radfahrer mögen ein gut ausgebautes Wegenetz

Ein dichtes Netz an möglichst breiten Wegen ohne Hindernisse und Schlaglöcher wünschen sich Radfahrer. Sieger Münster punktet hier mit einem Fahrradring auf der Promenade, wo sich einst die Stadtbefestigung befand. Auf ihr kann man die Innenstadt umrunden. Weitere Fahrradstraßen sowie Velorouten ins Umland sind in Planung.

In Karlsruhe, Zweiter dieser Kategorie, zahlt sich aus, dass die Stadt seit 15 Jahren Radverkehr fördert: Neben dem Ausbau von Radwegen wurden mehrere innerstädtische Achsen in Fahrradstraßen umgewidmet. Und Oldenburg fördert die Mobilität auf zwei Rädern mit der Initiative "Radliebe", die unter anderem spezielles Kartenmaterial für Routen durch die Stadt anbietet.

Den größten Nachholbedarf bei Angeboten für Radfahrer haben Krefeld und das weit abgeschlagene Schlusslicht Mönchengladbach.

Pünktlichkeit und gute Verbindungen – das schätzen
Bus- und Bahnfahrer

Frau steigt in den Bus ein
ÖPNV-Nutzer wünschen sich direkte und schnelle Verbindungen ∙ © iStock.com/RealPeopleGroup

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, direkte Verbindungen und Pünktlichkeit sind für die Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln sehr wichtig. Besonders gut erfüllt Rostock diese Wünsche. "Ein großer Pluspunkt ist die Stadtbahn, die ein dichtes Netz, eine Streckenlänge von 36 Kilometern und circa alle 500 Meter eine Haltestelle hat", sagt Carsten Willms, Verkehrsexperte des ADAC Regionalclubs Hansa. "Dazu kommen gute Direktanbindungen sowie Top-Werte bei der Pünktlichkeit und der Verfügbarkeit", fügt er hinzu, "das heißt, es kommt selten vor, dass eine Bahn oder ein Bus mal ausfällt."

Auf Platz zwei bei der ÖPNV-Zufriedenheit liegt Erfurt. Die Stadt ist Teil des größten zusammenhängenden Verkehrsverbunds in Thüringen. Auf den Plätzen drei und vier rangieren Freiburg und Magdeburg, Schlusslichter sind Mönchengladbach und Wuppertal.

Fußgänger möchten direkt und sicher von A nach B

Eine Gruppe von Kindern geht über den Zebrastreifen
Sichere Querungsstellen wie Zebrastreifen sind für Fußgänger wichtig ∙ © iStock.com/Imgorthand

Fußgänger fühlen sich wohl in deutschen Städten: In keiner anderen Kategorie des ADAC Monitors sind die Zufriedenheitswerte höher – selbst in den Städten auf den hinteren Plätzen des Rankings (Wuppertal, Krefeld) gibt es deutlich mehr glückliche als unzufriedene Fußgänger.

Was Fußgänger sich wünschen, sind direkte Wege, sichere Querungsstellen wie Zebrastreifen und breite Gehwege, idealerweise mit Sitzmöglichkeiten. Hier punkten Oldenburg, Rostock, Magdeburg, Freiburg und Potsdam. Aber in der Gesamtwertung liegt auch hier Münster an der Spitze.

ADAC Verkehrspräsident: "Ein gut ausgewogenes Miteinander ist möglich"

Nach Ansicht von ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand zeigt der Sieger Münster, dass eine integrative Verkehrsplanung, die alle Verkehrsmittel berücksichtigt und aufeinander abstimmt, erfolgreich ist. "Es kann ein ausgewogenes Miteinander von Auto- und Radfahrern, Fußgängern und ÖPNV-Nutzern geben", sagt Hillebrand. Und weiter: "Dazu sollte jeder seinen Beitrag leisten, indem er die Regeln einhält, nicht immer auf seinem Recht besteht und vor allem Fehler anderer auch mal verzeiht."

Der ADAC Verkehrspräsident wünscht sich gute Lösungen für den Umgang mit dem knappen Platz im Straßenraum. "Die Vorstellung, Autos Raum wegzunehmen und anderen Verkehrsteilnehmern zuteilen zu können, ist jedoch zu simpel", sagt Hillebrand. "Wir müssen geeignete Kompromisse für nachhaltige Lösungen finden, die von allen Betroffenen akzeptiert werden."

Detaillierte Informationen zu Karlsruhe und Mannheim gibt es hier. Einen ausführlichen Bericht über das Abschneiden der Städte in Nordrhein-Westfalen steht hier zum Nachlesen bereit. Auch die Ergebnisse in Potsdam und Oldenburg beleuchten eigene Berichte. Darüber hinaus finden Sie die Ergebnisse für Freiburg hier.

Den vollständigen Bericht zum ADAC Monitors "Mobil in der Stadt" finden Sie hier zum Download:

Ergebnisse des ADAC Monitors "Mobil in der Stadt"
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Christof Henn
Redakteur
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