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Der ADAC

Motorsport in Pandemiezeiten

Eines der Jahreshighlights 2020: Der "Große Preis von Weingarten" auf dem Hockenheimring. ∙ © Gruppe C Photography

Trotz der vielen Einschränkungen im Zuge der Eindämmung der Pandemie setzten der ADAC Nordbaden und seine Ortsclubs im Jahr 2020 alles daran, auch in diesen Zeiten einen sicheren Motorsport anzubieten.

  • Ausbildung der Sportwarte

  • ADAC SimRacing Cup eröffnet neue Möglichkeiten

  • Nordbadischer ADAC Jugendkart Cup für den Kartslalom-Nachwuchs

  • Sicherer Motorsport in der Pandemie

  • Das Ende einer Ära bei der DTM in Hockenheim

Der Motorsport-Jahresrückblick

Unter anderem ist es gelungen, den ADAC Jugendkart Cup unter Berücksichtigung eines strengen Hygienekonzeptes auf die Beine zu stellen und den vom MSC Taifun Mörsch veranstalteten Motoball Cup ins Leben zu rufen. Mit dem ADAC SimRacing Cup gibt es außerdem ein ganz neues virtuelles Angebot. Ein Überblick.

Sportwart-Schulungswochenende

(11. und 12. Januar 2020, Clubhaus MSC Weingarten)

Die Ausbildung seiner Sportwarte übernimmt der ADAC Nordbaden zu großen Teilen selbst. Jährlich wird die Ausbildung zum Sportwart der Streckensicherung angeboten, bei der man die Möglichkeit hat, neben der für Clubsportveranstaltungen benötigten ADAC Nordbaden internen Lizenz auch die entsprechende DMSB Lizenz zu erlangen.

Heinrich Kurz – Beauftragter für Sportwarte beim ADAC Nordbaden – und Georg Ziegahn, der neben seiner Funktion als Rennleiter auch Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Weingarten ist, sorgten in einer kurzweiligen und informativen Schulung für Auffrischung von vorhandenem Wissen und dafür, dass alle auf demselben, aktuellen Wissens- und Kenntnisstand sind.

Neben der Ausbildung zum Sportwart der Streckensicherung fand beim Schulungswochenende des ADAC Nordbaden auch die Ausbildung zum Slalomleiter Clubsport/Jugendkart statt. Der Hauptverantwortliche von Slalom-Veranstaltungen aus den Bereichen Jugendkartslalom, Automobilslalom sowie Motorrad- und Quadslalom benötigen diese ADAC Nordbaden interne Slalomleiterlizenz, deren Wissensgrundlagen von Heinrich Kurz sowie den Beauftragten der entsprechenden Bereiche Kai Russell, Randolf Kretzschmar und Hans-Wilhelm Peter vermittelt wurden.

Da Motorsport ohne Sportwarte nicht möglich wäre, ist der ADAC Nordbaden stolz darauf, dass an diesem Wochenende über 80 Personen an den Schulungen teilgenommen haben und es bereits weit über 150 ausgebildete Sportwarte der Streckensicherung in den Reihen der nordbadischen ADAC Ortsclubs gibt.

Einstieg in den virtuellen Motorsport beim ADAC Nordbaden

(14. Februar 2020/Herbst 2020)

Chancengleichheit in Liga 3: Alle Teilnehmer gingen mit dem Audi RS3 LMS an den Start. ∙ © Jan Seyffarth/ADAC SimRacing Cup

Der digitale Motorsport – genannt SimRacing - wurde im Herbst 2018 vom DMSB offiziell als Motorsportdisziplin anerkannt. Heutige Rennsimulationen sind so real, dass sie im professionellen Bereich zum Training dienen aber auch Grundlage vieler Online-Wettbewerbe sind. Mit dem „Casual Gaming“ sind diese Simulationen kaum zu vergleichen. Sie haben einen großen Vorteil gegenüber dem realen Rennsport, denn SimRacing ist für jedermann erschwinglich!

Um die ADAC Ortsclubs und deren Mitglieder dabei zu unterstützen, sich in dieser neuen Motorsportdisziplin zu orientieren, fand am 14. Februar eine Kick-Off Veranstaltung im SimRacing Center in Mannheim statt. Auf Full-Motion Simulatoren konnten die Teilnehmer dort professionell instruiert einige Runden in einem virtuellen Rennfahrzeug drehen und ganz unverbindlich reinschnuppern in diese neue, virtuelle Welt.

Um deutschlandweit nach Vorbild von Clubsportveranstaltungen Wettbewerbe – auch gegen Teilnehmer anderer Regionen und Regionalclubs - austragen zu können, hat die Abteilung Motorsport und Klassik mit den Sportabteilungen anderer ADAC Regionalclubs unter Federführung des ADAC Südbayern nach monatelangen Planungen eine virtuelle Rennserie für ADAC Ortsclubs und ADAC Mitglieder ins Leben gerufen: Im Oktober konnte die erste Saison des ADAC SimRacing Cup auf der Simulation iRacing an den Start gehen.

In drei Ligen traten knapp 100 SimRacer gegeneinander auf Tourenwagen, GT4 – und GT3-Fahrzeugen an. Neben einer professionellen Organisation mit Website, Social Media Kanälen und einem von Profi-Rennfahrer und SimRacer Jan Seyffarth kommentierten Live Stream hatte eine Rennkommission um Renndirektor Claro Ziegahn vom MSC Weingarten immer ein strenges Auge auf jedes Vergehen auf den virtuellen Rennstrecken – alles nach dem Vorbild des realen Motorsports.

Zwei Teilnehmer aus Nordbaden konnten sich für die Liga 2 der Premierensaison des ADAC SimRacing Cup qualifizieren – auch bei den Sportwarten und rund um die Organisation war Nordbaden stark vertreten. Dass der ADAC Nordbaden mit seinen Bemühungen um die junge Disziplin SimRacing richtig lag, zeigte sich während dem Lockdown im Frühjahr: Als die Räder im weltweiten Motorsport still standen, sind zahlreiche Motorsportler vom Rennwagen auf den Simulator gewechselt und SimRacing erlebte einen nicht für möglich gehaltenen Boom.

Nordbadischer ADAC Jugendkart Cup

(Sommer/Herbst 2020)

© Bobracing

Hart getroffen hat das Trainingsverbot im Lockdown die Kartslalompiloten der nordbadischen ADAC Ortsclubs im Frühjahr und Sommer 2020. Insbesondere nach dem Bundesendlauf 2019, der als Saisonhöhepunkt in Sinsheim veranstaltet worden war, brannten die Jugendgruppen auf die neue Saison. Aber im Jahr 2020: Flaute!

Im Jahr 2020: Flaute! Der Lockdown im Frühjahr kam genau zu Saisonbeginn und die nordbadische ADAC Meisterschaft sowie der Bundesendlauf wurden im Frühsommer rechtzeitig und folgerichtig abgesagt. Ein Jahr ohne sportlichen Wert stand an und dennoch kam – als sich die Lage im Sommer beruhigte – Hoffnung auf im Lager der Kartslalompiloten.

Auf Initiative der aktiven Jugendkart Ortsclubs und mit tatkräftiger Unterstützung durch den ADAC Nordbaden konnte von August bis Oktober der Nordbadische ADAC Jugendkart Cup ins Leben gerufen werden. Sieben Kartslalom Veranstaltungen von sechs ADAC Ortsclubs standen auf dem Plan. Veranstalter mussten Mehraufwand in Kauf nehmen und Hygienekonzepte mit den Ordnungsämtern ihrer Kommunen abstimmen und umsetzen. Auch für die Teilnehmer war vieles nicht so wie gewohnt. Aber: Motorsport war wieder möglich und die jungen Talente konnten wieder hinter ihr – frisch desinfiziertes – Lenkrad.

Voller Elan wurden die Pylonen in Walldürn, Oberderdingen, Reilingen, Wilhelmsfeld, Altenbach und Nußloch umkurvt bis sich die Pandemielage im Herbst wieder verschärfte. Der Nachtlauf des MSC Altenbach – normalerweise eine Einzelveranstaltung ohne Meisterschaftsprädikat und im Jahr 2020 als Finale des Nordbadischen ADAC Jugendkart Cup geplant – musste wegen behördlicher Vorgaben schließlich doch abgesagt werden.

Dank des Einsatzes der ADAC Ortsclubs und unter Beachtung der Verordnungen und Gesetze war Jugend-Motorsport auch im Pandemiejahr 2020 möglich.

Motoball Cup und Motoball Juniorcup 2020 des MSC Taifun Mörsch

(Sommer/Herbst 2020)

Der Motoball Cup und der Motoball Juniorcup waren ein großer Erfolg für die gesamte Sportart. ∙ Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Bobracing

Die Sportart Motoball ist eng verbunden mit der Region Nordbaden und hat dort große Tradition. Vier Teams aus der Deutschen Motoball Liga kommen aus Nordbaden und bilden mit zwei Teams aus Südbaden sowie dem Holländischen Vertreter MBV Budel die Südstaffel der Deutschen Motoball Meisterschaft.

Als im Frühjahr 2020 die Pandemielage einen Lockdown erforderte, sah sich auch die deutsche Motoballszene einem existenziellen Risiko ausgesetzt. In einer ligainternen Abstimmung einigte man sich darauf, die Saison 2020 zu beenden. Einige Clubs wollten bei dieser Abstimmung eine Durchführung der Saison bewirken und waren bereit, hierfür Hygienekonzepte und Sicherheitsmaßnahmen aufzuwenden, um ihrem Sport trotzdem nachkommen zu können.

Motoball-Action in der Pandemie: Der Motoball Cup hat es möglich gemacht. ∙ © #bbrcng/BOBRACING

Da der Mehrheitsbeschluss der deutschen Motoballclubs gegen eine Fortsetzung der Saison stimmte, trat der MSC Taifun Mörsch e.V. in die Rolle des Veranstalters und rief mit dem Motoball Cup 2020 für die Senioren und dem Motoball Juniorcup für die Jugend zwei Meisterschaften ins Leben, um den Sport am Leben zu halten. Teilnehmer: Die Clubs, die sich für eine Fortführung der Saison ausgesprochen hatten. Neben dem Rekordmeister Taifun Mörsch auch der MSC Malsch, MSC Ubstadt-Weiher, MSC Philippsburg sowie aus der Nord-Staffel der MBC Kierspe und der MSC Jarmen nebst den jeweiligen Jugendmannschaften.

Unterstützt wurden die Bemühungen des MSC Taifun durch die ADAC Regionalclubs Hansa, Nordbaden und Westfalen. Der Motoball Cup erwies sich als großer Erfolg für den Motoball und zog auch die Aufmerksamkeit der Presse auf sich, denn auch der SWR berichtete mit einigen Beiträgen über Spiele und Aktive im Motoball. Das große Finale fiel leider (bisher) aus: Der letzte Spieltag am ersten Novemberwochenende musste aufgrund der sich verschärfenden Pandemielage abgesagt werden und so wartet die Motoballszene bisher noch auf den Sieger der Partie MSC Taifun Mörsch gegen den MSC Ubstadt-Weiher, der Sieger dieses Spiels steht dann auch als Sieger des Motoball Cup 2020 fest.

ADAC GT Masters „Großer Preis von Weingarten“ - Hockenheimring

(18. - 20. September 2020)

Das Rennwochenende des ADAC GT Masters ist nicht nur für viele Fans eines der Highlights des Motorsportjahres. Auch für das Organisations- und Sportwarteteam des MSC Weingarten gehört dieses Wochenende zu den wichtigsten des Jahres. In gewohnter Weise standen Jürgen Fabry und seine Mitstreiter an diesem Wochenende zum Dienst im Ehrenamt bereit und sorgten für einen souveränen Ablauf trotz gestiegenem Aufwand und enormen personellen Einsparungen.

Es war schon ein komisches Gefühl durch die „Geisterstadt“ im Fahrerlager zu fahren. Komplett ohne Fans am Hockenheimring und mit knapp der Hälfte an Sportwarten. Aber auch das haben wir gut über die Bühne gebracht.

Jürgen Fabry, Sportleiter des ADAC Nordbaden e.V. und Vorsitzender des MSC Weingarten©Foto Fabry

Das Rennwochenende fand wie alle vom ADAC geplanten Rennen in der Liga der Supersportwagen statt, nachdem man vor der ungewissen Saison einen neuen Terminkalender mit Hygienekonzept und (fast) ohne Zuschauer erstellt hatte. Ein denkwürdiges Rennen war der „Große Preis von Weingarten“ dennoch – schon alleine, weil Motorsport dieser Güte vor leeren Rängen zuvor undenkbar war. Für Dennis Marschall konnte sein Heimrennen nicht besser laufen. Er holte nach einem spannenden Kampf um die Spitze im ersten Qualifying die Pole Position für Rennen 1 des ADAC GT Masters.

Minibike Schnupperkurse im Rahmen der ADAC Road Racing Academy

(2. August, 13. September, 11. Oktober)

© Michael Werner

Der Einstieg in den Motorradsport innerhalb des ADAC wurde zum Sportjahr 2020 geändert. So waren die Minibike-Schnupperkurse, die in den letzten Jahren beim ADAC Nordbaden regelmäßig gut besucht waren, in diesem Jahr ein Teil der neu ins Leben gerufenen ADAC Road Racing Academy.

Am bewährten Konzept musste nicht viel geändert werden: Kinder und Jugendliche von 6 bis 13 Jahren, die wenig oder auch gar keine Erfahrung auf einem Motorrad haben, können unter Anleitung von erfahrenen Trainern und mit bereitgestelltem Material erste Schritte auf dem Motorrad unternehmen – und das in Theorie und Praxis.

Diese Möglichkeit, die deutschlandweit nur an wenigen Standorten angeboten wird, nutzen erfahrungsgemäß auch Teilnehmer, die weiter weg wohnen. 2020 veranstaltete der ADAC Nordbaden in Eppingen, Kronau und Ettlingen gleich drei Schnupperkurse, die allesamt ausgebucht waren. Unterstützt wurde das Trainerteam um Armin Winter durch die Ortsclubs sowie der Abteilung Motorsport und Klassik. Für Jugendliche ab 13 Jahren, die bereits Erfahrung mit Motorrädern haben, gibt es ab sofort die nächste Stufe der ADAC Road Racing Academy, die auf KTM Motorrädern auf Rennstrecken durchgeführt wird.

DTM Finale Hockenheimring

(6. - 8. November 2020)

"Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“. Dieses Zitat von Heraklit – immerhin gut 2.500 Jahre alt – könnte man im Motorsport auf die DTM – knapp über 30 Jahre alt – ummünzen. Neue Hersteller, neue Motoren, neue Reglements und zum Ende der Saison 2020 hat man sich nun von den Class 1 Tourenwagen verabschiedet und den Wechsel auf GT3-Fahrzeuge angekündigt.

Das DTM-Saisonfinale musste aufgrund der Corona-Pandemie vor leeren Rängen stattfinden. ∙ © Hoch Zwei

Einem ist die DTM aber seit vielen Jahren treu geblieben: Der Saisonabschluss fand traditionell im badischen Motodrom des Hockenheimrings statt. Als sportlicher Ausrichter erhielt der ADAC Nordbaden den Zuschlag. Das Rennwochenende musste unter besonderen Bedingungen durchgeführt werden. Da die Corona-Fallzahlen im Herbst Veranstaltungen für Zuschauer wieder unmöglich machten, waren wohl so wenige Menschen bei einem Rennen der DTM am Hockenheimring vor Ort wie noch nie zuvor. 

Die Mannschaft des ADAC Nordbaden musste ausgedünnt werden, denn die Verordnungen und Auflagen ließen nur wenige Personen zu. Erfahrung kann man aber durch nichts wett machen und so stellte das ausgedünnte Organisations- und Sportwart-Team eindrucksvoll unter Beweis, dass man auch unter solchen Bedingungen Motorsportveranstaltungen dieses Formats meistern kann.

Ohne Sportwarte gäbe es keinen Motorsport. ∙ © ADAC Nordbaden/Fabry

Als letzte Rennsieger der DTM in diesem Format gingen jeweils Nico Müller und René Rast über die Ziellinie. Letzterer sicherte sich dabei seinen insgesamt dritten Meistertitel in dieser Rennserie.

Übersicht Jahreshighlights

Teil 1 - Das Jahr 2020 beim ADAC Nordbaden e.V.

Teil 2 - Die Highlights im Motorsport

Teil 3 - Das Jahr in Bildern