Piëch Mark Zero: Der Anti-Tesla

13.3.2019

Der Name "Piëch Mark Zero" verwirrt erst mal. Es ist kein VW, kein Porsche – aber ein zweisitziger Sportwagen mit rund 600 PS. Vorgestellt wurde der rein elektrische Renner auf dem Genfer Autosalon

Piech Mark Zero Fahrt seitlich
Sieht aus wie ein klassischer Sportwagen, hat aber einen Elektroantrieb: Piëch Mark Zero 
  • Der Piëch Mark Zero ist ein elektrisch angetriebener, puristisch designter Sportwagen
  • Verkaufsstart: 2022, Preis: ab 150.000 €
  • Auf der technischen Plattform sind viele Fahrzeugvarianten möglich
  • Die Batterie arbeitet mit einem völlig neuen Zelltyp aus China

 

Die Aufregung um den Sportwagen Piëch Mark Zero hat einen guten Grund: Jeder, der sich in der Automobilwelt bewegt, denkt beim Namen Piëch sofort an Ferdinand, ehemals VW-Vorstandschef, begnadeter Ingenieur, kreativer Managementstratege, Mann von enormer Durchsetzungskraft mit schier unglaublichem Vermögen. Einer, der von den einen geliebt, von den anderen gehasst wird. Ein Mann, dem die Branche so gut wie alles zutraut.

Antrieb mit drei Elektromotoren

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Piech Mark Zero Seite silber
Über 600 PS, 3,2 Sekunden auf 100 km/h, 250 Spitze

Doch hinter dem Aufsehen erregenden Sportwagen-Projekt steht Anton Piëch, einer von Ferdinands Söhnen. Er hat das Ganze angeschoben und etwas sehr Ambitioniertes geschaffen: Der Piëch Mark Zero ist ein rein elektrisch angetriebener Sportwagen. Ein E-Motor an der Vorder-, zwei an der Hinterachse. Jeder hat eine Leistung von 150 kW – was abhängig von der Auslegung eine Systemleistung von rund 600 PS ergeben dürfte. 

Die Batteriemodule sind im Mitteltunnel und als Block auf der Hinterachse verteilt. Die Gesamtkapazität des Akkupakets soll für 500 Kilometer nach WLTP-Messzyklus reichen. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Mark Zero in 3,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Das ist Tesla-Niveau.

Akkuzellen, die nicht überhitzen

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Piech Mark Zero Heck silber
Flach wie eine Flunder: Der Wagen ist 1,25 Meter hoch

Dabei kommen im Mark Zero – im Gegensatz zu Tesla – vollgasfeste Batterien zum Einsatz. Die werden auch bei höchster Beanspruchung nicht heiß. Deshalb muss die Leistung auch bei einer Vollgasfahrt nicht runtergeregelt werden. Man hat sogar auf spezielle Kreisläufe mit Wasserkühlung verzichtet. Die Kühlung durch die Außenluft würde durchaus genügen, heißt es.

Die Batterien wie die gesamte Verkabelung stammen aus China, die mitentwickelte Technik zum Schnellladen ebenfalls. Erstaunlich: Die Batterietemperatur erhöhe sich nie um mehr als 10 bis 15 Grad. Verantwortlich dafür sei ein völlig neuer Zelltyp, der eine mögliche Überhitzung praktisch ausschließen soll. 

Der Akku des Mark Zero ermöglicht es zudem, die Rekuperationsenergie beim Abbremsen des Fahrzeugs außerordentlich gut aufzunehmen. Und das ist gerade für einen Sportwagen sinnvoll, der speziell auf kurvigen Strecken häufig stark abgebremst wird.

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Verkaufsstart im Jahr 2022 geplant

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Piech Mark Zero Test silber
Chef Anton Piëch (links) mit Kreativ-Direktor Rea Rajcic 

Geht es nach Anton Piëch und seinen rund 200 Entwicklern, soll es drei Fahrzeugvarianten geben: neben dem zweisitzigen Sportwagen Mark Zero einen Viersitzer sowie einen sportlichen SUV – alle auf der gleichen technischen Plattform. Denkbar wären zudem ein Cabrio oder auch ein Pick-up.

Diese variable und modular aufgebaute Plattform sei tatsächlich "einmalig auf der Welt", meint Chefentwickler Klaus Schmidt. Er entwickelte zuvor 30 Jahre lang Sportwagen bei der M-GmbH von BMW.

Dass der Mark Zero kein billiges Vergnügen wird, liegt auf der Hand. Die Rede ist von einem Preis zwischen 150.000 und 170.000 Euro. Interessenten müssen sich indes noch eine ganze Weile gedulden. Der Marktstart ist erst für 2022 vorgesehen.

Technische Daten* Piëch Mark Zero
Motor/Antrieb Ein Asynchronmotor vorn, zwei Synchronmotoren hinten, Systemleistung von um die 450 kW/600 PS
Fahrleistungen 3,2 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze
Maße L 4,43 / B 1,99 / H 1,25  Meter
Radstand 2,62 Meter
Gewicht < 1800 kg
Preis ca. 150.000 bis 170.000 €

* Zielwerte im Projektstand

 

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: PR 

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