Neue Typklassen in der Kfz-Versicherung

20.9.2019

Die neuen Typklassen legen fest ob Sie in der Kfz-Versicherung in Zukunft voraussichtlich mehr oder weniger bezahlen müssen. Der GDV hat diese jetzt für das Jahr 2020 veröffentlicht.

Drei Autos fahren durch den Petuelring
Billiger oder teurer? Die neuen Typklassen beeinflussen die Versicherungbeiträge
  • Kfz-Haftpflicht: 4,6 Millionen Autofahrer kommen in eine bessere Typklasse
  • Für drei Viertel der Autobesitzer bleibt alles beim Alten
  • Kaskoversicherung: Viele SUV und Oberklasse-Modelle mit hohen Typklassen
  • Für die Berechnung der Kfz-Versicherungsbeiträge sind viele Faktoren relevant

 

Nach den neuen Regionalklassen hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auch neue Typklassen-Einstufungen veröffentlicht. Beide Faktoren beeinflussen den künftigen Beitrag zur Autoversicherung. Nach den aktuellen Zahlen werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Typklassen für 4,6 Millionen Fahrzeughalter günstiger, für 6,5 Millionen dagegen höher und damit teurer. Für 29,7 Millionen ändert sich die Typklasse in 2020 nicht. 

Gibt es Veränderungen, geht die Typklasse für die meisten Modelle in der Regel nur um eine Klasse nach oben oder unten. Größere Sprünge machten in diesem Jahr z.B. der VW T-Roc 1.5 TSI und der Kia Stonic 1.2 – jeweils um vier Klassen nach unten. Verschlechtert haben sich dagegen der Skoda Octavia 1.2 TSI um zwei und der Honda Jazz Hybrid 1.4 um drei Typklassen nach oben.

In der Kfz-Haftpflichtversicherung sind bei der Berechnung der Typklassen die Leistungen für geschädigte Unfallgegner maßgeblich, in der Kaskoversicherung spielt unter anderem der Wert des Fahrzeugs eine Rolle. Deshalb haben viele hochmotorisierte Oberklasse-Modelle und SUV eine hohe Typklasse, ältere Modelle und Kleinwagen eher eine niedrige Klasse.

Die Typklassen-Statistik des GDV umfasst insgesamt rund 30.000 verschiedene Modelle. Das System dahinter: Werden mit einem Automodell vergleichsweise wenig Schäden und geringe Reparaturkosten verursacht, erhält es eine niedrige Typklasse, bei vielen Schäden und hohen Versicherungsleistungen eine hohe. 

Auf der Website des GDV finden Sie die neuen Typklassen aller Automodelle für Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung*

 

Modelle mit einer niedrigeren Haftpflicht-Einstufung als im Vorjahr (Auswahl)

Fahrzeugmodell Haftpflichtklasse (10-25) Veränderung
VW T-ROC 1.5 TSI 12 -4
Kia Stonic 1.2 14 -4
Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4 12 -4
VW Caddy 2.0 TDI 13 -4
Mercedes CLA 220 D Shooting Brake 18 -3
E-Golf VII 13 -3

 

Modelle mit einer höheren Haftpflicht-Einstufung als im Vorjahr (Auswahl)

Fahrzeugmodell Haftpflichtklasse (10-25) Veränderung
Opel Astra-K 1.0 18 +4
VW Eco UP! 1.0 CNG 18 +3
Honda Jazz Hybrid 1.4 19 +3
Skoda Octavia 1.2.TSI 17 +2
Audi A5 Sportback 2.0 TDI 22 +2
Volvo V 40 1.6 T3 15 +2

 

Wie setzt sich der Beitrag zur Kfz-Versicherung zusammen?

Der Versicherungsbeitrag für Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherungen (Teil- und Vollkasko) wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Neben den Regional- und Typklassen, die jährlich aufgrund aktueller Daten ermittelt werden, spielen individuelle Kriterien bzw. Rabattmerkmale eine Rolle, die der Versicherungsnehmer zum Teil selbst festlegen bzw. beeinflussen kann. 

Dazu gehören die Kilometerlaufleistung des Fahrzeugs, die Höhe der Selbstbeteiligung (je höher sie ausfällt, desto geringer ist der Versicherungsbeitrag), das Fahrzeugalter beim Kauf und das Vorhandensein einer Garage zum Abstellen. Außerdem ist relevant, wie lange der Versicherungsnehmer bereits unfallfrei fährt, welche Personen das Fahrzeug nutzen sowie das Alter der Fahrer. 

 

Text: Petra Zollner, Foto: ADAC/Uwe Rattay

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