Sommergewitter: Richtiges Verhalten bei Blitz

30.5.2018

In den Sommermonaten gehören Wärmegewitter oft dazu. Blitze sind zwar beeindruckend, aber nicht ungefährlich. Wir haben zusammengefasst was Sie mit Auto, Cabrio, Wohnmobilen sowie Motor- und Fahrrad beachten sollten.

 

Warnschild mit Gewitter im Hintergrund
Blitze sind meist ungefährlich für motorisierte Verkehrsteilnehmer.

Blitze – seit jeher ein beeindruckendes, aber auch furchteinflößendes Naturspektakel. Die Insassen von Autos sind dennoch so gut wie sicher – selbst wenn ein Blitz direkt ins Auto einschlägt. Dieses fungiert dann als sogenannter Faraday'scher Käfig und leitet die elektrische Entladung um die Insassen herum.

Schutz vor Blitz im geschlossenen Auto

Auch im Auto gilt zu beachten: Als Parkplatz sollte man sich während eines Gewitters keine erhöhten Punkte aussuchen. Fenster sowie Schiebedach schließen und alle Antennen (soweit möglich) einziehen. Im Innenraum sollte man keine Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, berühren. Bei der heutzutage üblichen Kunststoffauskleidung dürfte das kein Problem sein. 

Wenn, was in der Praxis extrem selten vorkommt, ein Blitz tatsächlich einschlägt, könnten die Insassen geblendet werden und erschrecken. Das Auto könnte zudem leicht beschädigt sein. Bei Versuchen in Hochspannungs-Labors wurden Brandspuren am Lack sowie quer über die Reifenflanken feststellt.

Schützt ein Cabrio vor Blitzen?

Auch wenn der Hinweis überflüssig klingt: Erste Maßnahme ist es, das Cabrio-Verdeck zu schließen – und zwar, sobald sich Anzeichen eines Gewitters bemerkbar machen. Dann funktioniert auch hier das Prinzip des Faraday'schen Käfigs: In nahezu jeder Verdeck-Konstruktion gibt es sogenannte Spriegel (Stangen) aus Metall, die einen Einschlag zum Boden ableiten. Auch Windschutzscheibenrahmen, Überrollbügel und Verdeck-Mechanik wirken mit.

Dies belegen auch Labor-Simulationen: Demnach sind Brandspuren im Verdeckstoff nicht immer auszuschließen. Für die die Insassen simulierenden Versuchspuppen waren die Folgen aber unbedenklich. Meldungen, dass ein Unwetter Cabrio-Passagiere verletzt hätte, sind bisher nicht bekannt.

Bin ich in Wohnmobilen und Wohnwagen sicher?

Eine Aluminium-Außenhaut oder eine Kunststoff-Beplankung auf einem Metall-Gerippe (beispielsweise bei frühen Modellen des Renault Espace und beim Trabbi) wirken ebenfalls wie ein faradayscher Käfig. Kritisch könnten allenfalls reine Kunststoff-Gehäuse sein, wie bei Wohnmobilen in GFK-Bauweise. Über Blitzopfer wurde aber auch hier nie berichtet.

Ist ein Gewitter im Anmarsch, sollten Camper offene Fenster, Türen und Klappdächer schließen und die Bettnische meiden. Geschirrspülen oder duschen sollte auf später verschoben und das 230-Volt-Kabel außen am Wagen abgezogen werden (Gefahr der Überspannung). Zudem sollten Camper keine metallischen Teile der Einrichtung anfassen und mit dem Kopf nicht in den Bereich des Daches kommen. Sicheren Aufenthalt bietet in jedem Fall die Fahrerkabine.

Was tun bei Gewitter als Fahrrad- und Motorradfahrer?

Hier gibt es nur eine Empfehlung (wie allgemein für Fußgänger auch): Exponierte Stellen und die Nähe zu hohen Objekten (Bäume, Masten) meiden, nach Möglichkeit unter Brücken Schutz suchen, Abstand von der Maschine bzw. dem Fahrrad halten, im freien Feld eine Kauerstellung (Füße zusammen) einnehmen.

Das Fazit

Gefährlich für motorisierte Verkehrsteilnehmer sind bei Gewitter vorrangig schlechte Sicht, Hagelschauer, Windböen, Aquaplaning, abgerissene Äste und andere Hindernisse auf der Fahrbahn. Auch die Statistiken nennen regelmäßig Fußgänger, Wanderer, Sportler und Arbeiter in Außenbereichen als Blitzopfer – aber eben keine motorisierten Verkehrsteilnehmer.