Blitz und Donner: Fahren bei Gewitter

29.3.2019

Wann im Straßenverkehr Gefahren bei Blitz, Donner und Unwetter lauern. Die wichtigsten Tipps und Infos rund um Auto, Cabrio und Wohnmobil. Was gilt für Motorrad- und Fahrradfahrer?

Warnschild mit Gewitter im Hintergrund
Schreck lass nach: Blitze sind meist ungefährlich für motorisierte Verkehrsteilnehmer
  • Autokarosserie aus Metall wirkt als schützender Käfig
  • Im geschlossenen Cabrio auch kein gesteigertes Blitz-Risiko
  • Zusätzliche Gefahren durch schlechte Sicht, Hagel und starke Böen 

 

Vom Blitz getroffen werden – das ist eine Urangst des Menschen, auch im Auto. In der Realität kommt das äußerst selten vor, und der Einschlag ist auch meist ungefährlich. Das heißt aber nicht, dass Gewitter für Verkehrsteilnehmer ohne Risiken sind.

Gefährlich bei Gewitter im Straßenverkehr sind vorrangig schlechte Sicht und Hagelschauer, Windböen und  Aquaplaning, abgerissene Äste und andere Hindernisse auf der Fahrbahn. In den Statistiken tauchen Fußgänger, Wanderer, Sportler und Arbeiter in Außenbereichen als Blitzopfer auf, Autofahrer hingegen nicht.

Faradayscher Käfig bietet Schutz

Sollte der Blitz wirklich einmal einschlagen, wirkt die Karosserie als sogenannter Faradayscher Käfig. Der leitet die elektrische Entladung um die Insassen herum. Im Innenraum sollte man nach dem Blitzeinschlag keine Metallteile berühren, die mit der Karosserie in Verbindung stehen. Bei der heute üblichen Kunststoffauskleidung dürfte das kein großes Problem sein. 

Ein Blitzeinschlag löst sicher einen Riesenschreck, aus, und die Insassen könnten geblendet werden. Möglicherweise ist auch das Auto leicht beschädigt. Bei Versuchen in Hochspannungs-Labors wurden Brandspuren am Lack sowie quer über die Reifenflanken festgestellt. Eine Aluminium-Außenhaut oder eine Kunststoff-Beplankung auf einem Metall-Gerippe (beispielsweise bei frühen Modellen des Renault Espace und beim Trabbi) wirken ebenfalls wie ein Faradayscher Käfig.

Als Parkplatz sollte man sich während eines Gewitters keine erhöhten Punkte aussuchen. Fenster sowie Schiebedach schließen und alle Antennen (soweit möglich) einziehen!

Überrollbügel und Metall im Cabrio-Verdeck helfen

Ist ein Gewitter im Anzug, unbediingt das Cabrio-Verdeck schließen.  Dann funktioniert auch hier das Prinzip des Faradayschen Käfigs: In nahezu jeder Verdeck-Konstruktion gibt es sogenannte Spriegel (Stangen) aus Metall, die einen Einschlag zum Boden ableiten. Auch Windschutzscheibenrahmen, Überrollbügel und Verdeck-Mechanik wirken mit.

Dies belegen auch Labor-Simulationen: Demnach sind Brandspuren im Verdeckstoff nicht immer auszuschließen. Für die die Insassen simulierenden Versuchspuppen waren die Folgen aber unbedenklich. Meldungen, dass ein Unwetter Cabrio-Passagiere verletzt hätte, sind nicht bekannt.

Wie ist es in Wohnmobilen und Wohnwagen?

Ist ein Gewitter im Anmarsch, sollten Camper Folgendes unbedingt beachten: offene Fenster, Türen und Klappdächer schließen; auf Geschirrspülen oder duschen verzichten; das 230-Volt-Kabel außen am Wagen abziehen (Gefahr der Überspannung). Außerdem keine metallischen Teile der Einrichtung anfassen und den Kopf aus dem Dachbereich raushalten. Sicheren Aufenthalt bietet in jedem Fall die Fahrerkabine.

Tipps für Fahrrad- und Motorradfahrer

Zweiradfahrer haben keinen schützenden Käfig um sich. Aber auch für sie sind Gegenstände auf der Straße, Hagel oder schlechte Sicht gefährlicher als der Blitz selbst. Motorradfahrer werden seltener durch den Blitz selbst verletzt, als bei einem dadurch ausgelösten Sturz.

Im Fall eines Gewitters mit Blitz und Donner sollten Fahrrad- und Motorradfahrer (wie auch Fußgänger) im Freien generell hohe Standorte wie Berge und Hügel, aber auch Bäume, Masten sowie Metallkonstruktionen wie Zäune oder Gitter meiden. Bilden Sie keinesfalls den höchsten Punkt im Gelände, und halten Sie ausreichend Abstand vom Motor- oder Fahrrad. Stellen Sie sich wenn möglich unter einer Brücke oder einem Vordach unter.

 

Fotos: Shutterstock/Olaf Naami [M].

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