ADAC Umfrage: Das nervt Autofahrer am meisten
Von Redaktion

Das Fahrverhalten auf den Straßen wird immer aggressiver. Raser, Drängler und rücksichtslose Fahrradfahrer, die sich nicht an die Regeln halten. Das belastet ADAC Mitglieder im Verkehr am meisten.
Dichtes Auffahren setzt Fahrer unter Druck
Abbiegen ohne Blinken ist ein Ärgernis
ADAC unterstützt Kampagne #mehrAchtung
Es ist ein Szenario, das viele Autofahrende kennen: Man ist auf der linken Spur unterwegs, plötzlich klebt ein Drängler dicht am Heck und macht mit der Lichthupe Druck. Solche aggressiven Aktionen sorgen bei Verkehrsteilnehmern für Stress. Laut ADAC Umfrage zählen Drängler zu den größten Belastungen im Straßenverkehr.
Besonders belastende Situationen im Straßenverkehr
1009 ADAC Mitglieder wurden 2026 befragt, was sie im Straßenverkehr am meisten nervt. Diese fünf Situationen sind für sie besonders belastend.
Aggressives Fahrverhalten wird von zwei Drittel der Befragten als (sehr) belastend eingestuft. Gemeint sind etwa riskante Überholmanöver oder das plötzliche Ausscheren auf der Autobahn, ebenso stark überhöhte Geschwindigkeit und das Missachten von Vorfahrt, Lichtsignalen und Verkehrsschildern.
Genauso häufig nennen ADAC Mitglieder dichtes Auffahren bei hohen Geschwindigkeiten. Beim Abschätzen des richtigen Sicherheitsabstands helfen Faustregeln wie der "halbe Tacho" oder die Zwei-Sekunden-Regel. Wer nicht ausreichend Abstand hält, muss mit einem Bußgeld rechnen und kann sogar den Führerschein verlieren.
Aber auch Radfahrende, die sich nicht an die Regeln halten und Verkehrsteilnehmer, die beispielsweise durch ihr Smartphone abgelenkt sind, fallen negativ auf. Besonders gefährlich ist hier der Blindflug: Wer bei 50 km/h nur zwei Sekunden auf sein Handy schaut, legt knapp 30 Meter zurück, ohne einen Blick auf die Straße zu richten.
Spurwechsel ohne Blinker wird häufiger genannt
Platz fünf der Rangliste besonders störender Verhaltensweisen belegt jetzt mit 63 Prozent der Spurwechsel beziehungsweise das Abbiegen ohne zu blinken. Auf diesen Rang kam 2025 mit 67 Prozent der schlechte Straßenzustand. Der störte 2026 nur noch 58 Prozent. Auch der Lkw-Verkehr wurde als weniger belastend empfunden: Hier sank der Anteil von 57 auf 48 Prozent.
Aggressives Fahrverhalten, zu dichtes Auffahren, rücksichtslose Radfahrer und abgelenkte Verkehrsteilnehmende gehörten auch in den vergangenen Jahren zu den größten Ärgernissen der Befragten.
Warum handeln wir impulsiver im Straßenverkehr?
Laut ADAC Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino liegt das an der gefühlten Anonymität und den vielen Regeln, die für eine sichere Teilnahme im Verkehr notwendig sind. Auch der enge Raum und die damit verbundenen Konflikte auf den Straßen führen zu einer erhöhten Impulsivität. Jede Baustelle oder jedes Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer wirkt dann als zusätzliche Belastung und lässt die eigene Frustrationstoleranz sinken. Die Zündschnur ist schnell am Limit.
Wenn dann noch Zeitdruck hinzukommt, wird jede weitere Störung emotionaler erlebt und kann zu einem Wutausbruch führen. Da hilft nur eins: Mehr Zeit einplanen und mit Unterbrechungen im Verkehrsfluss rechnen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich Techniken anzueignen, die in stressigen Situationen beruhigen können. Dazu gehören gezielte Atemübungen oder das bewusste Hören von Musik an einem ruhigen Ort.
Kampagne #mehrAchtung

Der ADAC unterstützt die Kampagne #mehrAchtung. Die gemeinsame Initiative mit Bundesverkehrsministerium und Deutschem Verkehrssicherheitsrat fordert unter anderem mit Plakaten zu mehr Rücksicht auf und setzt sich für ein respektvolleres Miteinander im Straßenverkehr ein.
Text: Zoe Wallraff