Krötenwanderung: Runter vom Gas!

Am liebsten gehen Kröten bei leichtem Regen und zwischen Dämmerung und Mitternacht auf Tour
Am liebsten gehen Kröten bei leichtem Regen und zwischen Dämmerung und Mitternacht auf Tour© Shutterstock/Jean Kobben

Bei der alljährlichen Krötenwanderung kreuzen Kröten, Molche und Co. mitunter auch viel befahrene Straßen. Dies kann auch für Auto- und Motorradfahrende gefährlich werden. Worauf man achten sollte.

  • Wegen des milden Winters wandern die Amphibien in manchen Regionen schon jetzt

  • Gefahr bis Ende Mai, vor allem zwischen Dämmerung und Mitternacht

  • Landstraßen können zur Hauptwanderzeit gesperrt sein

  • Tier-Rettungsversuche auf eigene Faust besser unterlassen

Wer mit dem Auto oder Motorrad auf dem Land unterwegs ist, sollte aktuell noch ein bisschen aufmerksamer sein. In manchen Regionen Deutschlands lockt das milde Wetter bereits jetzt Frösche, Kröten, Molche, Unken und Co. aus ihren Winterverstecken, teilt der Naturschutzbund Deutschland* (Nabu) mit. In normalen Jahren mit kalten, langen Wintern beginnt die Krötenwandersaison ab Mitte März.

Auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer werden jedes Jahr viele Tiere auf den Straßen getötet. Die Krötenwanderung kann aber auch für Auto- und Motorradfahrende gefährlich werden.

Krötenwanderung: So verhalten Sie sich richtig

Erdkröten und Co. wollen ihr Laichgewässer auf dem schnellsten Weg erreichen. Auf den Straßenverkehr achten sie dabei nicht. Deshalb wird im Frühjahr an bestimmten Straßen mit Gefahrzeichen und Geschwindigkeitsbeschränkungen (in der Regel Land- und Gemeindestraßen) vor Amphibienwanderungen gewarnt.

Erreichen Auto- oder Motorradfahrer diese Gefahrenzone, empfehlen wir, extrem langsam zu fahren, den Tieren vorsichtig auszuweichen, dabei aber immer auf den Gegen- und nachfolgenden Verkehr zu achten. Außerdem sollten Sie mit Personen auf der Fahrbahn rechnen. An vielen Stellen sind Naturschützer unterwegs, um die Tiere im Eimer sicher über die Straße zu bringen. 

Erhöhte Rutschgefahr durch tote Tiere

Durch überfahrene Kröten können die Straßen für Auto- und Motorradfahrende gefährlich rutschig werden. Plötzliches Bremsen auf diesem Schmierfilm ist wie Bremsen auf Eis.

Krötenschutz: Straßensperren, Schutzzäune

Krötenwanderungsreviere erkennt man nicht nur an den Warnschildern, sondern auch an kleinen grünen Zäunen aus Kunststoff am Straßenrand. Diese von Tierschützern errichteten Barrieren hindern die Kröten daran, die Straße zu überqueren. Entlang der Zäune haben die Krötenretter in bestimmten Abständen Eimer eingegraben. Die Kröten wandern auf der Suche nach einem Durchschlupf den Zaun entlang und landen dabei in einem dieser Eimer. Am nächsten Morgen werden die Tiere sicher über die Straße gebracht und wieder freigelassen. Dann können sie gefahrlos weiterwandern.

Keine Rettungsversuche auf eigene Faust

Von eigenen Kröten-Rettungsversuchen wird Auto- und Motorradfahrenden abgeraten, da dies in der Dunkelheit auf Landstraßen lebensgefährlich sein kann. Die Rettung der Tiere sollte erfahrenen Naturschützern überlassen werden.

Wenn in der Nähe eines Gewässers neue Straßen gebaut werden, dann bekommen diese häufig einen Krötentunnel. Das ist in der Regel ein Betonrohr, das unter der Straße hindurchführt. Zäune aus Blech leiten die Tiere in den Tunnel, wo sie dann ohne menschliche Hilfe ihren Weg fortsetzen können.

Womit Auto- und Motorradfahrende auch rechnen müssen: Zum Krötenschutz werden abgelegene Straßen zur Hauptwanderungszeit teilweise komplett gesperrt. Der Verkehr muss dann auf Alternativstrecken ausweichen.

Gefahr zwischen Dämmerung und Mitternacht besonders groß

Am liebsten gehen die Kröten bei leichtem Regen und zwischen Dämmerung und Mitternacht auf Tour. Ende Mai dürften die meisten Wanderungen abgeschlossen sein.

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