Tipps zum richtigen Sitzen im Auto

17.7.2018

Langes Sitzen ist Gift für Wirbelsäule und Bandscheiben. Das gilt auch beim Autofahren. Deshalb ist die richtige Sitzposition besonders wichtig. Sie kann den Rücken unterstützen und Schmerzen verhindern. Aber wissen Sie, wie Sie Ihren Sitz am besten einstellen? Ob die gewählte Sitzposition wirklich die optimale ist? Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten sollten, um den Rücken zu entlasten und in Notsituationen richtig zu reagieren.

Frau fährt lächelnd Auto
Die richtige Sitzposition ist nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Sicherheit entscheidend.

Sitzposition im Auto

Moderne Autositze sind in Höhe, Neigung und Fläche flexibel einstellbar und lassen sich ganz Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen. Um die nach vorn gerichtete natürliche Krümmung der Wirbelsäule – Lordose genannt – zu unterstützen, haben viele Fahrzeuge eine eingebaute und verstellbare Lordosenstütze. Passen Sie diese Ihrer Sitzposition an. Hat Ihr Sitz keine, reicht oft ein Kissen in Höhe des unteren Rückens. Beides verhindert das Einsacken der Wirbelsäule und beugt somit einer Verkürzung des Lendenwirbelsäulen-Streckmuskels vor. 

Das können Sie außerdem noch tun:

  • Wählen Sie bei der Sitzhöhenverstellung eine Position, in der Sie gut rundum sehen und die Instrumente gut ablesen können. Anhaltspunkt: die Augen etwa auf halber Höhe der Frontscheibe.
  • Die Vorderkante des Sitzes sollte nicht zu weit nach oben gestellt werden, damit die Oberschenkel nicht abgeschnürt werden.
  • Die Sitzfläche sollte einige Zentimeter vor der Kniekehle enden.
  • Rutschen Sie mit dem Gesäß so nah wie möglich an die Rückenlehne.
  • Fahren Sie die Sitzfläche nur so weit nach hinten, dass die Knie beim Durchtreten der Pedale nicht durchgestreckt sind. Der rechte Oberschenkel sollte das Polster nicht eindrücken.
  • Ein zu niedrig eingestellter Sitz wirkt sich nachteilig auf die Beckenpositionierung und die Bandscheiden aus. Idealerweise entspricht übrigens die Länge der Lehne auch der Länge des Rückens und die Länge der Sitzfläche der des Oberschenkels. Generell sollte die Sitzpolsterung nicht zu weich sein.
  • Sitzen Sie möglichst aufrecht, das schont den Rücken und verringert den Abstand zur Kopfstütze.
  • Die Schulterblätter sollten stets Kontakt mit der Lehne haben – auch wenn Sie gerade lenken.

 

Lenkrad und Kopfstütze wichtig für Entspannung

  • Für eine entspannte Haltung sollte das Lenkrad möglichst steil stehen. Stellen Sie es aber so ein, dass Sie die Armaturen gut ablesen können.
  • Die Schultern sollten immer Kontakt zu der Lehne haben – auch dann, wenn Sie das Handgelenk probehalber oben auf den Lenkradkranz legen.
  • Mit der 9/3-Uhr-Lenkrandhaltung beherrscht der Fahrer sein Fahrzeug am besten und kann am schnellsten reagieren. Zudem bietet diese Haltung optimalen Schutz bei einem aufgehenden Fahrerairbag.
  • Um beim Heckaufprall optimal geschützt zu sein, sollte die Kopfstütze so hoch wie möglich (bis maximal Kopfoberkante) eingestellt sein. Durch eine steil eingestellte Lehne rückt die Kopfstütze zudem nah an den Hinterkopf.

Diese Sitzpositionen sollten Sie vermeiden

Der Klammerer: Die verkrampfte Haltung dicht am lenkrad ermüdet stark, außerdem macht der geringe Abstand zum Lenkrad schnelle Ausweichmanöver unmöglich. Bei Unfall zu nah am Airbag!

Der Oberlässige: In der Liegeposition verliert der Rücken viel Lehnenkontakt, und die Entfernung zur Kopfstütze wächst gefährlich. Zielgenaue Lenkmanöver in Notsituationen werden fast unmöglich. Bei einem Unfall können die Sicherheitssysteme wie Airbags und Gurte nicht optimal vor Verletzungen schützen.

Der Einhandfahrer: Mit einer Hand am unteren oder oberen Lenkradkranz wird jedes plötzliche Ausweichmanöver zu einem unkalkulierbaren Rudern ohne Zielgenauigkeit.

Übrigens: Nach einem aktuellen Gerichtsurteil des Oberlandesgerichts München haften Autofahrer im Falle eines Unfalles mit, wenn Sicherungssysteme nicht ordnungsgemäß genutzt werden. In dem konkreten Fall hatte sich die Beifahrerin in dem Moment des Unfalls in den Fußraum gebückt. Dadurch – so das Gericht – sei sie schwerer verletzt worden als es bei der richtigen Sitzposition geschehen wäre. Dasselbe gilt für Autofahrer, die sich nicht anschnallen – auch sie haften mit.