Motorradbekleidung und Motorradprüfung

schwarze Schutzbekleidung für Motoradfahrer
Alles was Sie zum Thema Motorradschutzbekleidung wissen sollten. ∙ © iStock.com/kitzcorner

Motorradschüler müssen bei der Ausbildung und Prüfung nicht nur einen geeigneten Helm, sondern auch Schutzkleidung tragen. Was das genau bedeutet erklären die ADAC Juristen.

  • Mindeststandards für Schutzkleidung stehen im Gesetz

  • Schutzkleidung - Fahrlehrer trägt Verantwortung

  • Gilt auch für Führerscheinklasse AM

Seit 1. Mai 2014 muss jeder Bewerber für die Fahrerlaubnis-Klasse A, A1, A2 oder AM geeignete Motorradschutzbekleidung bei der praktischen Führerschein-Prüfung tragen. Die Schutzkleidung ist in der Praxis auch während aller Ausbildungsfahrten zu tragen.

Lesen Sie hier mehr zur Führerschein-Prüfung: Infos, Ablauf und Tipps gegen Prüfungsangst

Woraus besteht die Schutzbekleidung bei Ausbildungsfahrten und der Prüfung?

Die Motorradschutzbekleidung bei der praktischen Führerschein-Prüfung und allen Ausbildungsfahrten der Klasse A, A1, A2 und AM besteht aus:

  • passendem Motorradhelm,

  • Motorradhandschuhen,

  • enganliegender Motorradjacke,

  • Rückenprotektor, falls nicht in Motorradjacke integriert,

  • Motorradhose,

  • Motorradstiefeln mit ausreichendem Knöchelschutz.

Für Schutzkleidung und insbesondere für Protektoren gibt es nur verschiedene europäische Normen (EN 1621-1 und EN 1621-2), welche die Qualitätsanforderungen bei Schutzpolstern und Protektoren normieren. Aus Sicherheitsgründen sollte bei der Anschaffung der Schutzkleidung darauf geachtet werden, dass nur ein nach ECE-R 22/05 oder 06 geprüfter Motorradhelm verwendet wird und die Protektoren eine CE-Prüfung (Norm 1621-2) haben.

Unser Tipp: Wer zweifelt, ob ein bestimmtes Ausrüstungsstück seiner Motorradbekleidung diesen Vorgaben entspricht, der sollte – bestenfalls vor deren Anschaffung – Kontakt zu seiner Fahrschule aufnehmen und sich so absichern, dass er die Fahrstunden und Prüfung mit dieser absolvieren darf.

Mehr Informationen zur Auswahl und Anprobe der richtigen Motorradschutzbekleidung lesen Sie hier

Fahrlehrer ist für korrekte Ausrüstung verantwortlich

Der Fahrlehrer trägt bei der Ausbildung eine erhöhte Sorgfaltspflicht und Verantwortung. So wurde entschieden, dass es die Aufgabe einer Ausbildung ist, mehr zu vermitteln als das nach dem Gesetz absolut Notwendige. Der bloße, mehrfache Hinweis beispielsweise auf das Tragen der Handschuhe genügt jedenfalls bei einem Minderjährigen nicht.

Fahrlehrer und Fahrschulinhaber haften

Der Fahrlehrer darf die praktische Ausbildung nur durchführen, wenn sein
Fahrschüler die korrekte Schutzkleidung trägt. Weigert sich ein
Fahrschüler, dann muss der Fahrlehrer die Fahrstunde ggf. absagen. Stürzt
der Fahrschüler und trug er keine oder nur eine unvollständige Schutzkleidung,
dann haftet sowohl der Fahrlehrer als auch der Fahrschulinhaber für
Verletzungen, die bei vorhandener Schutzkleidung nicht oder nur vermindert
eingetreten wären.

Für Besitzer eines Motorradführerscheins ändert sich nichts!

Welche Motorradschutzausrüstung man beim Zweiradfahren im Alltag benutzt, ist in großem Maß eine persönliche Entscheidung. Der Gesetzgeber regelt nur das Mindestmaß an Schutzausrüstung. Mehr Informationen zu Motorradschutzbekleidung finden Sie hier.

Max Pliefke
Fach-Autor
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Stephan Miller
Fach-Autor
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