Wasserschaden am Auto: Das sind die Folgen

Auto fährt über eine überschwemmte Strasse
Straße unter Wasser: Jetzt ist Vorsicht geboten ∙ © Shutterstock/Dmitry Bruskov

Wasser im Auto kann zu schweren Schäden führen. Welche Schäden auftreten können, was sich reparieren lässt, und wann Sie in die Werkstatt müssen. Und gibt es Besonderheiten bei Elektroautos?

  • Bei Wasserschaden unbedingt in die Werkstatt

  • Stand das Auto bis zu den Fenstern im Wasser, ist ein Totalschaden wahrscheinlich

  • Für Hochwasserschäden am abgestellten Pkw zahlt die Teilkasko-Versicherung

Immer wieder überfluten Hochwasser oder Unwetter ganze Straßenzüge. Dabei werden oft auch Autos beschädigt. Entweder, weil sie dort geparkt waren – oder weil jemand mit seinem Pkw durchgefahren ist.

Der wichtigste Rat in solchen Fällen: keine Folgeschäden riskieren. Also das Auto gar nicht erst starten und bei Bedarf zum nächsten trockenen Ort schieben oder abschleppen lassen. Dann die Fahrzeugbatterie abklemmen, beim ADAC anrufen und den Wagen zur Werkstatt bringen lassen. Immerhin: Für Schäden an Autos, die abgestellt waren und durch Hochwasser oder Ähnliches beschädigt wurden, kommt die Teilkaskoversicherung auf.

Wasser bis zum Türschweller, trockener Innenraum

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Infografik: Wasser bis zum Stoßfänger ∙ © ADAC e.V.

Reichte das Wasser bis unterhalb des Türschwellers, sind Schäden nicht auszuschließen. Sofern das Fahrzeug Auffälligkeiten zeigt, empfehlen die Technik-Experten des ADAC alle Funktionsbauteile im Bodenbereich des Pkw checken zu lassen. Ein Kostenvoranschlag von der Werkstatt schützt vor bösen Überraschungen.

Entschädigung bei Sturm- und Wasserschäden

Wer kommt für die Regulierung eines Sturm- oder Wasserschadens am Fahrzeug auf?

ADAC Juristen informieren

Wasser über dem Türschweller oder im Innenraum

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Infografik: Wasser über dem Türschweller ∙ © ADAC e.V.

Reichte das Wasser über den Türschweller oder ist sogar in den Innenraum eingedrungen, sind Schäden sehr wahrscheinlich. Die Technik-Experten des ADAC empfehlen in diesen Fällen, alle Funktionsbauteile des Pkw, die mit Wasser in Kontakt gekommen sind, checken zu lassen und z.B. Gurtstraffer oder Gurtaufrollautomaten sicherheitshalber auszutauschen.

Außerdem kann Schmutz in bzw. unter den Bodenbelägen und Dämmmatten zurückbleiben. Er lässt sich normalerweise auch mit einem Sprüh- oder Nasssauger nicht entfernen. In aller Regel müssen diese Teile deshalb ersetzt werden. Auch Tür -und Seitenverkleidungen sollten entfernt werden, um Hohlräume und das Innere der Türschweller auf Nässe und Verschmutzung zu kontrollieren. Ein Kostenvoranschlag von der Werkstatt schützt vor bösen Überraschungen.

Wasser über der Scheibenunterkante und im Auto

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Infografik: Wasser über der Scheibenunterkante ∙ © ADAC e.V.

Stand das Wasser im Auto bis zur Unterkante der Fensterscheibe, müssen Sie mit dem Schlimmsten rechnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden alle elektrischen und elektronischen Bauteile einschließlich der Kabelbäume beschädigt, das Wasser erreichte aller Wahrscheinlichkeit nach Motor und Getriebe. Auch die Elektronik hinter dem Armaturenbrett dürfte zerstört sein. Fazit: wirtschaftlicher Totalschaden.

Ob sich eine Reparatur lohnt, ist also zweifelhaft. Zumal eine noch so gründliche Reinigung Kosmetik bleiben wird: Rechnen Sie mit massiven Funktionsstörungen. Sollten Sie also keine Kasko-Versicherung haben und ihren Wagen dennoch reparieren lassen wollen: Informieren Sie sich mit dem ADAC Gebrauchtwagen-Rechner über den Zeitwert Ihres Wagens – ein Gebrauchtwagenkauf könnte sinnvoller sein als die Reparatur.

Hochwasser: Gibt es Besonderheiten bei Elektroautos?

Die oben genannten Tipps sind grundsätzlich auch auf Elektroautos übertragbar. Alle Stecker und Kontakte sowie die Hochvoltbatterie sind wasserdicht ausgeführt und es besteht bei zeitweiliger Wassereinwirkung kein erhöhtes Stromschlagrisiko.

Bei längerem Untertauchen oder bei mechanischen Beschädigungen der Hochvoltbatterie, beispielsweise durch Aufschwimmen des Fahrzeuges, könnte jedoch ein undefinierter Zustand eingetreten sein. Es sollte daher ein Sicherheitsabstand von etwa einem Meter eingehalten werden. Zur Bergung ist eine Begutachtung durch eine fachkundige und qualifizierte Person gemäß der Herstellervorgaben notwendig.

Am besten nicht durch Hochwasser fahren

Allgemein gilt für jede Antriebsart: Fahrten durch Hochwasser sind riskant und sollten deshalb wenn möglich unterbleiben. Schließlich ist nicht vorauszusehen, wie tief das Wasser wirklich ist. Konventionelle Pkw (auch die meisten SUV) sind nur für eine maximale Tiefe von rund 20 bis 25 Zentimetern bei langsamer Geschwindigkeit ausgelegt. Steht das Wasser höher, ist es nicht auszuschließen, dass das Fahrzeug liegen bleibt. Zudem kann sich die Lage schnell verschärfen und das Auto von den Wassermassen mitgerissen werden. Bringen Sie sich also nicht unnötig in Gefahr.

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