Neuer Smart #2: Das Kultmobil kommt zurück – besser denn je
Von Jochen Wieler

Der Ur-Smart kehrt zurück! Auf dem Pariser Autosalon hat sich der neue Smart #2 nun der Öffentlichkeit präsentiert. Nicht nur optisch wurde das Konzept des Stadtflitzers in die Moderne überführt – auch technisch hat er deutlich gewonnen. Die Details.
Smart #2 ist parkfreundliche 2,75 Meter lang
Spurtstarker Elektroantrieb, 140 km/h Spitze
Akku mit 35,8 kWh für 290 Kilometer Reichweite
Welches Auto haben die meisten im Kopf, wenn sie an die Marke Smart denken? Na klar, den winzigen City-Flitzer Fortwo, der seit 1998 in drei Generationen vor allem Großstädter mit Parkplatzsorgen begeistert hat – und eher nicht an die übrige Modellfamilie #1, #3 und #5.
Nach zwei Jahren Pause kehrt der Fortwo nun als Keimzelle und Kern der Marke zurück. In der vierten Generation allerdings unter neuem Namen: #2 heißt er jetzt, doch an seinem pfiffigen Konzept ändert sich nichts. Es bleibt bei dem kleinen Stadtauto mit parkfreundlichen Maßen.
Smart #2: Perfektes Stadtauto mit 2,75 Meter Länge

Auch optisch ist der #2 sofort als Weiterentwicklung des Fortwo zu erkennen. Deutlich modernisiert zwar mit knuffigerem Gesicht, niedlichen, runden Heckleuchten und einem insgesamt stämmigeren Auftritt. Aber: Genau so muss ein moderner Smart aussehen!
Es bleibt auch bei den kurzen Karosserieüberhängen: Vor bzw. hinter den Rädern kommt nicht mehr viel Auto. Aber wie auch, bei lediglich 2,75 Meter Länge?! Dass das nun 5 Zentimeter mehr sind als bisher – geschenkt. Kompakter geht es kaum.
Wer die Türen über die stabilen Bügelgriffe öffnet (so soll es sein), blickt in einen ansprechend designten Innenraum. Die früher etwas billige Anmutung der Vorgängermodelle will der #2 offenbar vergessen machen, das Armaturenbrett sieht hochwertig aus und fasst sich auch so an. Gepolsterte Flächen mit Kunstlederüberzug oder wahlweise Stoff machen einen wohnlichen Eindruck.
Innen wurde der Smart hochwertiger

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Es finden sich runde Lüftungsdüsen in Turbinenoptik, ein schmales Display hinter dem griffigen Lenkrad für die nötigsten Anzeigen und ein Touchscreen, über den das meiste bedient wird. Ein paar Tasten sind auch noch übrig geblieben. Ausprobieren und durch die Menüs klicken konnte sich die Redaktion zwar noch nicht – auf dem Bildschirm lief nur eine Demoversion. Doch es bleibt zu hoffen, dass sich Smart von den überfrachtet verspielten Menüs der größeren Modelle verabschiedet hat.
Die Heckklappe ist wieder zweigeteilt

Die Sitze sind richtig bequem geworden. Hier könnte man auch längere Strecken schadlos überstehen. Pfiffig: Die Sitze sind quasi miteinander verbunden, dazwischen gibt es brauchbar große Ablagen. Und weil weder Mitteltunnel noch Schaltung stören (diese ist nun als Lenkstockhebel ausgeführt), kann man auch mal auf die andere Seite rutschen, sollte es zum Aussteigen zu eng geworden sein.
Wer Stoßstange an Stoßstange parkt, dürfte sich wieder über die zweigeteilte Heckklappe freuen. Den oberen Teil, also den verglasten Part, kann man separat aufklappen und mal schnell etwas in den Kofferraum legen. Das ist praktisch, nicht nur wenn mal zu wenig Platz da ist, um den unteren Teil aufzuklappen. Der öffnet sich wie bei den Vorgängermodellen nach unten. Draufsetzen darf man sich übrigens auch, das Gewicht einer erwachsenen Person hält die Heckklappe spielend aus.
Kein Problem mit Leistung und Reichweite

Die wahre Revolution findet sich aber unter dem Blech. Wo der letzte Smart Fortwo noch mit einer mageren 17,6-kWh-Batterie auf kaum mehr als 130 Kilometer Reichweite kam und an eine größere Reise nicht zu denken war, hat Smart es geschafft, auf dem winzigen Raum des #2 eine 35,8 kWh große Batterie unterzubringen. Die soll nach WLTP für 290 Kilometer reichen. Im reinen Stadtverkehr könnte sogar noch mehr drin sein.
Kann man sich mit dem neuen #2 auf die Autobahn trauen? Im Hinblick auf die auf 140 km/h gestiegene Höchstgeschwindigkeit und den mit 60 kW ausreichend kräftigen Elektromotor (in 11,6 Sekunden auf 100 km/h) auf jeden Fall. Zudem gibt es nun eine Schnellladefunktion für CCS-Stecker mit bis zu 65 kW Ladeleistung. Das klingt nach wenig, aber die Batterie soll so in rund 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden können.
Dass auf der Autobahn allerdings eher mit 200 statt 290 Kilometern Reichweite zu rechnen ist, sollte man bedenken. Tante Uschis Geburtstag in 300 Kilometern Entfernung ist dann zwar mit einem Mal Nachladen zu stemmen, als Langstrecken-Ass sollte man den #2 aber nach wie vor nicht sehen.
In der Stadt ist er schließlich am besten aufgehoben, und dafür wurde er ja gemacht. So schluckt der Kofferraum mit 305 Litern Fassungsvermögen das Nötigste, und der Wendekreis von nicht einmal 7 Metern lässt den #2 spielerisch um die Ecken und in Parklücken wuseln.
Smart #2: Preise ab 19.990 Euro

Vier verschiedene Ausstattungsversionen werden angeboten: Pure, Pure+, Premium und die Couture Edition. Zwar lockt der Pure mit einem Basispreis von 19.990 Euro, doch er kann AC nur mit 7,4 kW laden. Wer 11 kW will, muss für 1000 Euro extra zum Pure+ greifen und hat auch gleich noch einen beheizten Fahrersitz mit an Bord. Nur Beifahrer müssen dann weiterhin frieren.
Beiden Varianten gemein: Es gibt nur triste Farben wie Weiß, Schwarz und Grau. Ein frisches Gelb, Gold oder das knallige Rot wie auf den Bildern ist nur für den Premium ab 24.490 Euro zu haben. Der Verkauf des neuen Smart #2 beginnt zum Jahreswechsel 2026/27.
Ob es künftig noch eine Faltdach-Variante geben wird und vielleicht auch einen Viersitzer als #4? Dazu will sich Smart noch nicht äußern. Denkbar wäre beides.
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