Die Ente kehrt zurück: Citroën zeigt elektrisches 2CV Concept
Von Jochen Wieler

Fast 80 Jahre nach der Premiere der legendären Ente überführt Citroën den 2CV in die Neuzeit. Das Elektroauto erinnert bewusst an den historischen 2CV und soll wie dieser preiswert und praktisch sein. Die Infos.
Citroën 2CV Concept gibt Ausblick auf Serienauto 2028
Mit 3,76 Metern im Einstiegssegment
Preis: rund 15.000 Euro
Kaum ein anderes Fahrzeug steht so sehr für Individualität und unkomplizierte Mobilität wie die in Deutschland liebevoll "Ente" genannte französische Ikone Citroën 2CV, wie sie offiziell hieß. Nun bringt Citroën diesen Geist zurück auf die Bühne des Pariser Autosalons 2026 und zeigt mit dem 2CV Concept einen Ausblick auf das Serienmodell, das voraussichtlich 2028 vorgestellt wird.
Citroën 2CV: Retro-Kopie oder Neuerfindung?

Laut Hersteller sei das Ziel nicht gewesen, den alten 2CV eins zu eins in die Gegenwart zu übertragen. Stattdessen wollten die Entwickler jene Eigenschaften neu interpretieren, die den Erfolg des Originals ausmachten: Einfachheit, Erschwinglichkeit, Vielseitigkeit und eine gewisse Leichtigkeit des Seins.
Der historische 2CV wurde 1948 vorgestellt und entstand ursprünglich als pragmatisches Alltagsfahrzeug für die breite Bevölkerung. Diesen Gedanken will Citroën nun auf die Elektromobilität übertragen. Das Konzeptfahrzeug soll zeigen, dass Elektroautos nicht zwangsläufig groß, schwer und teuer sein müssen.
Citroën 2CV: Klein, leicht und unkompliziert
Mit einer Länge von lediglich 3,76 Metern ist das Konzept sogar etwas kürzer als das historische Vorbild. Damit ist es unterhalb eines VW ID. Polo bzw. Citroën C3 in der Klasse der Kleinstwagen angesiedelt. Das Konzept soll rund eine Tonne wiegen und damit deutlich leichter sein als die meisten heutigen E-Autos. Weniger Gewicht bedeutet kleinere Batterien, bessere Effizienz und niedrigere Kosten.
Auch bei der Konstruktion stand die Vereinfachung im Mittelpunkt: Karosserieelemente, Stoßfänger und Bauteile wurden so gestaltet, dass sie sich leichter produzieren und reparieren lassen.

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Karosserie und Details – typisch Ente

Die typische Silhouette der Ente bleibt erhalten. Runde, frei stehende Scheinwerfer, eine markante Motorhaube, ausgeprägte Kotflügel und die charakteristische Dachlinie erinnern an das Original. Gleichzeitig sorgen moderne LED-Lichtsignaturen, große Flächen und klarere Linien für einen zeitgemäßen Auftritt. Bei der Serienversion darf man davon ausgehen, dass die Form des Concept Car an sich erhalten bleibt. Ob es aber alle Details in die Serie schaffen, sei dahingestellt.
Auch die Details zeigen viel Liebe zur Geschichte. Die Stahlräder zitieren die Optik früherer 2CV-Modelle, während auf dem Kennzeichen die unterschiedlichen Spitznamen des Autos aus aller Welt erscheinen. Selbst die sichtbaren Scheibenwischer und die Gestaltung der Motorhaube greifen historische Elemente auf.
Innenraum mit Charme und ungewöhnlichen Ideen

Besonders originell präsentiert sich der Innenraum. Statt auf ein klassisches Cockpit setzt Citroën auf ein luftiges Raumgefühl mit viel Platz und bewusst reduzierter Technik. Breite Sitze mit Advanced-Comfort-Technologie sollen langen Fahrten ihre Anstrengung nehmen. Der Beifahrersitz lässt sich sogar ausziehen und zur Liegefläche umfunktionieren, zumindest in der hier gezeigten Studie. Herausnehmbare Aufbewahrungskörbe, Türgriffe aus Gurtschlaufen und ein Stoff-Faltdach erinnern außerdem an die funktionale Philosophie des klassischen 2CV.
Dazu kommen moderne Lösungen wie das "Smart Vision Display", das wichtige Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers projiziert, und ein 8-Zoll-Touchscreen. Besonders ungewöhnlich ist das "Radioën" genannte Audiosystem: Das Gerät lässt sich herausnehmen und außerhalb des Autos als Lautsprecher nutzen. Aber auch hier ist fraglich, ob das alles es in die Serie schafft.
Viele Anspielungen auf die historische Ente

Zu den charmantesten Details gehören zahlreiche versteckte Verweise auf die Geschichte der Ente. So soll die Hupe klingen wie im historischen Modell und auch der E-Motor soll das charakteristische Geräusch der Ente nachahmen. Auf den Pedalen steht eine Schildkröte für die Bremse und ein Hase für das Fahrpedal.
Selbst die legendäre Vorgabe aus dem ursprünglichen Lastenheft des 2CV lebt weiter: Die Türablagen sind so gestaltet, dass sich darin Eier transportieren lassen. Die Geschichte, dass eine Ente einen Korb voller Eier über einen Acker fahren sollte, ohne diese zu zerbrechen, gehört fest zum Mythos des Fahrzeugs.
Wann und zu welchem Preis kommt die Ente?
Noch handelt es sich um eine Studie. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will die Marke aber ein entsprechendes Serienmodell vorstellen. Heißt: 2028 wissen wir mehr. Produziert werden soll der neue 2CV in Europa. Als Einstiegspreis werden rund 15.000 Euro angepeilt. Details zu Akku und Reichweite stehen noch aus, doch mit einer langstreckentauglichen Reichweite sollte man eher nicht rechnen.
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