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Der ADAC

Test BMW 8er Coupé: Sportlicher Luxus

BMW 8er Coupe fahrend auf der Straße
Flach und breit: Das 8er Coupé beeindruckt ∙ © BMW

Mit dem bärenstarken BMW 8er Coupé lassen die Bayern die Muskeln spielen. Im ADAC Test: Der 840d – und das Topmodell M850i konnten wir auch schon fahren. Plus: Bilder, technische Daten, Preise, Video.

  • Bärenstark: 680 Nm Drehmoment im 840d, 530 PS Leistung im M850i

  • Innovativ: Leichtbau, intelligenter Allrad, Hinterachslenkung

  • Teurer Spaß: Mindestpreis 100.000 Euro

Erfolg macht träge, faul und langsam. Das haben sie auch bei BMW erkannt und starten in der Oberklasse durch: Zu stolzen Preisen ab 100.000 Euro zielt der wiedergeborene Achter direkt auf Autos wie den Porsche 911, Lexus LS 500 oder den AMG GT. "Das ist ein echter Traumwagen für Gentlemen-Driver", schwärmt Marketing-Mann Carsten Groeber, der in München die Luxusklasse verantwortet. "Die 8 im Namen gibt es nur für ganz besondere Autos."

Besonders macht den neuen 8er nicht nur sein Design, das den 4,84 Meter langen, 1,35 Meter flachen und stolze 1,90 Meter breiten Wagen provozierend aussehen lässt. Die Bayern wollen auch eine große Nähe zur Rennstrecke demonstrieren und brachten deshalb vom Start weg auch das M-Performance-Modell.

Die M-Version leistet satte 530 PS

Noch im Rahmen der Erstpräsentation konnten wir den M850i fahren. Der kostet mindestens 125.700 Euro, fährt aber mit 530 PS und 750 Nm sowie einem Sprintwert von 3,7 Sekunden tatsächlich in der Porsche-Liga. Nur beim Spitzentempo kann er nicht mithalten, weil BMW bei 250 km/h Schluss macht und nur den echten M-Modellen freien Auslauf gewährt.

Der 8er ist für ein Auto seines Formats überraschend handlich und agil, hat also in der M-Version durchaus das Zeug zum Rennwagen. Seine knapp fünf Meter und seine beinahe zwei Tonnen kaschieren die Bayern mit dem M-Motor ausgesprochen wirkungsvoll – selbst wenn sie dafür einen hohen Aufwand treiben: Ein Allradantrieb, der wann immer möglich der Hinterachse den Vorzug gibt, ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial im Heck, die Allradlenkung und eine sehr präzise, sehr direkte Fahrzeugführung.

Im Test: Der BMW 840d mit 680 Nm Drehmoment

Zum ADAC Test trat der 840d mit einem Diesel an, der aus drei Litern Hubraum 235 kW/320 PS entwickelt. Auch mit diesem Triebwerk unter der Haube ist man alles andere als untermotorisiert. Der Fahrer ist immer wieder überrascht, wie der angenehm knurrige, durchzugsstarke Sechszylinder-Diesel mit der schon legendären ZF-Achtgangautomatik schon im unteren Drehzahlbereich einen mächtiger Drehmomentberg auftürmt, um die Fuhre gen Horizont zu katapultieren. Zwischen etwa 1300 und 3600 Umdrehungen liegen mehr als 600 Newtonmeter an.

Die Allradlenkung ist gewöhnungsbedürftig, aber das Auto lenkt in enge Kurven außergewöhnlich spontan und präzise ein und scheint im Verlauf der Kurve wie Klebstoff auf der Straße zu haften. Verantwortlich dafür sind der tiefe Fahrzeugschwerpunkt, eine harmonische Achslastverteilung, Leichtbau mit Aluminium, Magnesium und CFK an der richtigen Stelle sowie eine aerodynamisch optimierte, nahezu auftriebsfreie Karosserie, erklärt BMW.

Sehr niedrige Schadstoffwerte

Wer die volle Kraft spontan und unverzögert genießen möchte, wählt am Drive-Mode-Schalter die Einstellung "Sport". Überhaupt ist die Spreizung des Leistungstemperaments ausgesprochen gut gelungen beim 8er BMW: Die Abstufungen zu den Einstellungen "Comfort" und "EcoPro sind deutlich spürbar – und machen in dieser Ausgestaltung absolut Sinn. Gemächliches Cruisen in "EcoPro" hilft enorm, den Tankfüllstand möglichst lange zu erhalten.

Denn ein Kostverächter ist der Motor nicht: Ein Durchschnittsverbrauch von 7,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer im ADAC Ecotest ist absolut gesehen ein hoher Wert. Bezieht man Gewicht und die mögliche Fahrdynamik mit ein, fällt das Urteil allerdings milder aus.

Der drei Liter große Turbodiesel fährt mit seinem modernen Abgasreinigungssystem inner- und außerorts sehr sauber. Und auch wegen für die Abgasreinigung besonders anspruchsvollen Autobahnzyklus (hoher Volllastanteil) steigen die NOx-Werte nur marginal an. So erreicht der 840d die vollen 50 Punkte im Schadstoffkapitel des Ecotest – durch den hohen Verbrauch reicht es insgesamt trotzdem nur für drei Sterne.

Stoppschild-Warnung im Head-up-Display

Neben üppiger Leistung bietet der 8er reichlich Lack und Leder bis hin zu Glasapplikationen auf Schaltknauf, Startknopf und iDrive-Controller. Dazu kommt ein Heer von Assistenzsystemen. Ein Highlight ist das Laserlicht mit Selective Beam Funktion, das die Fahrbahn bis zu 600 Meter weit ausleuchten kann. Man sieht genau, wie um das vorausfahrende Fahrzeug herum der Lichtkegel variiert und damit das Umfeld ausgeleuchtet wird. Kommt ein Auto von vorn, schattet das Licht die Partien ab, durch die der Gegenverkehr geblendet werden könnte. Das funktioniert erstaunlich schnell und offenbar störungsfrei.

Ein weiteres tolles Gimmik ist, dass das Auto vor Kreuzungen ohne Vorfahrt, insbesondere vor Stop-Schildern, warnt, die man aus Unachtsamkeit überfahren könnte. Gestützt von Kamerabildern und Navigationsdaten macht das Auto den Fahrer mit dem entsprechenden Verkehrszeichen im Head-up-Display und zusätzlich mit einem akustischen Signal aufmerksam.

Ein bisschen irritierend wirkt die Vielzahl der Knöpfe am Armaturenbrett, zumal BMW der erste Hersteller war, der den Knöpfen mit dem iDrive-Controller den Krieg angesagt hatte. Und der Sinn einer Gestensteuerung ist und bleibt fraglich, solange die nicht immer zuverlässig reagiert.

Natürlich hat der 8er auch weniger gute Seiten: Die Rückbank ist eine Zumutung, weil der Zustieg nur Gummimenschen gelingt, die Knie nur bei Kleinkindern hinter die Vordersitze passen und der Kopf schnell am Dachhimmel schleift.

Hier können Sie den kompletten Testbericht des BMW 840d Coupé als PDF herunterladen.
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Das hat uns gefallen: Hohe Verarbeitungsqualität, kräftiger und kultivierter Dieselmotor, hervorragende Automatik, geringe Schadstoffemissionen

Das hat uns nicht gefallen: Schlechte Rundumsicht, teuer in Anschaffung und Unterhalt, mühseliger Zustieg in den Fond

Technische Daten (Herstellerangaben)BMW 840d Coupé M Sportpaket xDrive Steptronic

Motor/Antrieb

6-Zylinder-Bi-Turbodiesel, 2993 cm³, 235 kW/320 PS, 680 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

4,9 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,1 l Diesel/100 km, 160 g CO₂/km

Maße

L 4,84 / B 1,90/ H 1,34 m

Kofferraum

420 l

Leergewicht / Zuladung

1905/ 465 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

-

Garantie allg. / Rost

- / 12 Jahre

Preis

ab 100.000 €

ADAC Messwerte (Auszug)BMW 840d Coupé M Sportpaket xDrive Steptronic

Überholvorgang 60-100 km/h

2,9 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,4 m

Wendekreis l/r

11,9/11,7 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

7,1 l Diesel/100 km, 225 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

930 km

Innengeräusch bei 130 km/h

65,3 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1905 / 465 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt

375 / 585 l

ADAC TestergebnisBMW 840d Coupé M Sportpaket xDrive Steptronic

Karosserie/Kofferraum

2,8

Innenraum

2,7

Komfort

2,0

Motor/Antrieb

1,2

Fahreigenschaften

1,8

Sicherheit

1,8

Umwelt/Ecotest

3,1

Gesamtnote

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Inzwischen gibt es den 8er auch offen als BMW 8er Cabriolet. Innenausstattung, Motoren und Technik gleichen dem Coupé. Das Stoffverdeck öffnet und schließt sich bis Tempo 50.

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Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © BMW