Auto China Peking 2026: So gut sind die China-Neuheiten
Von Redaktion

Keine Automesse ist größer und wichtiger als die Messe im größten Automobilmarkt der Welt: die Auto Peking 2026. Die interessantesten Neuheiten von BYD bis VW im Überblick.
Größte Automesse der Welt mit 100 chinesischen Marken
Trend geht weiter zu E- und Hybrid-Fahrzeugen
Highlights: Smart #2, Denza Z Roadster und VW Jetta X
Die Auto China 2026 in Peking (24. April bis 3. Mai 2026) zeigt eindrucksvoll, wie rasant sich die Automobilwelt verändert. Neue Elektroautos, Plug‑in-Hybride, intelligente Software und KI-gesteuerte Cockpits stehen im Mittelpunkt. Vor allem die 100 chinesischen Marken treten selbstbewusst auf, präsentieren innovative Technologien und setzen mit attraktiven Preisen die Konkurrenz unter Druck. Über 180 Premieren stehen auf mehr als 200.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche.
Im Fokus: E-Autos, Hybrid-Modelle, autonomes Fahren
Klassische Verbrenner spielen kaum noch eine Rolle, fast alle neuen Modelle fahren elektrisch oder als Hybrid-Modelle. Ein wichtiger Trend ist die Etablierung der 800-Volt-Technologie als Voraussetzung für schnelles Laden als neuer Standard, ergänzt durch leistungsfähigere Batterien mit höheren Reichweiten. Auch autonomes Fahren entwickelt sich weiter, wobei Level-2+-Systeme zunehmend Standard werden und Level 3 in Premiumfahrzeugen an Bedeutung gewinnt.
Autor Fabian Hoberg hat auf einem Messerundgang die interessantesten Neuheiten der Auto China Peking 2026 aus europäischer Sicht zusammengestellt.
Audi E7x

Audi zeigt mit Kooperationspartner SAIC ein China-exklusives Elektro-SUV-Konzept im Premiumsegment. Der Audi E7x (ohne Ringe) verfügt über einen Dual-Motor-Allradantrieb mit rund 500 kW/680 PS, 800-Volt-Architektur, kombiniert mit einer großen Batterie mit etwa 109 kWh Kapazität. Die Reichweite soll nach dem chinesischem Verbrauchs- und Reichweitenzyklus (CLTC) bei rund 700 Kilometern liegen. Im Vergleich zu den Modellen mit den vier Ringen soll der E7x besser vernetzt und noch digitaler sein. Dass das Fahrzeug nach Deutschland kommt, ist unwahrscheinlich. Auch die Langversionen von Audi A6L und A6L e-tron bleiben in China.
BMW 7er und Langversionen

BMW ist auf der Auto China 2026 gut vertreten und zeigt neue und überarbeitete Modelle, die speziell auf China zugeschnitten sind. Dazu gehören das Facelift der 7er-Reihe mit dem i7 und die Langversionen der Elektromodelle i3 und iX3. Der Akku reicht nach chinesischem Standard für rund 900 Kilometer Reichweite, dank 800-Volt-Technik laden die Modelle wie in Europa mit bis zu 400 kW am DC-Schnelllader.
Im 7er kommen neue Materialien und Assistenzsysteme zum Einsatz, wie freihändiges Fahren auf Autobahnen bis 130 km/h (Level 2+) und ein City-Assistent mit KI-unterstützter Software. Dazu vergrößert sich die Kapazität der i7-Batterie auf bis zu 112,5 kWh. Der Akku kann nun DC schneller laden (250 statt 200 kW).
BYD: Sealion 08

Gleich sechs Stände belegt BYD mit seinen Marken BYD, Denza, Yangwang und Fangchengbao auf der Messe. Technologisch steht dabei eine neue 800-Volt-Architektur mit "Flash-Laden" im Mittelpunkt. Als erstes Modell wird der Sealion 08 auch in Europa zeigen, dass er mit der neuen Technologie mit bis zu 1000 kW und damit sehr schnell laden kann: In 5 Minuten soll der BYD an einer entsprechenden Säule von 10 auf 70 Prozent laden, auf 97 Prozent in 9 Minuten.
Mit dem BYD Shark bietet der Hersteller bald einen Pick-up als Hybrid in Europa an. Auch der Fangchengbao Ti7 soll als BYD nach Europa kommen. Als Antrieb des knapp 5 Meter langen SUVs dient ein 1,5-Liter-Vierzylinder kombiniert mit einer E-Maschine.
Denza Z

BYDs Nobeltochter Denza bringt mit dem Z in diesem Jahr gleich drei Varianten eines sportlichen Fahrzeugs auf den Markt – und zwar in China und in Europa: neben dem Coupé eine besonders sportliche Variante und ein Cabrio mit vier Sitzplätzen und Stoffverdeck. In der sportlichsten Version des leichten Carbon-Gefährts soll der elektrische Zweitürer mit über 1000 PS in unter 2 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.
Fangchengbao B5

Das chinesische SUV Fangchengbao B5 kann als Denza Bao 5 oder BYD Bao 5 nach Europa kommen. Unter der Haube des 4,92 Meter langen SUVs arbeitet ein Plug‑in-Hybrid mit einer Systemleistung von 505 kW/687 PS und 760 Nm Drehmoment. Aus dem Stand sprintet das Modell in rund 5 Sekunden auf 100 km/h. Der 31,8-kWh-Akku soll eine elektrische Reichweite von bis zu 100 Kilometer ermöglichen, bis der Benziner gebraucht wird.
Hyundai Ioniq Earth

Hyundai zeigt mit dem Ioniq Earth ein elektrisches SUV-Konzept, das für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Das Fahrzeug setzt auf eine robuste Offroad-Optik, große Glasflächen und eine sehr futuristische Designsprache. Auffällig ist der Innenraum mit vier Einzelsitzen.
Der Hyundai Ioniq Venus dagegen ist eine elektrische Coupé-Limousine mit flacher Silhouette und stark aerodynamischem Design. Der Innenraum ist auf Komfort und digitale Vernetzung ausgelegt und bietet ein breites Display sowie ein Lounge-Konzept. Davon leitet Hyundai den Ioniq V ab, eine rund 4,90 Meter lange Fastback-Limousine mit 2,90 Meter Radstand. Er nutzt ein 800-Volt-System für ultraschnelles Laden und erreicht je nach Version über 600 Kilometer Reichweite nach dem chinesischen Verbrauchs- und Reichweitenzyklus CLTC.
Leapmotor Lafa 5 Ultra

Die chinesische Marke Leapmotor zeigt auf der Messe die sportliche Limousine Lafa 5 Ultra. Ein kompakter Elektrowagen, der sportliche Leistung mit moderner Technik zu einem vergleichsweise niedrigen Preis kombiniert: Mit rund 180 kW/245 PS beschleunigt er in etwa 5,9 Sekunden auf 100 km/h, während Batterien bis 67 kWh eine Reichweite von bis zu 600 Kilometer (CLTC) ermöglichen. Auffällig sind sein sportliches Aerodesign sowie der Einsatz von LiDAR und Assistenzsystemen. Könnte auch nach Europa kommen.
Mercedes S-Klasse und GLC

Mercedes zeigt auf der Messe Modelle im Rahmen einer China-Offensive, nachdem der Hersteller in den letzten Jahren Marktanteile an dortige Wettbewerber verloren hat. Im Zentrum stehen die überarbeitete S-Klasse, eine lange Version des GLC und der viertürige elektrische AMG GT. Strategisch versucht Mercedes den Spagat zwischen Luxusmarke und technologischem Wettbewerber im chinesischen EV-Markt zu schaffen.
Nissan SUV-Studien

Nissan zeigt drei neue Konzeptstudien, die seine Elektrifizierungsstrategie in China verdeutlichen. Ein kompaktes "Urban SUV" richtet sich mit modernem Design und elektrifiziertem Antrieb an Stadtkunden. Ein größeres SUV kombiniert robuste Offroad-Optik mit Plug‑in-Hybrid-Technologie und soll Vielseitigkeit zwischen Stadt und Gelände zeigen. Ergänzt wird die Riege durch eine Technik-orientierte Studie, die vor allem Assistenzsysteme, Vernetzung und automatisiertes Fahren in den Fokus stellt.
Peugeot Concept 6 und 8

Auf der Auto China präsentiert Peugeot mit dem Concept 6 und dem Concept 8 zwei Studien, die einen Ausblick auf kommende Elektro-Modelle für den chinesischen Markt geben. Der Concept 6 ist eine etwa 5 Meter lange Limousinen-/Shooting-Brake-Studie mit flacher Silhouette, schmaler LED-Lichtsignatur und stark digitalisiertem, minimalistischem Innenraum. Er deutet auf eine neue Interpretation der oberen Mittelklasse hin. Der Concept 8 zeigt dagegen ein großes Elektro-SUV mit robuster, aerodynamischer Form und Lounge-Interieur. Chancen auf Europa? Unwahrscheinlich.
Smart #2

Der Smart Fortwo ist zurück. Zwar noch als Studie, aber die Serienreife naht. Auf fast 2,79 Meter bietet die Studie #2 wie der Vorgänger Platz für zwei Personen, dazu einen kleinen Wendekreis von 6,95 Metern. Trotz eines kleinen Akkus soll die Reichweite bei rund 300 Kilometern liegen, die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent bei rund 20 Minuten. Diesen Oktober soll das Serienmodell in Europa Premiere haben.
Dazu zeigt Smart auf der Messe mit dem #6 eine sportliche Limousine von 4,90 Meter Länge, die dem Mercedes CLA ähnlich sieht. Als Antrieb dient ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit einem E-Motor und einer Gesamtleistung von 429 PS, die Reichweite liegt bei bis zu 1810 Kilometern mit vollem Tank und Akku (nach CLTC-Zyklus).
VW ID. Aura und Jetta X

Volkswagen präsentiert neue Elektrofahrzeuge, die nicht mehr in Wolfsburg entstehen, sondern gemeinsam mit lokalen Partnern wie XPeng und FAW für den chinesischen Markt entwickelt werden. Im Mittelpunkt: das SUV-Flaggschiff (mit XPeng-G9-Technik) ID. Era 9X. Der großzügig dimensionierte Sechssitzer mit Range-Extender-Antrieb bietet eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern. Das rund 5,20 Meter lange Modell soll in China noch in diesem Jahr zu einem Preis von etwa 41.000 Euro starten.
Einer der Höhepunkte der Messe: Der Jetta ist zurück, zumindest in China. Der günstige elektrische VW unter dem neuen Namen Jetta X soll so etwas wie Dacia bei Renault werden, also etwas preiswerter als bisherige Modelle. Zwischen 12.000 und 15.000 Euro soll das SUV kosten.

FAW-Volkswagen enthüllt das erste elektrische Modell der ID.-Aura-Serie. Diese Fahrzeuge, wie der Aura T6, basieren auf lokal angepassten Plattformen, bei der Software, Bedienkonzepte und digitale Dienste stark auf den chinesischen Markt zugeschnitten werden. Den ID. Unyx 08 als elektrisches Crossover-SUV entwickelte VW gemeinsam mit dem XPeng auf Basis des G9 für den chinesischen Markt. Das rund 5 Meter lange SUV leistet bis zu 370 kW/503 PS, lädt dank 800-Volt-Technik mit bis zu 315 kW und fährt mit einer Akkuladung bis zu 730 Kilometer weit. Preis: ab umgerechnet unter 29.000 Euro – allerdings nur in China. Auch ein ID. Unyx 09 wird als elektrische Limousine vorgestellt.
XPeng GS

Der Xpeng GS erinnert stark an den Range Rover. Das große SUV mit Elektro- oder Range-Extender-Antrieb misst über 5,20 Meter, bietet sechs Sitze und leistet je nach Version bis etwa 577 PS. Die Batterie ermöglicht rund 720 bis 750 Kilometer rein elektrische Reichweite, kombiniert sogar bis zu etwa 1400 Kilometer. Dank 800-Volt-Technik sind sehr schnelle Ladezeiten sowie moderne Assistenz- und Fahrtechnologien integriert.
Zeekr 8X

Der neue Zeekr 8X ist ein großes Plug‑in-Hybrid-SUV und kombiniert einen 2,0-Liter-Turbo mit bis zu drei Elektromotoren. In der Topversion leistet er rund 1381 PS und beschleunigt in 2,96 Sekunden auf 100 km/h. Mit einer elektrischen Reichweite von 250 bis 330 Kilometern und einer Gesamtreichweite von bis zu 1000 Kilometern verbindet er starke Performance mit Langstreckentauglichkeit. Dazu kommen eine 900-Volt-Architektur, Luftfederung und Hightech-Assistenten, die ihn im Premiumsegment positionieren.
Text: Fabian Hoberg