Rabatte auf Neuwagen: So viel können Sie sparen!

Ein Autoverkäufer schüttelt die Hand einer Kundin
Beim Neuwagenkauf verhandeln, kann sich lohnen© iStock.com/skynesher

Wer gut verhandelt, kann beim Neuwagenkauf viel Geld sparen. Der ADAC hat untersucht, wie viel Rabatt tatsächlich drin ist, und ob es Unterschiede zwischen Elektroautos und Autos mit Verbrennungsmotor gibt. Die überraschenden Ergebnisse.

  • 10 Fahrzeugmodelle im Rabatt-Check

  • Fiat 500e: 19,3 Prozent unter Listenpreis

  • Verhandeln spart bares Geld

Frust statt Lust am Autokauf: Neuwagen sind in den letzten Jahren richtig teuer geworden. Das haben umfangreiche Auswertungen des ADAC ergeben. Vom reinen Listenpreis sollte man sich aber nicht gleich abschrecken lassen, denn so gut wie immer sind Rabatte im zweistelligen Prozentbereich drin, wie der ADAC in einer aktuellen Studie ermittelt hat.

Wie hoch fallen die Rabatte wirklich aus? Und: Gibt es Unterschiede zwischen Elektroautos und Autos mit Verbrennungsmotor?

Wie viel Rabatt gibt es wirklich?

Fahraufnahme des Skoda Octavia von der Seite
Beim Škoda Octavia zeigten sich die Händler großzügig: 15,9 Prozent Abschlag zum Neupreis im Schnitt© Škoda

Um das herauszufinden, hat der ADAC bei fünf E-Auto-Modellen und fünf Verbrennern die Preise ermittelt. "Undercover" wurden Händler in Großstädten und auf dem Land aufgesucht, je zehn pro Modell. Insgesamt wurden also 100 Kaufszenarien von den Mystery Shoppern durchgeführt. Das Ziel: Möglichst viel Rabatt herausschlagen.

Wie ganz normale Kunden sollten sich die Tester auch für übliche, vom ADAC vordefinierte Zusatzausstattungen entscheiden oder eine höherwertige Ausstattungsvariante wählen, so dass sich zum Grundpreis noch zwischen 1650 (MG4) und 12.625 Euro (Audi A4) an Extras addierten.

Erste Erkenntnis: Bei manchen Modellen gab es bereits einen Nachlass, ohne dass die Käufer überhaupt verhandeln mussten. Nämlich dann, wenn es sogenannte Herstelleraktionen gab, die im Prinzip nichts anderes sind als (oft temporäre) Preissenkungen, um den Absatz anzukurbeln.

So wurde zum Beispiel der Fiat 500e im Testzeitraum Februar und März 2024 mit 5000 Euro Aktionsrabatt verkauft, und auch der VW ID.4 war mit 5950 Euro "Aktionsprämie" plus zusätzlichem "E-Mobilitäts-Bonus" in Höhe von 1785 Euro erheblich günstiger zu haben als nach Liste. Inzwischen hat VW die Aktionsprämie allerdings wieder gesenkt.

100 Testkäufe: Die Ergebnisse

Modell

Listenpreis inkl. Sonderausstattungen

Ø Gesamtrabatt in Euro (inkl. Herstelleraktion)¹

Angebotspreis in Euro

Ø Gesamtrabatt in Prozent vom Listenpreis¹

Verbrenner





Audi A4 Avant 35 TDI S Tronic

62.025

8590

53.435

13,8

Hyundai Kona 1.0 DCT Trend

33.750

2937

30.813

8,7

Opel Mokka 1.2 (100 PS) Elegance

28.550

2936

25.614

10,3

Škoda Octavia Combi 2.0 TDI DSG Selection

46.520

7407

39.113

15,9

VW Golf 1.5 eTSI DSG Life

40.180

3955

36.225

9,8

Elektroautos





BMW iX1 eDrive 20

56.390

8091

48.299

14,3

Fiat 500e (42 kWh)

38.151

7422

30.729

19,3

MG4 Luxury

43.640

0

43.640

0

Škoda Enyaq 85 (77 kWh)

56.370

7424

48.946

13,2

VW ID.4 Pro (77 kWh)

59.540

7921

51.620

13,3

¹ Mittelwert der Einzelrabatte

Bei der Frage nach über die Herstelleraktion hinausgehenden Rabatten gaben sich die Händler allerdings meist zugeknöpft und haben kaum noch etwas draufgelegt. So sind die ID.4-Testkunden unter dem Strich auf einen Rabatt von 13,3 Prozent im Schnitt gekommen.

Fiat 500e: Günstig als Lagerfahrzeug

Ein Fiat 500 E fährt an einem Backsteingebäude vorbei
Großer Lagerbestand, günstigere Preise beim Fiat 500e© Fiat

Besonderheit beim Fiat 500e: Hier wurden offenbar so viele Fahrzeuge vorproduziert, dass die Händler angehalten waren, erst den Lagerbestand zu verkaufen. Neu konfigurieren konnte man den kleinen Italiener zum Testzeitpunkt deshalb gar nicht. Und siehe da, steht das Fahrzeug schon fix und fertig auf Halde und soll so schnell wie möglich weg, sind die Händler spendierfreudiger: 19,3 Prozent konnten die Tester beim Fiat 500e im Schnitt herausholen.

Dass man sich von herstellerseitigen "Aktionspreisen" allerdings nicht blenden lassen muss, zeigen andere Marken, die im Erhebungszeitraum keine derartigen Sonderaktionen promotet hatten. Beim BMW iX1 waren etwa durch bloßes Nachfragen beim Verkäufer nach einem Rabatt gut 14 Prozent Nachlass im Schnitt möglich.

Die Studie zeigt auch: Wer hartnäckig ist, bekommt mehr nachgelassen. Beim zweiten Mal Nachfragen war teilweise noch ein gewisser Spielraum drin, beim dritten Mal aber nicht mehr.

MG lässt grundsätzlich nichts nach

Ein orangener MG4 Electric schräg von vorne
Bei MG lassen die Händler keinen Cent nach. Gut für die Marge, schlecht für die Kunden© MG/Chris Lawrence

Bei den Händlern eines Herstellers bissen die Testkunden allerdings auf Granit: Bei der chinesischen Marke MG. Hier gab es durchweg keinen Cent Nachlass vom Listenpreis. Als Begründung führten die Händler an, dass die Fahrzeuge in Kommission verkauft würden und daher seitens des Händlers kein Rabatt gewährt werden könne. Der Preis sei bei jedem Händler sowie auch bei Online-Bestellung gleich, dadurch gäbe es auch keine "Rabattschlachten" zwischen den Verkäufern.

Dieses sogenannte Agentur-Modell führen immer mehr Hersteller ein – der Händler ist dann nur noch Vermittler, Verkäufer ist der Hersteller selbst.

Das hat Vor- und Nachteile. Für den Händler ist die "Null-Rabatt-Strategie" eine sichere Bank, schließlich kann er immer mit einer gleich hohen Marge rechnen. Auch der Kunde weiß, woran er ist, und braucht gar nicht erst feilschen – nicht jeder fühlt sich wohl dabei, nach Rabatt zu fragen –, könnte aber auch mit dem Gefühl vom Hof gehen, schlecht, weil gar nicht verhandelt zu haben.

Und auch das ist eine Erkenntnis: Der vermeintlich günstigere Preis der chinesischen Marke MG relativiert sich, weil es eben anders als bei etablierten Marken keinen Rabatt gibt.

Elektro vs. Verbrenner: Kaum Unterschied

Vergleicht man die Endpreise von Autos mit Verbrennungsmotor und Elektrofahrzeugen, fällt auf, dass es keine großen Unterschiede bei der Rabattierung selbst nach dem Wegfall der staatlich geförderten E-Auto-Umweltprämie gibt.

Das Aus der Umweltprämie hat im Übrigen einen positiven Effekt: Die Hersteller haben teils massiv die Listenpreise auf Elektroautos gesenkt. So ist nun beispielsweise der Renault Mégane E-Tech ab 35.600 Euro zu haben, Ende 2023 waren es noch 42.000 Euro. Und der elektrische Honda e:Ny 1 kostete bis Februar 2024 noch überzogene 47.590 Euro, jetzt ist er für 38.990 Euro eingepreist. Das klingt schon erheblich realistischer. E-Autos liegen also nicht nur beim Rabatt, sondern auch beim Grundpreis gar nicht mehr so weit vom entsprechenden Verbrenner-Modell entfernt.

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ADAC Tipps

  • Es lohnt sich, die Angebote mehrerer Händler zu vergleichen.

  • Beim Verhandeln nicht gleich aufgeben, bei einer zweiten Nachfrage nach Rabatt ist oft noch was drin.

  • Hersteller-Sonderaktionen können attraktiv sein, da man nicht selbst feilschen muss. Der erzielte Rabatt ist aber auch oft bei Fahrzeugen ohne Sonderaktion zu haben.

  • Nach Lagerfahrzeugen fragen, sie werden oft noch günstiger angeboten.

Studie: ADAC Markt- und Meinungsforschung; Fachliche Beratung: Maximilian Bauer ADAC Technik Zentrum