Internet im Auto: So klappt das Surfen problemlos

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Von Redaktion

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Aktivierung der Hotspot-Funktion auf einem Smartphone
Hotspot an: Neben dem eigenen Smartphone gibt es noch weitere Möglichkeiten, WLAN ins Auto zu holen© Shutterstock/Eza Nanda

Vor allem Familien mit Kindern wünschen sich auf der Langstrecke häufig Unterhaltung im Auto. Mobile Internet-Lösungen können dabei helfen, Staus und die Fahrt in den Urlaub kurzweiliger zu gestalten. Der ADAC gibt Tipps, wie das klappt.

  • WLAN im Auto für Mitfahrer auf langen Strecken sinnvoll

  • Undurchsichtige Preisstruktur bei Herstellerlösungen

  • Satelliten-Internet als Nischenlösung auch im Auto möglich

Einsteigen, losfahren, online sein: Wo Internet im Auto früher vor allem für Musik oder Navigation reichen musste, sind die Anforderungen an das mobile Netzwerk heute auf längeren Fahrten oft deutlich anspruchsvoller. Kinder oder Jugendliche streamen Filme auf dem Tablet, Mitreisende arbeiten am Laptop, Smartphones benötigen Updates für Apps.

Das Problem: Nicht jedes Gerät hat ein eigenes Mobilfunkmodul – und nicht jeder möchte für jedes Tablet oder Notebook einen separaten Datentarif buchen. Genau hier kommt auf Reisen WLAN im Auto ins Spiel.

Dabei geht es weniger um die Vernetzung des Fahrzeugs selbst, sondern um einen einfachen Internetzugang für externe Geräte. Der ADAC Vergleich zeigt: Die beste Lösung hängt stark vom Nutzungsprofil ab – gelegentliche Fahrten lassen sich oft mit dem vorhandenen Smartphone lösen, Familien oder Camper fahren mit mobilen Routern oder Alternativen meist besser.

Internet im Auto: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wer im Auto online sein möchte, hat mehrere Möglichkeiten zum Vernetzen seiner Geräte: vom Smartphone-Hotspot über mobile Router bis hin zu integrierten Herstellerangeboten oder Satelliten-Internet.

Die einfachste Möglichkeit ist das eigene Smartphone. Es nutzt die mobile Datenverbindung des bestehenden Mobilfunktarifs und stellt sie anderen Geräten im Auto per WLAN zur Verfügung. Diese Funktion ist bei modernen Smartphones bereits vorhanden, zusätzliche Hardware ist nicht nötig.

Besonders praktisch ist eine Automatisierung. Bei iPhones lässt sich über die Kurzbefehle-App eine persönliche Automation einrichten, die den Hotspot aktiviert, sobald sich das Smartphone per Bluetooth mit dem Auto verbindet. Bei Samsung-Smartphones funktioniert ein ähnlicher Ablauf über "Modi und Routinen". Bei anderen Android-Geräten kann gegebenenfalls eine Drittanbieter-App helfen.

Vorteile
Der Smartphone-Hotspot ist günstig, flexibel und funktioniert unabhängig vom Fahrzeugmodell. Wer bereits einen ausreichend großen Mobilfunktarif hat, muss keinen zusätzlichen Vertrag abschließen.

Nachteile
Der Hotspot belastet den Akku deutlich, das Smartphone kann sich bei intensiver Nutzung erwärmen, und das Datenvolumen des eigenen Tarifs wird verbraucht. Außerdem ist der Empfang im Fahrzeuginnenraum oft schlechter als über eine fest verbaute Außenantenne.

ADAC Einschätzung
Für gelegentliche Nutzung, Navigation, Musikstreaming oder ein einzelnes Tablet ist der Smartphone-Hotspot meist die naheliegendste Lösung.

Ein mobiler WLAN-Router baut mit einer eigenen SIM-Karte eine Internetverbindung auf und verteilt diese im Auto per WLAN an mehrere Geräte. Solche Geräte können über Akku, USB oder 12-Volt-Anschluss betrieben werden. Wichtig ist, dass der Router sicher im Auto platziert wird und möglichst guten Empfang hat.

Für viele typische Anwendungen im Auto reicht ein LTE-Router (4G) aus. Dazu gehören Navigation, Musikstreaming oder die Versorgung einzelner Tablets. Wer mehrere Geräte gleichzeitig nutzen möchte oder mehr Reserven für die Zukunft will, kann zu einem 5G-Router greifen. Einfache LTE-Router sind bereits ab etwa 40 Euro zu haben, 5G-Router ab etwa 150 Euro. Hinzu kommen die Kosten für eine passende SIM-Karte bzw. einen Datentarif.

Vorteile
Ein mobiler Router entlastet das Smartphone, eignet sich gut für mehrere Geräte und kann auch außerhalb des Autos genutzt werden – etwa im Ferienhaus, im Hotel oder am Strand.

Nachteile
Es entstehen Anschaffungskosten, ein zusätzlicher Tarif ist nötig, und das Gerät muss geladen oder mit Strom versorgt werden. Außerdem sollte es so verstaut werden, dass es bei einer Bremsung nicht herumfliegt.

ADAC Einschätzung
Für Familien, Urlaubsfahrten, Camper oder regelmäßige Nutzung ist ein mobiler Router oft die beste Lösung.

Viele moderne Fahrzeuge bieten eigene Online-Dienste oder die Möglichkeit, einen WLAN-Hotspot über das Infotainmentsystem bereitzustellen.

Vorteile
Diese Lösung ist komfortabel, weil keine Zusatzgeräte im Innenraum nötig sind. Außerdem kann das System die fahrzeugeigene Außenantenne nutzen, was die Empfangsqualität verbessern kann.

Nachteile
Die Angebote sind je nach Hersteller unterschiedlich geregelt. Teilweise sind separate Datenpakete nötig, teilweise läuft die Abrechnung über Mobilfunkpartner oder Plattformen. Großer Kritikpunkt: Ohne Registrierung sind viele Preise nicht transparent einsehbar. Das Datenvolumen kann zudem an das Fahrzeug gebunden sein und lässt sich dann nicht außerhalb des Autos nutzen. So handhaben das beispielsweise Cupra, Škoda und VW.

Wünschenswert ist deshalb, die eigene SIM-Karte in das Fahrzeug integrieren zu können. Einige Hersteller bieten diese Option ihren Kundinnen und Kunden an, allerdings bei Weitem nicht alle. Hier lohnt es sich, bereits vor dem Kauf des Fahrzeugs genau darauf zu achten, wie die Internetverbindung über das Fahrzeug zustande kommt.

ADAC Einschätzung
Integrierte Lösungen sind bequem, können aber teurer und weniger flexibel sein. Aus Verbrauchersicht wären freie eSIM-Schnittstellen sinnvoll, damit Nutzer ihren Mobilfunkanbieter selbst wählen können. Preise sollten außerdem öffentlich und ohne Registrierungszwang einsehbar sein.

Satelliten-Internet wie Starlink Mini kann interessant sein, wenn Mobilfunknetze schwach oder gar nicht verfügbar sind – etwa beim Camping, auf Reisen in abgelegene Regionen oder außerhalb klassischer Roaming-Möglichkeiten. Für den Alltag im Auto ist diese Lösung aber eher eine Nische.

Vorteile
Diese Lösung ist sehr flexibel, da auch am Urlaubsort außerhalb des Fahrzeugs einsetzbar. Erlaubt auch während der Fahrt schnelles Internet bis zu Geschwindigkeiten von rund 160 km/h.

Nachteile
Das System benötigt freie Sicht zum Himmel. In Tunneln, Parkhäusern, engen Straßenschluchten oder unter dichter Baumkulisse kann die Verbindung abbrechen. Außerdem muss die Stromversorgung zuverlässig funktionieren. Besonders wichtig ist die sichere Befestigung: Eine lose montierte Antenne kann bei einer Vollbremsung oder einem Unfall gefährlich werden.

Abseits der technischen Herausforderungen muss genau abgewogen werden, ob sich die Kosten im Einzelfall lohnen. Satelliten-Internet stellt die teuerste aller Lösungen dar, da zunächst die Hardware gekauft werden muss und zudem monatliche Kosten anfallen. Starlink verlangt für sein Mini-System im Einstiegspaket 45 Euro pro Monat für 100 GB Datenvolumen. Wer bereit ist 95 Euro auszugeben, surft unterwegs unbegrenzt.

ADAC Einschätzung
Für normale Pkw-Fahrten ist Satelliteninternet meist zu aufwendig. Für Wohnmobilisten oder Reisen in Regionen mit schlechter Mobilfunkversorgung kann es eine sinnvolle Speziallösung sein.

Wie viel Datenvolumen braucht man unterwegs?

Der Datenverbrauch hängt stark von der Nutzung ab. Navigation ist vergleichsweise sparsam und benötigt etwa 3 bis 10 MB pro Stunde. Musikstreaming liegt bei etwa 50 bis 70 MB pro Stunde, je nach gewählter Qualität der Musikdateien. Video-Streaming in Standardauflösung kann bereits 500 bis 800 MB pro Stunde verbrauchen, HD-Streaming sogar etwa 1,2 bis 3 GB. Auch Social-Media-Apps mit vielen kurzen Videos können schnell mehr als 1 GB pro Stunde verbrauchen.

Deshalb lohnt es sich, Filme, Serien und Musik vor der Fahrt im heimischen WLAN herunterzuladen. Zusätzlich helfen Datensparmodus, deaktiviertes Autoplay, reduzierte Videoqualität und ausgeschaltete automatische App-Updates. Auch Cloud-Back-ups von Fotos und Videos sollten unterwegs möglichst nicht automatisch starten.

Roaming: Vor Auslandsfahrten prüfen

Ein Camper parkt an einem Waldparkplatz
Wer auf Satelliten-Technik setzt, spart sich auch Roaming-Gebühren. Selbst wie hier in Nordamerika© Shutterstock/Joni Hanebutt

Vor Reisen ins Ausland sollte geprüft werden, ob der gewählte Mobilfunktarif im Reiseland gilt. Besonders bei Ländern außerhalb des EU-Roamings können zusätzliche Kosten entstehen. Beispielsweise bei Reisen in die Schweiz, nach Großbritannien oder in manche Balkanstaaten sollten Nutzer die Tarifbedingungen vor der Fahrt prüfen.

Eine Alternative können Travel-eSIMs sein. Dabei wird ein zusätzlicher Datentarif digital auf dem Smartphone aktiviert, meist per App oder QR-Code. So lässt sich für ein bestimmtes Reiseland oder eine Region ein Datenpaket mit festem Volumen und definierter Laufzeit buchen.

Fazit: Welche Lösung passt zu wem?

  • Für die meisten Autofahrenden ist der Smartphone-Hotspot der einfachste Einstieg: keine Zusatzhardware, schnell eingerichtet und mit einem passenden Tarif ohne weitere laufende Kosten.

  • Wer regelmäßig mehrere Geräte versorgen möchte, mit seiner Familie unterwegs ist oder das WLAN auch außerhalb des Autos nutzen will, fährt mit einem mobilen Router meist besser.

  • Integrierte Fahrzeuglösungen sind besonders komfortabel, sollten aber wegen möglicher Zusatzkosten und Tarifbindungen genau geprüft werden.

  • Satelliten-Internet bleibt eine Speziallösung für abgelegene Regionen, Camping oder sehr schlechten Mobilfunkempfang.

Der wichtigste Rat lautet: Vor der Fahrt klären, wie viele Geräte online sein sollen, wie viel Datenvolumen benötigt wird und welche Roaming-Bedingungen gelten. So wird das Internet im Auto nicht zur Kostenfalle.

Was sich der ADAC von Fahrzeugherstellern wünscht

Der ADAC ruft die Hersteller auf, die standardmäßige Integration freier eSIM-Schnittstellen ohne herstellerspezifische Tarifbindung zu realisieren, damit Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Mobilfunkanbieter frei wählen können. Preistabellen müssen öffentlich und ohne Registrierungszwang einsehbar sowie transparent gestaltet sein.

Fachliche Beratung: Manuel Griesmann, ADAC Technik Zentrum