Mallorca im Frühling: Die besten Tipps

Wahrzeichen von Palma: Die Kathetrale La Seu
Wahrzeichen von Palma: Die Kathetrale La Seu© stock.adobe.com/Mateusz Fron

Mallorca, die Lieblingsinsel der Deutschen, ist im Frühjahr sonnig, angenehm warm und alles blüht. Die besten Tipps für einen Trip auf die größte Baleareninsel in der Nebensaison.

Karte: Mallorca im Überblick

Im Tal der Orangen

Im Talkessel von Sóller wachsen die besten Orangen der Insel © ADAC/Oliver Brenneisen

Ein wilder Garten mit Bergpanorama: blühende und duftende Bäume mit allen nur erdenklichen Orangen- und Zitronensorten. Dazwischen laufen pickende Hühner herum, und Pfauen stolzieren durch die 18.000 Quadratmeter große Plantage. Nach einem lehrreichen Rundgang gibt es geröstetes Weißbrot mit Olivenöl und Tomaten, das typisch mallorquinische "Pa amb oli", dazu frisch gepressten Orangensaft. Mallorca schmeckt wunderbar.

Die "Finca Ecovinyassa"* liegt nur eine Viertelstunde Fußmarsch vom Zentrum von Sóller im Nordwesten entfernt. Jetzt im Frühjahr ist die Hochzeit für Orangen, aber nicht für Touristen – die Insel ist noch im ruhigen Vorsaison-Modus. In den Cafés auf dem Platz vor der Kirche St. Bartholomäus sind noch ein paar Stühle in der Sonne frei, und auch die historische Straßenbahn zum Hafen ist nicht überfüllt.

Der Ferrocarril de Sóller: Ein feiner Zug

Holzklasse: Der Tren de Sóller in Bunyola auf der Strecke von Palma nach Port de Sóller © Copyright 2021 Markus Mainka/Shutterstock. No use without permission.

Drei Wege führen ins Tal von Sóller: langsam mit dem Auto über eine serpentinenreiche Straße durch die Berge, schnell durch einen Tunnel – oder am schönsten und gemütlichsten – mit dem holzverkleideten Zug, der seit 1912 in einer Stunde von Palma nach Sóller zuckelt. 27,6 Kilometer, kurz durch das Industriegebiet der Hauptstadt, bald durch das ländliche Mallorca mit Fotomotiven wie dem Tramuntana-Gebirge oder den letzten blühenden Mandelbäumen. Nach dem längsten von 13 Tunneln, durch die der Ferrocarril de Sóller tutend rattert, öffnet sich das tiefgrüne Tal von Sóller.

Die am häufigsten gesprochene Sprache im Zug ist Deutsch – Mallorca ist zwar nie das "17. Bundesland" geworden, wie die "Bild"-Zeitung im Sommerloch 1993 titelte, aber schon lange die Lieblingsinsel der Deutschen. Etwa 50 Prozent der Gäste kommen aus Deutschland.

Mallorca in Zahlen

Größe: rund 3600 Quadratkilometer – ca. 40 Prozent größer als das Saarland

Küste: 550 Kilometer Gesamtlänge

Einwohner: etwa 900.000 – die Hälfte davon in der Hauptstadt Palma

Höchster Berg: Puig Major (1445 Meter)

Flughafen Palma: ca. 28 Mio. Passagiere pro Jahr (vor Corona)

Ruhe am Traumstrand von Es Trenc

So leer ist der Es Trenc im Süden Mallorcas nur in der Nebensaison © ADAC/Oliver Brenneisen

Verständlich, dass der Strand von Es Trenc als einer der schönsten der Insel gilt: Die Sonne kommt raus, das Wasser färbt sich türkis, auf dem Sand liegt vereinzelt dunkles angeschwemmtes Seegras. Es Trenc gehört im Frühjahr Spaziergängern, Joggern und Menschen, die am Rand der Dünen picknicken. In der Hochsaison wird es hier voll, sehr, sehr voll – der Parkplatz ist dann hoffnungslos überfüllt und die Zufahrtsstraße oft verstopft.

Auf dem Weg nach Es Trenc kommt man an den Salinen vorbei. In großen Becken bilden sich Meersalzkristalle – geerntet werden bis zu 10.000 Tonnen pro Jahr, die sich auf dem 150 Hektar großen Gelände zu riesigen, weißen Bergen türmen. Luxusprodukt und Exportschlager ist das mehrfach ausgezeichnete Flor de Sal.

Das Wasser in den Becken ist warm und salzig und hinterlässt auf der Hand eine trockene, weiße Kruste. In der Ferne sieht man Flamingos. Im Vogelparadies der Salinen sind etwa 170 Arten heimisch, im Frühjahr und Sommer gibt es dort Führungen.

Erkundungstour durch Palma

Die alte Windmühle im Stadtteil Santa Catalina in Palma de Mallorca

© imago images/Jens Schade

Zurück nach Palma de Mallorca, das allein schon eine Reise wert ist: wegen der Flaniermeile La Rambla, der kleinen Boutique- und 5-Sterne-Hotels in stilvoll restaurierten Palästen, wegen der internationalen Geschäfte und Shops einheimischer Handwerker, der Kathedrale La Seu, der Altstadtgassen mit ihren Tapasbars und wegen des Nachtlebens.

Zum Beispiel im Szeneviertel Santa Catalina, dessen Markthalle ein kulinarisches Muss für Palma-Besucher ist. In der Bar "Joan Frau"* werden die Gäste ab früh morgens mit Kaffee, Wein, Bier und typisch mallorquinischer Küche versorgt: Tortilla mit Kartoffeln, Ensaladilla rusa mit Eiern, Erbsen, Thunfisch und Kapern, Kroketten mit Huhn, kleinen, frittierten Fischen und natürlich Oliven – zum Nachtisch Coca, ein Hefeteiggebäck mit Aprikosen und Puderzucker. Reichlich Kalorien und Kraft für eine ausgedehnte Radtour an der Platja de Palma.

Auch der Ballermann hat Nebensaison

Gediegene Atmosphäre statt Partyrausch: Der "Ballermann 6" im Frühjahr © ADAC/Oliver Brenneisen

Vor dem "Balneario 6", einem Strandpromenaden-Pavillon, sitzen Menschen in der Sonne und genießen Kaffee und Kuchen. Direkt dahinter beginnt die überraschend kleine Feiermeile, die für viele das Synonym für Mallorca ist: der Ballermann, der mit Sangria-Saufen aus Eimern und immer neuen Benimmregeln der Inselregierung regelmäßig für Schlagzeilen sorgt.

Die Partyzone ist noch im Frühjahrsschlaf. Im "Bierkönig", der an ein Oktoberfestzelt erinnert, wird Fußball auf Großleinwänden gezeigt. Nur wenige Tische sind besetzt, an einem schlürfen ein paar ältere Damen mit gelben und grünen Hütchen durch lange, bunte Strohhalme ihre Drinks. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was hier in der Saison los ist.

Inca: Noch ein Geheimtipp auf Mallorca

Der gebürtige Mallorquiner Joan Marc führt sein Restaurant in Inca © ADAC/Oliver Brenneisen

Unbekanntes auf Mallorca zu finden, ist schwierig. Aber Inca ist ein Geheimtipp: Die drittgrößte Stadt der Insel ist wegen ihrer Schuh- und Lederindustrie bekannt. Und wegen der ehemaligen Weinkeller wie dem "Celler Ca’n Marron"*, in dem morgens um zehn Uhr Handwerker, Bauern und Rentner sitzen.

Starkoch Joan Marc*, der in Sternelokalen in Barcelona und Palma gekocht hat, liebt seine heimatlichen kulinarischen Wurzeln. Die verfeinert er im eigenen Restaurant im Haus seiner Eltern: Frikadelle vom schwarzen Schwein mit Pflaumen, Fenchelsamen, Koriander und wildem Spargel. Als Dessert roter Karottenkuchen mit Pinienkernen, Rosinen und Joghurtmousse sowie hausgemachte Schokolade mit Flor de Sal. Mallorca schmeckt nach mehr – nach Wiederkommen.

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