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Spanien-Urlaub 2020: Das müssen Reisende in Corona-Zeiten wissen

Strand auf Mallorca mit Palma und der Kathedrale im Hintergrund
Deutsche Touristen zieht es wieder nach Mallorca, seit Urlaub in Spanien möglich ist ∙ © iStock.com/

Spanien hat seine Grenzen für Touristen geöffnet, es gibt zahlreiche Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus. Was Urlauber wissen müssen, bevor sie sich nach Mallorca, zu den Kanarischen Inseln oder aufs spanische Festland aufmachen.

  • Reisewarnung für Risikogebiete Katalonien, Navarra & Aragón

  • Flugreisende müssen vorab ein Formular ausfüllen

  • Verschärfte Maskenpflicht in fast ganz Spanien

  • Update: Inzidenz-Wert überschreitet 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner

Spanien, das beliebteste Reiseziel der Deutschen, ist von der Corona-Pandemie hart getroffen worden. Die Zahl der Infektionen war zwischenzeitlich gesunken, steigt nun aber wieder deutlich an. Landesweit liegt sie mit 55 (Stand: 8. August) über dem kritischen Wert von 50 Neu-Infizierten je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Eine Reisewarnung für die ganze Land gibt es derzeit noch nicht – doch das könnte sich bald ändern.

Keine Reisen nach Katalonien, Navarra und Aragón

In den Regionen Katalonien, Navarra und Aragón hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage den kritischen Wert von 50 bereits deutlich überstiegen. Vom Robert-Koch-Institut werden diese drei autonomen Gemeinschaften als Corona-Risikogebiete geführt. Aus diesem Grund hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen. Urlauber, die von dort nach Deutschland zurückkehren, müssen sich verbindlich auf Covid-19 Testen lassen – und bei einem positiven Befunde für 14 Tage in Quarantäne.

Wer Katalonien, Aragon oder Navarra lediglich im Transit durchquert, ist nach Auskunft deutscher Behörden in der Regel von der Testpflicht ausgenommen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte er sich aber beim zuständigen Gesundheitsamt* erkundigen.

Die am stärksten betroffenen Regionen haben die Corona-Schutzregeln deutlich verschärft und Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens beschlossen. In vielen Gemeinden Kataloniens beispielsweise muss die Gastronomie den Betrieb um spätestens Mitternacht einstellen. Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen sowie alle Aktivitäten des Nachtlebens sind verboten.

Katalonien

Die Behörden haben für folgende Gebiete die dringende Empfehlung ausgesprochen, die Wohnung nicht zu verlassen und Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen verboten sowie kulturelle und sportliche Veranstaltungen abgesagt. Auch Clubs und Diskotheken sind dort geschlossen:

  • Großraum Barcelona

  • Kreise Segría und Noguera (Provinz Lleida)

  • Orte Figueres und Vilafant (Provinz Girona)

Der Zugang beziehungsweise das Verlassen des Kreises Segriá in der Provinz Lleida einschließlich der Provinzhauptstadt Lleida ist derzeit nur eingeschränkt möglich.

Angesichts dieser Entwicklung rät etwa auch Frankreich von Reisen nach Katalonien ab. Einschränkungen an der spanisch-französischen Grenze gibt es bislang zwar nicht, doch beobachtet die französische Regierung die Lage aufmerksam. Im Falle eines weiteren Anstiegs sind Maßnahmen zur Kontrolle des Grenzverkehrs nicht auszuschließen.

Aragón

Die Regionalregierung von Aragón hat für Zaragoza und die Kreise Monegros, Bajo Cinca sowie Bajo Aragón-Caspe Maßnahmen beschlossen, die den Zugang zu Gastronomie, Geschäften, Schwimmbädern und Sportanlagen sowie zum kulturellen Angebot zahlenmäßig stark beschränken. Gastronomie und Nachtlokale müssen um Mitternacht schließen.

Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen sind verboten. Von Reisen nach Zaragoza raten die Behörden generell ab.

Navarra

In Navarra gibt es bislang keine regionalen Lockdowns, in der Hauptstadt Pamplona und einigen anderen Orten gelten aber Beschränkungen im öffentlichen Leben.

Lokale müssen spätestens um Mitternacht schließen und auf öffentlichen Plätzen dürfen sich nicht mehr als zehn Personen treffen.

Madrid

In der Öffentlichkeit sind Zusammenkünfte von mehr als 10 Personen verboten.

Gastronomie und Nachtlokale dürfen nur bis 1.30 Uhr öffnen, beim Besuch werden die Personalien aufgenommen.

Aktuelle Lage in Spanien

Spanien-Urlauber müssen Formular ausfüllen

Alle Flugpassagiere, die nach Spanien einreisen wollen, müssen unabhängig von ihrem Herkunftsland grundsätzlich ein Formular im Spain Travel Health-Portal* zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der bei Einreise vorzulegen ist. Dies kann auch über die kostenfreie SpTH-App erfolgen. Vorerst kann auch weiterhin ein Formular in Papierform* (pdf) bei Einreise ausgefüllt werden.

Bei der Ankunft in Spanien gibt es eine Gesundheitskontrolle, bei der die Temperatur gemessen wird und die Gesundheitsbehörde eine visuelle Kontrolle des Reisenden durchführt. Personen mit einer Temperatur von über 37,5 Grad oder anderen Auffälligkeiten müssen mit einer eingehenderen Untersuchung rechnen.

Abstandsregeln und Maskenpflicht im ganzen Land

Auch für Touristen gilt in Spanien die Abstandsregel von 1,5 Metern zu Personen, die nicht aus ihrem Haushalt stammen. Darüber hinaus müssen alle Personen, die älter als sechs Jahre sind, im öffentlichen Raum, also auch im Freien, generell einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Verstöße werden mit Geldstrafen (ca. 100 Euro) geahndet.

Die strenge Maskenpflicht gilt – mit geringen Variationen – in allen spanischen Regionen mit Ausnahme der Kanarischen Inseln. Dort muss man lediglich eine Maske tragen, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Weitere Ausnahmen gelten für Aufenthalte am Strand, in Schwimmbädern und beim Sport.

Auf den Balearen gibt es folgende Ausnahmen von der strengen Maskenpflicht: An Pools, Stränden und Uferpromenaden oder in der Natur "außerhalb geschlossener Ortschaften" muss keine Maske getragen werden. Sport im Freien ist ebenfalls ohne Maske möglich - sofern der Mindestabstand eingehalten wird.

Wichtig: In Spanien reicht es nicht, einen Schal oder ein Tuch über Mund und Nase zu ziehen, Masken sind verpflichtend.

Das gilt in Unterkünften, der Gastronomie und am Strand

In Hotels und Appartements gibt es spezifische Sicherheits- und Hygienevorschriften. Über diese informiert die jeweilige Unterkunft. Sie sind unbedingt einzuhalten. In Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen. Gemeinsam genutzte Speisekarten gibt es nicht.

Am Strand ist ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen obligatorisch. Sport ist nur einzeln oder paarweise gestattet. Liegen oder Hängematten müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden.

Wer im Laufe seines Spanien-Aufenthalts Covid-19-Symptome bemerkt, ist verpflichtet, sich umgehend in Selbstisolation zu begeben. Zudem muss die zuständige regionale Gesundheitsbehörde* informiert werden.

Kein Ballermann: Mallorca schränkt das Nachtleben ein

Wegen ausschweifender Partys am "Ballermann" hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten Bier- und Schinkenstraße beschlossen. Diese Anordnung gilt zunächst bis 15. September. Aus demselben Grund wurden auch alle Lokale der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt geschlossen.

Grundsätzlich ist das Nachtleben auf den Balearen in offenen Räumen und an Tischen mit einer maximalen Auslastung von 75 Prozent gestattet. Menschenansammlungen sind zu vermeiden. Tanzflächen bleiben geschlossen. Gleiches gilt auch auf den Kanarischen Inseln.

Die Balearen waren von der Corona-Pandemie bisher weniger betroffen als das spanische Festland.

Kanarische Inseln: Weniger Fälle als auf dem Festland

Auch die sieben Kanarischen Inseln Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Gomera, Palma und El Hierro haben deutlich weniger Corona-Fälle als das spanische Festland gemeldet. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Räumen, aber auch im Freien, ist dann vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Kanaren in Corona-Zeiten: Was man beim Reisen beachten muss

Jakobsweg ist auf Pilger vorbereitet

Der spanische Jakobsweg ist wieder auf Pilger vorbereitet. Auf dem etwa 800 Kilometer langen Weg durch Nordspanien stehen alle 25 Kilometer sichere Unterkünfte für Wanderer zur Verfügung. Die Herbergen haben die Zahl ihrer Übernachtungsplätze jeweils um 50 bis 70 Prozent reduziert, um das Einhalten von Mindestabständen zu ermöglichen.

Weitere Informationen zum Reiseziel Spanien finden Sie hier.

Strandvergnügen und Sightseeing – was in den Urlaubsländern möglich ist

Auch wenn immer mehr Länder ihre Grenzen für deutsche Touristen öffnen, wird der Sommerurlaub 2020 wegen des Coronavirus unter besonderen Umständen stattfinden.

Die aktuelle Lage der beliebtesten Reiseziele:

Mit Material von dpa

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