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Reisewarnung für Spanien: Das müssen Urlauber jetzt wissen

Strand auf Mallorca mit Palma und der Kathedrale im Hintergrund
Die Reisewarnung für ganz Spanien trifft auch die Balearen-Insel Mallorca ∙ © iStock.com/CJ Romas

Das Robert Koch-Institut hat das gesamte spanische Festland und die Balearen zum Risikogebiet erklärt. Dies hat auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts zur Folge. Was Urlauber wissen müssen, wenn sie sich dennoch nach Mallorca oder aufs spanische Festland aufmachen wollen.

  • Update: Nationaler Gesundheitsnotstand im ganzen Land – bis auf die Kanaren

  • Kanaren kein Risikogebiet mehr

  • Reisewarnung für spanisches Festland und Balearen

  • Corona-Testpflicht bei der Rückkehr nach Deutschland

  • Aktuelle Inzidenz: 279,54 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, haben Bund und Länder den Reiseverkehr innerhalb Deutschlands bis Ende November massiv eingeschränkt. Was gilt nun bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands möglich?

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiv zunehmenden Corona-Infektionen sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslands-Urlaub derzeit sinnvoll ist.

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt. Zudem sind Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen möglich.
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

  • Der Flug-, Bahn- und Fährverkehr findet auch ins Ausland grundsätzlich statt. Reisende müssen allerdings mit Ausfällen oder Terminänderungen rechnen und sollten sich kurzfristig bei ihrer Airline, Reederei oder Bahngesellschaft über den aktuellen Stand informieren.

Alarmzustand auf dem Festland und den Balearen

Spanien, das beliebteste Reiseziel der Deutschen, gehört zu den von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Ländern. Die Zahl der Infektionen in Spanien ist in den letzten Wochen stark angestiegen. Landesweit liegt sie mit 279,54 (Stand: 28. Oktober) extrem weit über dem kritischen Wert von 50 Neuinfizierten je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.

Das spanische Parlament hat am 29. Oktober den nationalen Gesundheitsnotstand ("Alarmzustand") ausgerufen. Dieser gilt landesweit bis zum 9. Mai 2021 (mit Ausnahme der Kanaren) und ermöglicht es der Zentralregierung gravierende Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu beschließen. Ein durchgehender Lockdown bis Mai ist damit aber nicht automatisch verbunden.

Zunächst bedeutet dies unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr. Die Zeiten können in den einzelnen Regionen aber je nach Lage leicht abweichen.

Was die Erklärung zum Risikogebiet bedeutet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ganz Spanien mit Ausnahme der Kanaren als Risikogebiet eingestuft. Das Auswärtige Amt warnt deshalb vor Reisen auf das spanische Festland und die Inselgruppen der Balearen.

Urlauber, die von dort nach Deutschland zurückkehren, sind verpflichtet, sich auf Covid-19 testen zu lassen. Am einfachsten ist es, den Test bereits am Flughafen unmittelbar nach der Landung zu machen. Bis das Ergebnis vorliegt – meist innerhalb von 48 Stunden – müssen sich Reisende zu Hause selbst isolieren. Bei einem positiven Befund muss man in eine mindestens 14-tägige Quarantäne.

Diese Rückkehrertests sind derzeit kostenlos. Ab 8. November sollen Reisende nach einem Beschluss der Bundesländer die anfallenden Gebühren dann allerdings selbst tragen.

Alles zu Quarantäne und Testpflicht

Auch die bei Touristen besonders beliebten Balearen sind mit einer 7-Tages-Inzidenz von 106,31 (Stand: 28. Oktober) weiter deutlich über dem kritischen Grenzwert von 50. Mit einer Aufhebung der Reisewarnung ist erst zu rechnen, wenn es einen deutlichen und stabilen Rückgang der Neuinfektionen gibt.

Auf den Kanaren hat sich die Infektionslage hingegen spürbar verbessert. Die Inselgruppe gilt daher nicht mehr als Risikogebiet. Es gibt auch keine Reiswarnung des Auswärtigen Amtes für die Kanarischen Inseln. Zudem sind die Kanaren auch vom nationalen Notstand ausgenommen. Das bedeutet: Hier gibt es derzeit keine nächtliche Ausgangssperre.

Hier erfahren Sie, was man für einen Urlaub auf den Kanaren wissen muss.

Wer Spanien lediglich im Transit ohne Zwischenstopp durchquert, ist nach Auskunft deutscher Behörden in der Regel von der Testpflicht ausgenommen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich aber beim zuständigen Gesundheitsamt* erkundigen.

Die Folgen der Reisewarnung für Urlauber

Wichtig: Eine Reisewarnung ist von deutscher Seite kein Reiseverbot. Wer seine Reise in ein Risikogebiet trotz Reisewarnung antreten will, kann dies tun, muss aber mit den genannten Konsequenzen leben. Allerdings hat auch ein Reiseveranstalter das Recht, eine gebuchte Reise kurzfristig zu stornieren.

Urlaub im Risikogebiet - das sind Ihre Rechte

Aufgrund steigender Covid-19-Infektionszahlen werden wieder mehr Urlaubsregionen als Risikogebiete ausgewiesen. Viele Pauschal- und Individual-Reisende sind verunsichert:

  • Lässt sich der Urlaub ins Risikogebiet stornieren?

  • Was ist zu tun, wenn man bereits vor Ort ist?

  • Was geschieht, wenn man trotz Corona bucht?

Hier finden Sie alle Antworten auf Fragen rund ums Reiserecht in Corona-Zeiten

Die großen deutschen Reiseveranstalter haben ihre Spanienreisen zum größten Teil abgesagt: Kunden wird angeboten, auf andere Ziele umzubuchen. Ausnahme: Mehrere Veranstalter bieten wieder Pauschalreisen auf die Kanaren an.

Spanien-Urlauber müssen Formular ausfüllen

Alle Flugpassagiere, die nach Spanien einreisen wollen, müssen unabhängig von ihrem Herkunftsland grundsätzlich ein Formular im Spain Travel Health-Portal* zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der bei Einreise vorzulegen ist. Dies kann auch über die kostenfreie SpTH-App erfolgen. Alternativ kann vorab oder bei der Einreise ein Formular in Papierform* (pdf) ausgefüllt werden.

Bei der Ankunft in Spanien gibt es eine Gesundheitskontrolle. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde messen die Temperatur und führen eine visuelle Kontrolle des Reisenden durch. Personen mit einer Temperatur von über 37,5 Grad oder anderen Auffälligkeiten müssen mit einer eingehenderen Untersuchung rechnen.

Abriegelungen und Beschränkungen: Die Lage in Spanien

Alle Regionen Spaniens haben die Corona-Schutzregeln deutlich verschärft und Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens beschlossen. Vielfach gelten Kontaktbeschränkungen. Diskotheken und Nachtclubs müssen geschlossen bleiben.

Die Behörden haben mittlerweile auch einzelne Städte und Gebiete komplett abgeriegelt. Diese dürfen nur noch aus einem triftigen Grund betreten beziehungsweise verlassen werden:

  • Aragon: Die Städte Zaragoza, Huesca und Teruel

  • Kastilien-Leon: Die Städte Burgos, Salamanca, Aranda del Duero, León, Palencia und Miranda de Ebro

  • Madrid: 32 Bezirke innerhalb der Autonomen Region Madrid

  • Navarra: Die gesamte Region (erlaubt ist lediglich der Transit)

  • Asturien: Die gesamte Region (erlaubt ist lediglich der Transit)

  • La Rioja: Die gesamte Region (erlaubt ist lediglich der Transit)

Die Abriegelungen werden durch Sicherheitskräfte überwacht.

Zudem gilt in ganz Spanien ein Rauchverbot im Freien, wenn der Abstand von zwei Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. Dies betrifft auch die Außenbereiche der Gastronomie. Das Party-Verbot im Freien wird stärker kontrolliert. In mehreren Orten/Regionen sind Zusammenkünfte von mehr als 6 Personen untersagt.

Abstandsregeln und Maskenpflicht im ganzen Land

Auch für Touristen gilt in Spanien die Abstandsregel von 1,5 Metern zu Menschen, die nicht aus ihrem Haushalt stammen. Darüber hinaus müssen alle Personen, die älter als sechs Jahre sind, im öffentlichen Raum, also auch im Freien, generell einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Verstöße werden mit Geldstrafen (ca. 100 Euro) geahndet. Die strenge Maskenpflicht gilt – mit geringen Variationen – in allen spanischen Regionen.

Auf den Balearen gibt es folgende Ausnahmen von der strengen Maskenpflicht: An Pools, Stränden und Uferpromenaden oder in der Natur "außerhalb geschlossener Ortschaften" muss keine Maske getragen werden. Sport im Freien ist ebenfalls ohne Maske möglich – sofern der Mindestabstand eingehalten wird.

Alle Infos zu den Kanaren finden Sie hier.

Wichtig: In Spanien reicht es nicht, einen Schal oder ein Tuch über Mund und Nase zu ziehen, Masken sind verpflichtend.

Das gilt in Unterkünften, der Gastronomie und am Strand

In Hotels und Apartments gibt es Sicherheits- und Hygienevorschriften, die unbedingt zu beachten sind. Über sie informiert die jeweilige Unterkunft. In Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen. Gemeinsam genutzte Speisekarten gibt es nicht.

Am Strand ist ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen obligatorisch. Sport ist nur einzeln oder paarweise gestattet. Liegen oder Hängematten müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden.

Wer im Laufe seines Spanien-Aufenthalts Covid-19-Symptome bemerkt, muss sich umgehend in Selbstisolation begeben. Zudem ist die zuständige regionale Gesundheitsbehörde* zu informieren.

Weitere Informationen zum Reiseziel Spanien finden Sie hier.

Mit Material von dpa

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