Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Ganz Spanien ist Risikogebiet: Einreise nur mit Corona-Test

Menschen vor dem Königspalast in Madrid
Besucher mit Masken vor dem Königspalast in Madrid: Die spanische Hauptstadt ist von Covid-19 besonders betroffen ∙ © iStock.com/AntonioAC

Das Robert-Koch-Institut hat ganz Festland-Spanien, die Balearen und die Kanarischen Inseln zum Risikogebiet erklärt. Dies hat auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts zur Folge.

  • Einreisende aus Risikogebieten (Luft- und Seeweg) benötigen PCR-Test

  • Nationaler Gesundheitsnotstand im ganzen Land

  • Verschärfte Maßnahmen auf Mallorca und Formentera

  • Aktuelle Inzidenz: 401,27 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, raten Bund und Länder von nicht zwingend notwendigen Reisen bis mindestens 14. Februar ab. Was gilt bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands überhaupt möglich?

  • Für die meisten Länder gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiven Corona-Infektionswelle sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslandsurlaub derzeit sinnvoll ist

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt: Jeder Reisende ist selbst dafür verantwortlich, sich darüber zu informieren. Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind möglich
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

Alarmzustand auf dem Festland und den Balearen

Spanien, das beliebteste Reiseziel der Deutschen, gehört zu den von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Ländern. Die Zahl der Infektionen in Spanien befindet sich weiter auf hohem Niveau. Landesweit liegt sie mit 401,27 (Stand: 21. Januar, Quelle: Ministerio de Sanidad) sehr deutlich über dem kritischen Wert von 50 Neuinfizierten je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.

Bis zum 9. Mai 2021 gilt landesweit der nationale Gesundheitsnotstand ("Alarmzustand"). Dieser ermöglicht es der Zentralregierung, gravierende Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu beschließen.

Zunächst bedeutet dies unter anderem Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Bewegungsfreiheit sowie nächtliche Ausgangssperren, deren genaue Regelungen und Bestimmungen in den einzelnen Regionen aber je nach Lage abweichen. Ein durchgehender Lockdown bis Mai ist damit nicht automatisch verbunden.

Was die Erklärung zum Risikogebiet bedeutet

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ganz Spanien als Risikogebiet eingestuft. Das Auswärtige Amt warnt deshalb vor Reisen auf das spanische Festland und die Inselgruppen der Balearen sowie der Kanaren.

Rückkehr aus einem Risikogebiet nach Deutschland

In ganz Deutschland gilt jetzt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Alle Details zu Quarantäne und Testpflicht sowie zum digitalen Einreiseformular finden Sie hier.

Wer Spanien lediglich im Transit ohne Zwischenstopp durchquert, ist nach Auskunft deutscher Behörden in der Regel von der Testpflicht ausgenommen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich aber beim zuständigen Gesundheitsamt* erkundigen.

So ist die Situation auf den Kanaren und den Balearen

Auch die bei Touristen besonders beliebten Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera) sind mit einer 7-Tages-Inzidenz von 309,01 (Stand: 21. Januar, Ministerio de Sanidad) sehr deutlich über dem kritischen Grenzwert von 50. Mit einer Aufhebung der Reisewarnung ist daher in absehbarer Zeit nicht zu rechnen.

Auf den Kanaren hat sich die Infektionslage mit einer 7-Tages-Inzidenz von 91,90 (Stand: 21. Januar, Ministerio de Sanidad) mittlerweile ebenfalls wieder verschlechtert. Die Inselgruppe gilt seit Dezember als Corona-Risikogebiet. Es gibt auch eine Reiswarnung des Auswärtigen Amts für die Kanarischen Inseln.

Hier erfahren Sie, was man für einen Urlaub auf den Kanaren wissen muss.

Die Folgen der Reisewarnung für Urlauber

Wichtig: Eine Reisewarnung ist von deutscher Seite kein Reiseverbot. Wer seine Reise in ein Risikogebiet trotz Reisewarnung antreten will, kann dies tun, muss aber mit den genannten Konsequenzen leben. Allerdings hat auch ein Reiseveranstalter das Recht, eine gebuchte Reise kurzfristig zu stornieren.

Urlaub im Risikogebiet - das sind Ihre Rechte

Aufgrund der hohen Covid-19-Infektionszahlen sind viele Urlaubsregionen als Risikogebiete ausgewiesen. Pauschal- und Individual-Reisende sind verunsichert:

  • Lässt sich der Urlaub ins Risikogebiet stornieren?

  • Was ist zu tun, wenn man bereits vor Ort ist?

  • Was geschieht, wenn man trotz Corona bucht?

Hier finden Sie alle Antworten auf Fragen rund ums Reiserecht in Corona-Zeiten

Die großen deutschen Reiseveranstalter haben ihre Spanienreisen zum größten Teil abgesagt: Kunden wird angeboten, auf andere Ziele umzubuchen.

Flugreisende brauchen Corona-Test

Strand in Zenia, Spanien mit markierten Corona-Abständen im Sand
Playa de la Zenia bei Murcia: Strandvergnügen mit Abstand ∙ © Shutterstock/Galarta

Einreisende aus Corona-Risikogebieten (derzeit auch Deutschland), die auf dem Luft- oder Seeweg nach Spanien kommen, müssen zwingend einen negativen Corona-Test vorweisen. Davon ausgenommen sind lediglich Kinder unter sechs Jahren. Die spanische Regierung hat diese Bestimmungen im Dezember noch einmal konkretisiert:

  • Anerkannt werden PCR-Tests oder Tests nach vergleichbaren molekularbiologischen Verfahren.

  • Antigen-Schnelltests werden bis auf Weiteres nicht akzeptiert.

  • Der Test darf zum Zeitpunkt der Einreise höchstens 72 Stunden alt sein (maßgeblich ist der Zeitpunkt der Testentnahme).

  • Das Testergebnis kann als Ausdruck auf Papier oder elektronisch vorgelegt werden. Es darf neben Spanisch und Englisch auch auf Deutsch abgefasst sein.

  • Das Dokument muss folgende Informationen enthalten: Vor- und Nachname des Reisenden, Nummer des Reisepasses oder Personalausweises, Datum des Tests, Name und Kontaktdaten des Testlabors, Angaben zum Testverfahren.

Flugpassagiere, die nach Spanien einreisen wollen, müssen zudem unabhängig von ihrem Herkunftsland grundsätzlich ein Formular im Spain Travel Health-Portal* zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der bei Einreise vorzulegen ist. Dies kann auch über die kostenfreie SpTH-App erfolgen. Alternativ kann vorab oder bei der Einreise ein Formular in Papierform* (PDF) ausgefüllt werden.

Fluggesellschaften sind verpflichtet, sich bereits vor Abflug das elektronische Einreiseformular (beziehungsweise das Einreiseformular in Papierform zusammen mit dem negativen Testergebnis vorlegen zu lassen. Falschangaben können mit Geldstrafen geahndet werden

Bei der Ankunft in Spanien gibt es außerdem eine Gesundheitskontrolle. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde messen die Temperatur und führen eine visuelle Kontrolle des Reisenden durch. Personen mit einer Temperatur von über 37,5 Grad oder anderen Auffälligkeiten müssen mit einer eingehenderen Untersuchung rechnen.

Abriegelungen und Beschränkungen: Die Lage in Spanien

Alle Regionen Spaniens haben die Corona-Schutzregeln deutlich verschärft und Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens beschlossen. Vielfach gelten Kontaktbeschränkungen und nächtliche Ausgangssperren. Diskotheken und Nachtclubs sind geschlossen.

Einzelne Corona-Hotspots sind sogar komplett abgeriegelt und dürfen nur mit triftigem Grund verlassen werden. Zudem verbieten einzelne Regionen derzeit generell eine Einreise aus touristischen Gründen und gestatten nur einen Transit.

Die jeweils aktuellen Bestimmungen kann man telefonisch bei den Corona-Hotlines der Regionen* erfragen.

In ganz Festlandspanien gilt ein Rauchverbot im Freien, wenn der Abstand von zwei Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. Dies betrifft auch die Außenbereiche der Gastronomie. Noch strenger ist die Regelung auf den Balearen: Hier darf im Freien generell nicht geraucht werden.

Mallorca: Restaurants bis auf Weiteres geschlossen

Drastisch verschärft wurden auch die Regelungen auf den Balearen. Die Bestimmungen im Detail können sich dabei allerdings auf den einzelnen Inseln unterscheiden.

Auf Mallorca sind seit 13. Januar alle Restaurants, Cafes und Bars für mindestens 15 Tage komplett geschlossen. Ausnahmeregelungen gibt es keine. Ebenfalls geschlossen sind Einkaufszentren mit einer Verkaufsfläche von mehr als 700 Quadratmetern. Ausgenommen sind lediglich große Supermärkte. Kleinere Geschäfte dürfen nur bis 20 Uhr offen bleiben, Im öffentlichen Nahverkehr muss man nicht nur eine Maske tragen, sondern darf weder telefonieren, noch sich unterhalten.

Auf Mallorca und Ibiza sind ebenfalls seit 13. Januar private Treffen mit Personen, die nicht zum selben Haushalt gehören, fast vollständig verboten. Zudem gibt es auf beiden Inseln eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr. Auf Menorca und Formentera gilt diese von 0 bis 6 Uhr.

Theater und Kinos sowie Kirchen dürfen geöffnet bleiben, allerdings mit strengen Hygienekonzepten und stark reduzierter Besucherzahl.

Formentera, die Nachbarinsel Ibizas, will sich vor den steigenden Infektionszahlen auf Mallorca und Ibiza schützen und schottet sich bis vorerst 30. Januar ab. Touristische Ankünfte sind nicht mehr erlaubt, und auch die Bevölkerung Formenteras darf nicht mehr ausreisen. Ausnahmen gelten nur für die Arbeit und Arztbesuche.

Abstandsregeln und Maskenpflicht im ganzen Land

Auch für Touristen gilt in Spanien die Abstandsregel von 1,5 Metern zu Menschen, die nicht aus ihrem Haushalt stammen. Darüber hinaus müssen alle Personen, die älter als sechs Jahre sind, im öffentlichen Raum, also auch im Freien, generell einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Verstöße werden mit Geldstrafen (ca. 100 Euro) geahndet. Die strenge Maskenpflicht gilt – mit geringen Variationen – in allen spanischen Regionen.

Was auf den Kanaren gilt, finden Sie hier.

Wichtig: In Spanien reicht es nicht, einen Schal oder ein Tuch über Mund und Nase zu ziehen, Masken sind verpflichtend.

Das gilt in Unterkünften, der Gastronomie und am Strand

In Hotels und Apartments gibt es Sicherheits- und Hygienevorschriften, die unbedingt zu beachten sind. Über sie informiert die jeweilige Unterkunft. In Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen. Gemeinsam genutzte Speisekarten gibt es nicht.

Am Strand ist ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen obligatorisch. Sport ist nur einzeln oder paarweise gestattet. Liegen oder Hängematten müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden.

Wer im Laufe seines Spanien-Aufenthalts Covid-19-Symptome bemerkt, muss sich umgehend in Selbstisolation begeben. Zudem ist die zuständige regionale Gesundheitsbehörde* zu informieren.

Weitere Informationen zum Reiseziel Spanien finden Sie hier.

Mit Material von dpa

*Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.