Die 20 besten Sehenswürdigkeiten in London

Londoner Ikonen: Tower Bridge und The Shard
Londoner Ikonen: Tower Bridge und The Shard© Shutterstock/Sven Hansche

Big Ben, London Eye, Tower Bridge: Wegen dieser und anderer Sehenswürdigkeiten kamen 2019 fast 20 Millionen Touristinnen und Touristen aus aller Welt nach London. Damit lag die britische Metropole auf Platz fünf der weltweit meistbesuchten Städte.

  • Buckingham Palace und Windsor Castle

  • Spektakuläre Architektur und Aussichten von Wolkenkratzern

  • Viele Museen sind ohne Eintritt zu erleben

Das Beste von London in einer Bildergalerie

Londons wichtigste Highlights in einer Karte

In dieser Karte können Sie die Sehenswürdigkeiten anklicken und kommen so zu weiteren Informationen.

Big Ben und Houses of Parliament – Turm und Palast

Der Name Big Ben hat sich von einer Glocke auf den Turm übertragen © Shutterstock/S.Borisov

"Big Ben" ist der Spitzname der mit 13,5 Tonnen schwersten Glocke im Elizabeth Tower. Schon lange hat er sich auf diesen Uhrturm am Palace of Westminster übertragen, dem Sitz des britischen Parlaments. Nach der umfangreichen Renovierung des gut 96 Meter hohen Turms wurden 2022 die Gerüste entfernt, und die vier Zifferblätter, jedes mit sieben Metern Durchmesser, sind wieder zu sehen. Der viertelstündliche sogenannte Westminster-Schlag des Glockenspiels ist eine der berühmtesten Melodien der Welt.

Während der Arbeiten ist der Turm virtuell zu besichtigen, danach aus Sicherheitsgründen wohl wieder nur von britischen Staatsbürgern. Unabhängig von der Nationalität kann man aber den Westminster-Palast, Teil des Unesco-Welterbes, auf verschiedenen Touren erkunden. Dabei ist viel zur Arbeit des Ober- und des Unterhauses, den beiden Kammern des Parlaments, zu erfahren. Ältester erhaltener Teil des Palasts am Ufer der Themse ist die Westminster Hall aus dem Jahr 1097, mit ihrem über 73 Meter langen Dach damals die größte Halle Europas.

London Eye – Ausblicke auf City und Umland

Ungetrübte Aussichten aus einer Glaskabine des London Eye © Shutterstock/Gimas

Das höchste freitragende Riesenrad der Welt rotiert seit 1999 am Themse-Ufer und befördert jährlich rund drei Millionen Passagiere. Weil seine 32 klimatisierten ovalen Kapseln weitgehend aus Glas bestehen, trübt kaum etwas die Aussicht auf den benachbarten Big Ben, die City und ihr Umland bis zum 40 Kilometer entfernten Windsor Castle. Eine Umdrehung dauert eine halbe Stunde, und wegen der niedrigen Geschwindigkeit können die Gäste zu- und aussteigen, ohne dass das Rad anhalten muss.

Architekt Richard Rogers, der an der Themse unter anderem das Lloyd's Building und den Millennium Dome entwarf, verglich die Bedeutung des London Eye für die Stadt mit der des Eiffelturms für Paris: Beide Bauwerke erlauben es nicht nur einer Elite, von oben auf eine Weltstadt zu blicken, sondern demokratisieren diese Möglichkeit. Kein Wunder, dass die Attraktion nicht wie geplant nach fünf Jahren demontiert wurde, sondern auf Dauer bleibt.

Notting Hill – Filmlocation und Karneval

Frauen-Power: Trommlerinnen auf dem Notting Hill Carnival © Shutterstock/Chrispictures

Die Atmosphäre dieses kosmopolitischen Viertels in Londons Westen kommt im gleichnamigen Film mit Julia Roberts gut zum Tragen. Einige seiner Schauplätze haben sich seit 1999 kaum geändert. Bunt gestrichen sind die Häuser an der Portobello Road, bunt geht es beim zweitägigen Notting Hill Carnival im August zu, den 1965 Einwanderer aus der Karibik ins Leben riefen. Mit eineinhalb Millionen Besuchern gehört er zu den größten Straßenfestivals in Europa. In fantastischen Kostümen wird dann zu Soca, Calypso und Reggae getanzt, zum kulinarischen Rahmen gehören Spicy Jerk Chicken und Rum Punch.

Auf dem rund einen Kilometer langen Portobello Road Market zwischen Golborne Road und Westbourne Grove sind über die Jahre immer mehr Secondhand- und Haushaltswaren sowie Textilien zum Angebot von Obst und Gemüse gekommen. Und an Samstagen findet hier der größte Antikmarkt des Landes statt. Hungrige stärken sich an Küchen aus aller Welt mit Curry, Paella, Bratwurst, nordafrikanischem und karibischem Streetfood.

Tower und Tower Bridge – Kronjuwelen und Technikdenkmal

Der White Tower diente einst als königliche Wohnung und als Gefängnis © Shutterstock/andreyspb21

The Crown – wer nicht diese Serie, sondern das Original der Edwards-Krone sehen möchte, das Queen Elizabeth 1952 bei ihrer Krönung trug, findet sie im Jewel House des Tower of London. 23.578 Edelsteine schmücken die gesamte Kollektion der Kronjuwelen. Der als Ringburg angelegte königliche Palast am Themse-Ufer diente seit dem 11. Jahrhundert aber nicht nur als Schatz-, sondern auch als Waffenkammer, Zoo, Museum, Münzprägestätte, Gefängnis und bis 1941 als Hinrichtungsstätte. Im zentralen White Tower, von Wilhelm dem Eroberer in Auftrag gegeben, ist unter anderem die Rüstung von Heinrich VIII. ausgestellt.

Südlich des Towers entstand zwischen 1886 und 1894 die ikonische Tower Bridge aus 11.000 Tonnen Stahl und Portland-Kalkstein als Verkleidung der Türme im neogotischen Stil. Auch wenn die Fahrbahnen nach oben geklappt sind, um Schiffe passieren zu lassen, können Fußgänger die Brücke überqueren. Sie müssen dann allerdings 34 Meter nach oben und auf der anderen Flussseite wieder nach unten steigen. Für Nervenkitzel sorgt hier ein Abschnitt mit Glasboden, 42 Meter über der Themse.

Buckingham Palace

Farbenprächtig: Wachablösung vor dem Buckingham Palace © Shutterstock/David Steele

Vor dem Buckingham Palace finden montags, mittwochs, freitags und sonntags, im Sommer täglich, um 11 Uhr, die zeremonielle Wachablösung statt. Die 19 State Rooms in dem klassizistischen Gebäudekomplex mit 775 Räumen sind zwischen Ende Juli und Anfang Oktober zu besichtigen. Hier funkelt und glitzert es im in Rot gehaltenen Thronsaal, dem Ballroom aus der Zeit Queen Victorias, dem seit 1831 unveränderten Musikzimmer mit seinen blauen Säulen und der 47 Meter langen Bildergalerie. Im prächtigsten "Zimmer" des Buckingham Palace, dem White Drawing Room, versammelt sich die königliche Familie vor offiziellen Terminen.

Zugänglich sind ganzjährig die Queen's Gallery* mit Meisterwerken von Rembrandt, Rubens und Canaletto und hochkarätigen Ausstellungen sowie die Royal Mews*. Hier parken die goldene Staatskutsche und das zum diamantenen Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. gebaute Gefährt. Der größte Privatgarten Londons ist ein wichtiges innerstädtisches Biotop mit 325 Wildpflanzenspezies, 30 Brutvogel- und allein 85 Eichenarten.

Tipps zum Sparen

London kostenlos – die besten Tipps zum Geldsparen

London ist ein teures Pflaster, was vor allem Übernachten, Essen und Nachtleben betrifft.

  • Umso schöner, dass viele staatliche Museen kostenlos zu besuchen sind und nur für Sonderausstellungen Eintritt verlangen. So gelangt man gratis etwa in Tate Modern, Two Temple Place, British Museum und Victoria and Albert Museum.

  • Auch ein Besuch bei Fortnum & Mason, dem traditionellsten Luxuskaufhaus der Stadt mit grandioser Lebensmittelabteilung, ist kostenlos. Auch wenn kaum jemand das Haus ohne eine der mintgrünen Einkaufstaschen mit Tee oder Marmelade der Eigenmarke wieder verlässt.

  • Alternativen gibt es auch zu der teuren Liftfahrt auf den Shard: Wer nicht bis an seine Spitze muss, besucht eine der Bars* in den Etagen 31, 32, 34 und 52. In manchen gibt es einen Mindestverzehr.

  • Keinen Eintritt und keinen Konsumzwang gibt es für Besucher des Sky Garden. Sie müssen lediglich ein Zeitfenster-Ticket buchen, ersparen sich den Anblick des eigentümlichen Hochhauses und sehen – zum Beispiel The Shard.

  • Das Ticket für die Besichtigung der St Paul's Cathedral spart sich, wer um 17 Uhr den Choral Evensong oder das Abendgebet besucht.

Windsor Castle – Residenz und Ruhestätte

Ein Traum in Rot und Gold – die State Apartments in Windsor Castle © ddp/Royal Collection Trust

22 Meilen westlich ragt in Windsor das älteste und größte durchgängig bewohnte Schloss der Welt auf. Auch dieses geht auf Wilhelm den Eroberer zurück. 39 Monarchen nutzten es bisher als Wohnsitz, zu besichtigen ist es ganzjährig auch von Bürgerlichen. Charmant ist das Puppenhaus von Queen Mary, in dem kein Detail vergessen wurde: Winzige Bücher in der umfangreichen Bibliothek, ein gut bestückter Weinkeller, elektrische Beleuchtung, fließendes Warmwasser und funktionsfähige Aufzüge.

In der St George's Chapel, einem gotischen Meisterwerk, fanden schon viele königliche Hochzeiten statt, liegen aber auch die Grabstätten von elf Regenten, darunter Elizabeth II, und von Prince Philip. Besonders beeindruckend sind das reich gegliederte Fächergewölbe und das aus Eiche geschnitzte Chorgestühl für die Ritter des Hosenbandordens. Sonntags ist die Kapelle zwar für Besichtigungen geschlossen, aber Gottesdienstbesucher sind willkommen.

Westminster Abbey – Geschichte live

Mit den beiden Haupttürmen war die Westminster Abbey 1745 fertig gebaut © stock.adobe.com/coward_lion

Wie in einem Brennglas konzentrieren sich in der königlichen Kirche über 1000 Jahre Geschichte. Seit 1066 werden in der Westminster Abbey Monarchen gekrönt, liegen 17 von ihnen bestattet, wird royal geheiratet wie etwa 2011 Prince William und Kate Middleton. Oliver Cromwell, abwechselnd als Diktator und Freiheitsheld gehandelt, wurde 1658 mit großem Pomp bestattet und keine drei Jahre später exhumiert, und Elton John sang 1997 "Candle in the Wind" für Princess Diana.

Die heutige Kirche im Stil der französischen Hochgotik beauftragte 1245 Heinrich III., erst 1745 wurden die beiden Haupttürme fertiggestellt. Statuen der vier christlichen Tugenden und von zehn Märtyrern des 20. Jahrhunderts rahmen das Portal an der Westseite des Unesco-Welterbes. Die Lady Chapel mit dem Grab Elizabeths I. gilt wegen ihrer spektakulären Fächergewölbedecke als spätmittelalterliches Architekturwunder. Erst 2018 wurde ein neues Buntglasfenster des britischen Künstlers David Hockney installiert, dieses Queen's Window zeigt eine ländliche Szene aus Yorkshire.

Kensington Palace and Gardens

Monument der Liebe: Prince Albert Memorial in den Kensington Gardens © stock.adobe.com/Garry Basnett

Zu besichtigen sind im Kensington Palace die Räume, in denen diese 1819 geboren wurde und aufwuchs, sie wurden samt Wiege und Puppenhaus originalgetreu nachempfunden. Die sogenannten State Apartments des Königs dienten nicht als Wohnung, sondern für Empfänge. Daher sind sie zwar reich mit Skulpturen ausgestattet, aber eher sparsam möbliert. Dagegen sind in den Queen's Apartments von Mary II. und William III. türkische Teppiche und chinesisches Porzellan zu sehen – sie wurden tatsächlich bewohnt. Hier erfahren die Besucher u.a., dass diese Royals ganz bescheiden zum Abendessen am liebsten Fisch und Bier zu sich nahmen.

In den Kensington Gardens ließ Queen Victoria ihrem früh verstorbenen Gatten Prince Albert ein großes Denkmal im neugotischen Stil eines 60 Meter hohen Baldachins errichten. Unter diesem thront die vergoldete Statue des Prinzen aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Größer könnte der Kontrast zu den nahen Serpentine Galleries kaum sein, die in Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst und Architektur präsentiert.

ArcelorMittal Orbit – Skulptur und Aussichtsturm

Große Sause: "The Slide" im ArcelorMittal Orbit © dpa/abaca

Nordöstlich der City stehen im Queen Elizabeth Olympic Park nicht nur Überbleibsel der Olympischen Sommerspiele von 2012 wie das von Zaha Hadid entworfene London Aquatics Centre*. Gleichzeitig war auch der ArcelorMittal Orbit errichtet worden, der einem völlig verbogenen und rot angestrichenen Eiffelturm ähnelt. Entworfen hat die mit 115 Metern höchste Skulptur Großbritanniens der Bildhauer Anish Kapoor, 60 Prozent des benötigten Stahls wurden aus alten Autos und Waschmaschinen recycelt.

Auf den beiden Aussichtsplattformen sind zwei riesige konkave Spiegel montiert, die die Umgebung verfremden und Licht ins Innere werfen, als ob man sich in einem Teleskop befände. Der Osten Londons mit den Docklands und Greenwich ist von hier bestens zu erkennen. 2016 wurde auch noch "the Slide" installiert, eine 178 Meter lange Röhre mit verglasten und dunklen Abschnitten, auf der Adrenalinjunkies in zwölf Kurven nach unten sausen. Für sie eignet sich außerdem das Erlebnis des Abseilens, nirgendwo auf der Insel geht das tiefer als hier.

Mithraeum – Kultstätte aus der Römerzeit

Aus der römischen Zeit Londiniums: Die Kultstätte Mithraeum © mauritius images/Nick Harrison/Alamy

Im dritten Jahrhundert n. Chr. ließ ein Bürger Londiniums am Themse-Zulauf Walbrook dem Gott Mithras einen Tempel* errichten. Der Kopf der Skulptur wurde gefunden, als hier im Zuge des Wiederaufbaus Londons archäologische Grabungen stattfanden. Zutage gefördert wurden auch aus Italien importierte weiße Marmorstatuen von Minerva und Merkur sowie 400 Fragmente von Schreibtafeln, mit ihrem Wachsüberzug Vorläufer heutiger Notizblöcke. Es sind die ältesten handgeschriebenen Dokumente Großbritanniens.

Mithraeen gab es im ganzen römischen Imperium, Anhänger des Kults waren oft Soldaten, Händler und Verwaltungsbeamte. Die Stätten wurden meist unterirdisch angelegt oder in Fels gehauen und zeigten die bis heute nicht restlos in ihrer Bedeutung geklärte Szene, wie Mithras einen Stier tötet. Über dem Londoner Heiligtum steht das 2010 errichtete europäische Hauptquartier des Medienkonzerns Bloomberg. Dieser gab auch zeitgenössische Kunstwerke in Auftrag, die mit dem römischen Thema korrespondieren, und stellt sie in der Lobby aus.

Sky Garden – Gewächshaus im Wolkenkratzer

Von links: Cheesegrater, Gherkin und Walkie Talkie mit Sky Garden © Shutterstock/pcruciatti

Das Gebäude 20 Fenchurch Street erinnert an ein riesiges Walkie Talkie und wurde 2015 als hässlichster Neubau im Vereinigten Königreich der letzten zwölf Monate "ausgezeichnet". Außerdem reflektierte und verstärkte seine gekrümmte Glasfassade die Sonnenstrahlung so stark, dass Kunststoffteile an in der Nähe geparkten Autos schmolzen und am Walkie Talkie mit Lamellen nachgebessert wurde. Doch das alles ist vergessen bzw. nicht mehr zu sehen, wenn man das Haus nach Anmeldung betritt und 160 Meter nach oben in den Sky Garden fährt.

Im höchsten öffentlichen Garten der Stadt gedeihen Strelitzien, afrikanische Lilien, Lavendel und gegen Trockenheit unempfindliche Gewächse vom Mittelmeer und aus Südafrika. Von der Terrasse und aus diesem "Gewächshaus" geht der Blick in alle Himmelsrichtungen. Gleich im Norden zum Beispiel steht der "Cheesegrater" – der Spitzname Käsereibe sagt alles über das Design des Wolkenkratzers. Zwei Restaurants und drei Bars sorgen im Sky Garden für kulinarische Abwechslung.

Two Temple Place – Milliardärsresidenz

Schickes Homeoffice: Two Temple Place © Shutterstock/Kevin Cole 44

In den 1890er-Jahren ließ sich William Waldorf Astor, reichster Mensch der Welt, an dieser Adresse an der Themse ein kleines, feines Bürogebäude errichten. Außen dekorieren Wasserspeier, Steinschnitzereien und eine Wetterfahne in Form von Kolumbus' Schiff Santa Maria das Haus. Rechts des Treppenaufgangs hält an einem Laternenpfahl ein Cherubim aus Bronze einen Telefonhörer in der Hand und repräsentiert damit die Innovationen Telekommunikation und Elektrizität.

Hinter der neogotischen Fassade von Two Temple Place wurden der größte Tresorraum Europas und zwei weitere geräumige Safes installiert. Aber auch die kunsthandwerklichen Schätze finden Fortsetzung, mit Buntglasfenstern, als Mosaik gestalteten Böden aus Marmor, Onyx und Porphyr, mit einem opulenten Treppenhaus aus Eiche und Mahagoni, das die drei Musketiere als Holzschnitzereien einschließt. Persische Teppiche, Kronleuchter und Porträts in Öl und Silber schmücken die große Halle. Geöffnet ist Two Temple Place mehrmals jährlich für Kunstausstellungen.

Tate Modern – Kraftwerk der Kunst

Jede Menge Platz für Kunst: Die Turbinenhalle der Tate Modern © Shutterstock/Claudio Divizia

Nach Plänen der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron wurde 1995 bis 2000 das ausgediente Ölkraftwerk Bankside Power Station an der Themse zu Britanniens führendem Museum für moderne und zeitgenössische Kunst umgebaut. Zu diesem Zweck erhielt der 200 Meter lange Backsteinbau zwei zusätzliche Obergeschosse. 2016 dann eröffneten die riesigen unterirdischen Öltanks als Projektionsflächen für Filme und für Installationen und darüber das Blavatnik Building, ein zehnstöckiger pyramidenförmiger Anbau, ebenfalls in Backstein, ebenfalls nach Entwürfen der Schweizer.

Von großen Retrospektiv-Ausstellungen abgesehen, gehören Gemälde u.a. von Pablo Picasso, Claude Monet und Robert Delaunay sowie Skulpturen von Ai Weiwei, Jean Tinguely und Marino Marini zum Bestand der Tate Modern. Dazu kommen Fotografien von Man Ray, Robert Mapplethorpe und Wolfgang Tillmans. Die fünf Etagen hohe Turbinenhalle bietet den notwendigen Raum für riesige Werke etwa von Ólafur Elíasson, Louise Bourgeois und Rachel Whiteread. Ein Bootsservice verbindet das Haus mit der Tate Britain, die die weltweit größte Sammlung britischer Kunst vom 16. bis zum 21. Jahrhundert besitzt.

Klassische Hülle für moderne Kunst: Saatchi Gallery © Shutterstock/Kiev.Victor

In den 1990er-Jahren war Charles Saatchi, Mitinhaber der weltgrößten Werbeagentur, Mäzen von Damien Hirst, Tracey Emin und weiterer "Young British Artists". Seitdem ist die Galerie ein Forum für den weltweiten Künstlernachwuchs und Saatchis umfangreiche Kunstsammlung der Allgemeinheit und nicht nur einer kleinen Kunstelite zugänglich. Daneben locken "Blockbuster" wie "Tutankhamun" viele Tausend Besucher an. Standort der Galerie ist das frühere Hauptquartier des Duke of York an der King’s Road in Chelsea.

In dem denkmalgeschützten Backsteingebäude von 1801 bieten 15 hohe, helle Ausstellungsräume Platz auch für überdimensionierte Gemälde, Skulpturen, Fotografie und Medienkunst. Gezeigt wurden bisher u.a. Werke von Cy Twombly, Thomas Schütte, Andreas Gursky und Cindy Sherman. Dabei agiert Saatchi nicht ganz uneigennützig: Mit dem Verkauf eines Werkes von Damien Hirst, einem in Formaldehyd-Lösung konservierten Tigerhai, machte er den Künstler nicht nur zum zweitteuersten der Gegenwart, sondern auch einen Gewinn von 9,2 Millionen Euro.

Victoria and Albert Museum – Kunsthandwerk aus aller Welt

Auch ein Exponat – die Ausstattung des Cafés im Victoria and Albert Museum © mauritius images/Steve Vidler

Das V&A in Kensington ist das weltweit führende Museum am Schnittpunkt von Kunst, Design und Performance. Seit den Anfängen 1851 als einer Sammlung von Gipsabgüssen hat sich sein Spektrum auf Skulpturen, Glas, Schmuck, Kirchengegenstände, Waffen, Musikinstrumente, Metallarbeiten, Keramik, Möbel, Architekturmodelle, Fotografien, Malerei und Kleidung ausgedehnt. Legendär sind die Retrospektiven zu Modegrößen wie etwa Vivienne Westwood und Christian Dior.

Unter den 2,3 Millionen Objekten aus 5000 Jahren menschlicher Kreativität gibt es kuriose Unikate. Etwa das schon von William Shakespeare erwähnte Große Bett von Ware, in dem bei drei Metern Breite mindestens vier Paare Platz fanden, oder den Tipus Tiger, einen mechanischen Automaten aus Indien, der einen Tiger zeigt, wie er einen englischen Soldaten angreift. Einmalig auch einer der beiden Ardabil-Teppiche aus dem Persien des 16. Jahrhunderts, der auf über 61 Quadratmetern Fläche gut 26 Millionen Knoten hat. Unter den 2000 Paar Schuhen sind auch etliche, die eher Skulpturen als Fußbekleidung gleichen.

Kurz und kompakt – weitere Highlights

Auch diese Attraktionen rangieren in den Besucherzahlen weit vorn:

Trafalgar Square – Treffpunkt mit moderner Kunst

In der Mitte des Trafalgar Square steht die Säule mit dem Standbild Lord Nelsons © iStock.com/COO7

Vor der spanischen Atlantikküstenstadt Trafalgar besiegte Admiral Nelson anno 1805 die französisch-spanische Flotte – und ließ in der Schlacht sein Leben. 38 Jahre später wurde ihm zu Ehren eine 50 Meter hohe Säule mit seinem Abbild eingeweiht. Umringt wird der Trafalgar Square von National Gallery, National Portrait Gallery und der neoklassischen Kirche St Martin-in-the-Fields. Auch auf dem größten öffentlichen Platz der Stadt treffen Tradition und Moderne aufeinander: Während auf drei Sockeln in den Ecken des Trafalgar Square permanent Statuen platziert sind, wird die vierte Plinthe abwechselnd von zeitgenössischen Künstlern bespielt.

The Shard – gläserne Spitze

Über dem Südufer der Themse ragt the Shard, die Scherbe, auf © iStock.com/Nikada

Der Splitter, entworfen von Renzo Piano, ist eine mit 11.000 Glasscheiben ummantelte spitze Pyramide und mit knapp 310 Metern das höchste Gebäude des Landes. 2012 eingeweiht, bietet es auf die Höhe umgerechnet den teuersten Aussichtspunkt der Welt. Besucher kommen bis in die 72. Etage des Shard, darunter liegen zehn Wohnungen, die für – jeweils – umgerechnet 63 Millionen Euro verkauft wurden, und in der 52. Etage die höchste Hotelbar Europas. Denn auch ein Luxushotel, Restaurants und Büros haben hier ihre Standorte.

British Museum – Schaufenster der Welt

Der glasüberdachte Great Court des British Museum © Shutterstock/Tupungato

Fast sechs Millionen Besucher hat das "BM", eines der größten und bedeutendsten kulturgeschichtlichen Museen der Welt, in normalen Jahren. Hinter der klassizistischen Greek-Revival-Fassade von 1847 kann immer nur ein Teil seiner viereinhalb Millionen Sammlungsobjekte gezeigt werden. Zu den Highlights zählen der dreisprachig beschriftete Stein von Rosetta, Mumien aus dem ägyptischen Tal der Könige sowie Marmorskulpturen und -fragmente von der Akropolis, die Griechenland zurückfordert. Der nach Plänen von Lord Norman Foster mit einer Stahl-Glas-Konstruktion überdachte Innenhof ist mit 7100 Quadratmetern der größte öffentliche Platz dieser Art in Europa.

Harrods – unbegrenzte Möglichkeiten

Weltberühmt: Die Food Halls bei Harrods © Shutterstock/LongJon

Schon lange vor Amazon bot das vielleicht bekannteste Kaufhaus der Welt "Omnia Omnibus Ubique", alles allen überall. Legendär ist die Lebensmittelabteilung nicht nur wegen des Warenangebots u.a. mit 100 Teesorten, sondern auch durch ihr Jugendstilambiente. Mode wird zwischen ägyptischen Säulen präsentiert, nach Kundenwunsch individuell fertigt man hier so Unterschiedliches wie Inneneinrichtung und Möbel, Picknickkörbe, Torten und Parfums. In weiteren der 330 Abteilungen sind Friseur, Spa, Bank und Apotheke zu finden. Außerdem verteilen sich 20 Restaurants, Bars und Cafés über die sieben Etagen.

Piccadilly Circus – einst Mittelpunkt der Erde

Kommt abends besonders gut raus: Werbung am Piccadilly Circus © stock.adobe.com/zefart

Shaftesbury Avenue, Piccadilly, Haymarket, Coventry, Regent, Lower Regent und Glasshouse Street laufen hier zusammen, überstrahlt von bunter Werbung auf der größten LED-Videowand Europas. Das Ambiente ähnelt dadurch dem des New Yorker Times Square. Zu Zeiten des British Empires galt der Platz als Mittelpunkt der Erde. Markante Gebäude sind der London Pavilion im Stil des Historismus, heute ein Einkaufszentrum, und das Criterion Theatre, eine der namhaften Bühnen im Westend.

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