Wohnmobile im Test: gute Noten für Teilintegrierte

5 Wohnmobile stehen auf einem Parkplatz
Fünf teilintegrierte Wohnmobile hat der Schweizer TCS in Kooperation mit dem ADAC getestet ∙ © ADAC/TCS

In Kooperation mit dem ADAC hat der Schweizer Partnerclub TCS fünf teilintegrierte Wohnmobile getestet und viele Stärken, aber auch Schwächen, gefunden.

  • Teilintegrierte in Deutschland beliebt

  • Preise von 44.000 bis 80.000 Euro

  • Teure Camper gewinnen im Test

Der Camping-Boom in Deutschland hält an: 2020 wurden erstmals mehr als 100.000 Freizeitfahrzeuge in Deutschland zugelassen – ein sattes Plus von 30 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2019. Besonders beliebt sind kompakte Campervans und Kastenwagen, gefolgt von sogenannten Teilintegrierten – hier bleibt das Original-Führerhaus des Basisfahrzeugs erhalten. Beliebt ist diese Fahrzeugklasse vor allem bei Paaren, die Wert auf Komfort legen, und Familien mit kleinen Kindern.

Fünf Teilintegrierte hat der Touring Club Schweiz (TCS) in Kooperation mit dem ADAC getestet: den Hymer Tramp S 695, den Carthago C-Tourer T 143 LE (beide auf Mercedes Sprinter), den Carado T 338, den Weinsberg Carasuite 650 MEG (beide auf Fiat Ducato) und den Ahorn Camp T 690 (auf Renault Master).

Tester geben allen Teilintegrierten die Note "gut"

Unterm Strich schneiden alle Reisemobile im Test gut ab und bekommen Gesamtnoten zwischen 2,1 und 2,5. Die teureren Reisemobile liegen dabei leicht vorn: Der Hymer Tramp S 695 und der Carthago C-Tourer T 143 LE sind als Sieger gleichauf, gefolgt vom Weinsberg Carasuite 650 MEG und dem Carado T 338.

Schlusslicht im Test, aber immer noch mit der Gesamtnote "gut", ist der Ahorn T 690. Er überzeugte jedoch mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Stärken und Schwächen der teilintegrierten Wohnmobile

Insgesamt fanden die Tester bei allen Teilintegrierten mehr Stärken als Schwächen. Ein kurzer Überblick über die fünf getesteten:

Carthago C-Tourer T 143: Mit rund 80.000 Euro das teuerste Reisemobil im Test. Gut gefielen den Testern der souveräne 170-PS-Mercedes-Motor und die Neungang-Wandlerautomatik. Auf der Autobahn ab 110 km/h ist der Carthago allerdings anfällig für Seitenwind. Der Seitenwindassistent greift dann heftig ein. Gewöhnungsbedürftig. Ein eindeutiges Plus ist, dass die Gasflaschen auf einer ausziehbaren Schublade montiert sind – das erleichtert den Tausch enorm. Die Zuladung ist mit lediglich 202 Kilo dagegen enttäuschend.

Hymer Tramp S 695: Die sehr komfortable Doppellängsbank, die in zwei Einsitzplätze umgebaut werden kann, gefiel den Testern. Gut fanden sie auch das großzügige Raumbad und, dass Dusche und WC getrennt sind. Die Küche ist zwar hochwertig, aber etwas klein geraten. Als Schwäche notierten die Tester zudem die niedrige Heckgarage und wie beim Carthago eine sehr geringe Zuladung (200 kg).

Carado T 338: Mit 518 Kilo Zuladung eindeutig der Sieger in dieser Kategorie. Gute Noten gibt es darüber hinaus für die große seitliche Eingangstür und den Innenraum – die Tester attestieren dem Carado ein luftiges Raumgefühl. Schwächen: die langsame Navigation und ein sehr enger Gaskasten.

Weinsberg 650 Carasuite: Sehr gut sind nach Ansicht der Tester das leicht zugängliche Heckbett und eine praktische, innovative Lösung für Wasser und Strom. Seine Easy-Travel-Box hat sich Weinsberg patentieren lassen – ein Servicefach, das den Zugang zu Frisch- und Abwasser sowie den Stromanschluss vereint. Schwächen: Drehbare Sitze gibt es ebenso wie eine zweite Heckgaragentür nur gegen Aufpreis.

Ahorn T 690: Der günstigste Camper im Test punktet mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Gut gefiel den Testern auch das elektrische Hubbett und, dass WC und Dusche getrennt sind. Schwächen: Es gibt keinen richtigen Kleiderschrank und wenig Stauraum.

Bei fast allen Teilintegrierten droht Überladung

"Ein insgesamt erfreuliches Ergebnis", sagt ADAC Projektleiter Christoph Pauly, "mit keinem dieser Fahrzeuge sind Camper schlecht bedient." Wie grundsätzlich vor dem Kauf eines Reisemobils rät er, sich genau die Grundrissvarianten anzusehen. "Das ist wichtig, um herauszufinden, ob das Fahrzeug zu Ihren Bedürfnissen passt."

ADAC Camping-Experte Martin Zöllner sieht bei allen getesteten Fahrzeugen eine gemeinsame Schwäche: drohende Überladung. Zöllner: "Die Hersteller werben oft damit, dass Camper vor allem wegen der großen Heckgaragen viel mitnehmen können." Das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen werde dabei schnell überschritten, vor allem bei den sehr gut ausgestatteten Testsiegern Carthago und Hymer. "Überladung kann gerade im Ausland sehr teuer werden", so Zöllner. "In Österreich drohen bis zu 5000 Euro Strafe."

Sein Rat gegen Übergewicht: "Die neuen Lithium-Batterien für den Campingbetrieb kosten zwar deutlich mehr, sparen aber oft einige 10 Kilo Gewicht." Außerdem mache es keinen Sinn, große und schwere Frischwasservorräte quer durch Europa zu fahren. Und auch Lebensmittel gibt es überall vor Ort – frisch und regional sind sie dann noch dazu.